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Beeindruckende Innovationskraft im Mittelstand

Die „Top 100“ des deutschen Mittelstands weisen beeindruckende wirtschaftliche und technische Innovationserfolge auf. Nach den Ergebnissen einer aktuellen Untersuchung von Prof. Dr. Nikolaus Franke vom Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation an der Wirtschaftsuniversität Wien sind diese Mittelständler ausgesprochen kreative, innovative und professionell geführte Unternehmen. Die Studie analysiert die Innovationskraft der mittelständischen Betriebe, die sich in diesem Jahr bei dem Wettbewerb „Top 100“ beworben hatten, erfolgreich waren und die am 5. Juli in Berlin ausgezeichnet werden.

84 Prozent der innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands sind in den vergangenen drei Jahren schneller gewachsen als der Durchschnitt ihrer jeweiligen Branche. Ihr Wachstum lag dabei um 15 Prozentpunkte höher als im Branchendurchschnitt. Auch der Umsatz, den die untersuchten Unternehmen mit Innovationen generiert haben, ist überdurchschnittlich: 42,6 Prozent ihres Umsatzes im Jahr 2012 haben sie mit Marktneuheiten und innovativen Verbesserungen erwirtschaftet, die sie in den vergangenen drei Jahren noch vor der Konkurrenz auf den Markt gebracht haben. Zum Vergleich: Im Durchschnitt des deutschen Mittelstands beläuft sich der Umsatz mit neuen Produkten und Dienstleistungen auf 8,6 Prozent, also nur auf ein Fünftel des Wertes der „Top 100“.

„Die Innovationstätigkeit ist für die ‚Top 100‘-Unternehmen kein Selbstzweck, sondern dient wirtschaftlichen Unternehmenszielen“, sagt der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Dr. Nikolaus Franke vom Institut für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. „Sie innovieren, um ihre Wettbewerbsposition zu stärken. Dass das gelingt, zeigt sich etwa darin, dass die Hälfte der untersuchten Unternehmen nationale Marktführer sind. Darüber hinaus ist jedes fünfte ‚Top 100‘-Unternehmen sogar Weltmarktführer.“

Der Innovationserfolg der untersuchten Betriebe wirkt sich auch positiv auf das Beschäftigungswachstum aus: 5.500 neue Mitarbeiter wollen die innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands in den kommenden drei Jahren einstellen. Das entspricht einem Mitarbeiterwachstum von fast 10 Prozent. „Das zeigt, wie wichtig es für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft ist, dass sie über Wachstumsmotoren wie die ‚Top 100‘-Unternehmen verfügen.

Noch mehr mittelständische Unternehmen sollten den Mut haben, auf den Erfolgsfaktor ‚Innovation‘ zu setzen“, sagt Franke. Die Innovationskraft der ‚Top 100‘ basiert zudem auf hohen finanziellen Aufwendungen für die Bereiche Forschung und Entwicklung: 9,4 Prozent ihres Umsatzes fließen in das Innovationsbudget und werden somit in den Fortschritt investiert. Der Durchschnitt der KMU in Deutschland wendet dagegen nur 1,4 Prozent seines Umsatzes für die eigene Innovationstätigkeit auf.

Die Analyse zeigt, dass Unternehmen in den unterschiedlichsten Märkten und in den verschiedensten Situationen mit einer klaren Innovationsorientierung erfolgreich sein können. Das bestätigt der wissenschaftliche Leiter: „Wie innovativ ein Unternehmen ist, ist keine Frage der Branche, sondern eine Entscheidung jedes einzelnen Unternehmers. Gerade in einem konservativeren, traditionelleren Umfeld kann das Bekenntnis zur Innovation ein enormer Wettbewerbsvorteil sein.“ Außerdem wird deutlich: Es gibt kein „Patentrezept“ für Innovationskraft. „Jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg finden und ein auf sein Umfeld abgestimmtes Innovationsmanagement erarbeiten“,

so Franke.

Bei der „Top 100“-Preisverleihung am 5. Juli 2013 werden in Berlin 103 Unternehmen von Mentor Ranga Yogeshwar als die innovativsten Mittelständler Deutschlands ausgezeichnet. 245 Unternehmen hatten sich beworben.

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