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Hochwasser – Derzeit vergleichsweise geringere Auswirkungen

Einige Wasserstraßen mussten aufgrund des Hochwassers gesperrt werden ? die Auswirkungen für die Binnenschifffahrt sind jedoch derzeit noch vergleichsweise gering.

Das Hochwasser der vergangenen Tage hat die Bevölkerung im Osten und Süden Deutschlands und den angrenzenden Ländern noch einige Tage fest im Griff. Bis alle Aufräumarbeiten vollendet sind, gehen sicherlich noch Wochen ins Land. Geringere Auswirkungen hatte das Hochwasser jedoch auf die Binnenschifffahrt ? zwar sind wichtige Wasserstraßen wie Donau, Neckar, Main und Oberrhein blockiert, aber die Branche „lebt“ mit dem Risiko von Hoch- und Niedrigwasser und weiß um die besonderen Bedingungen und ihre Risiken. Während Streckenabschnitte auf Rhein, Neckar und Donau zurzeit noch gesperrt sind, blieben andere Wasserstraßen und insbesondere das Kanalsystem befahrbar.

Jens Schwanen, Sprecher des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) interpretierte die momentane Hochwassersituation gegenüber mylogistics als als durchaus noch im Rahmen des üblichen. „Man muss das in Relation sehen. Die verheerenden Schäden, die das Hochwasser den Menschen und ihrem Hab und Gut gebracht hat, sind weitaus schlimmer. Da ist die Binnenschifffahrt, die hochwasserbedingt an der Fahrt gehindert ist, „vergleichsweise“ gering betroffen. Natürlich haben die Unternehmen Einnahmeverluste, zahlreiche Schiffe liegen vor Anker, können unter Umständen nicht geladen oder gelöscht werden und der Transport funktioniert noch nicht überall reibungslos. Mit Hoch- und Niedrigwasserperioden lebt die Branche aber schon immer. Es ist für die Kontinuität in dieser Branche nicht wünschenswert, zumal die wirtschaftliche Lage in der Binnenschifffahrt äußerst angespannt ist. Aber gelegentliches Niedrigwasser oder Hochwasser begleitet jedes Unternehmen, das mit der Binnenschifffahrt zu tun hat. Die derzeitige Hochwassersituation ist nicht zu vergleichen mit einer wochenlangen Sperrung, wie sie etwa am Rhein bei der Havarie des Tankmotorschiffes „Waldhof“ im Januar 2011 erfolgen musste“.

„Sicherlich werden die Nachwirkungen für die Binnenschifffahrt noch einige Wochen zu spüren sein, insbesondere weil flutbedingte Schäden an einigen Flüssen und ihren Bauwerken erst behoben werden müssen, bevor die Schifffahrt wieder freigegeben werden kann ? aber die Auswirkungen auf die Bevölkerung in den „Katastrophengebieten“ ist wohl als weitaus schlimmer zu bewerten“, so Jens Schwanen weiter. Am Montag, 3. Juni 2013, wurden an 85 Pegeln der Bundeswasserstraßen das 10-jährige Mittlere Hochwasser (MHW) überschritten, so das Bundesverkehrsministerium. Durch die besser werdende Wetterlage und die langsam aber stetig sinkenden Wasserspiegel könnte sich die Lage in den kommenden Tagen wohl entspannen.

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