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Binnenschifffahrtsunternehmen verzeichnen Millionenschäden in den Hochwassergebieten

Die dramatischen Entwicklungen in den Hochwasser- und Überschwemmungsgebieten insbesondere im Süden und im Osten Deutschlands belasten in zunehmendem Maße auch die Unternehmen in der Binnenschifffahrt. Während weite Teile des Wasserstraßennetzes, z.B. am Niederrhein und in den Kanalgebieten, nach wie vor befahren werden können, ist die Schifffahrt an wichtigen Wasserstraßen wie Main, Donau oder Elbe bereits seit mehreren Tagen komplett eingestellt.

Das Binnenschifffahrtsgewerbe hat zwar glücklicherweise weder einen Verlust an Leib und Leben noch einen Totalverlust an Hab und Gut erlitten, der wirtschaftliche Schaden beläuft sich jedoch auf mehrere Millionen Euro. Aufgrund des Treibgutes und der vom Hochwasser mitgerissenen Schlamm- und Geröllmassen, die nun in Teilen auch die Fahrrinnen vieler Flüsse blockieren, ist mit einer kurzfristigen Freigabe der Wasserstraßen durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes nicht zu rechnen. Für den Main-Donau-Korridor ist nach Informationen des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschiffahrt e.V. (BDB) mit einer Sperrzeit von bis zu weiteren 14 Tagen zu rechnen, bis die erforderlichen Peilungs- und Baggerarbeiten seitens der Verwaltung abgeschlossen sind. Der BDB richtet den dringenden Appell an die Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, alles zu tun, um den Schiffsverkehr schnellstens wieder zu ermöglichen.

Das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens für die Unternehmen in den betroffenen Fahrtgebieten lässt sich noch nicht beziffern. Überschlägig kann von einem finanziellen Verlust von mindestens 1.500 Euro pro Schiff und pro Tag ausgegangen werden. Größere Unternehmen liegen bereits seit über einer Woche mit ihrer gesamten Binnenschifffahrtsflotte still. Sollten sich die Informationen zu den weiteren wochenlangen Sperrzeiten bewahrheiten, wird der Schaden für die Branche in die Millionen gehen.

Gerade für die Partikuliere, also jene Einzelunternehmer, die häufig als Familienbetrieb an Bord ihres Binnenschiffes leben und arbeiten und nun in den Hochwassergebieten festsitzen, nimmt die Entwicklung ein existenzbedrohendes Ausmaß an: Die wirtschaftliche Lage der Branche ist das vierte Jahr in Folge gekennzeichnet durch stark gestiegene Betriebskosten, völlig unzureichende Frachtraten und fehlende Transportmengen. Ein über Wochen andauernder, kompletter Wegfall der Einnahmen wird in dieser Marktsituation von manchen Betrieben nicht mehr zu verkraften sein.

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