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Hellmann baut Zugverbindung zwischen China und Europa auf

Eine Zugverbindung zwischen China und Europa gehört immer noch zu den großen Herausforderungen in der Logistik des 21. Jahrhunderts. Dennoch hat sich der Osnabrücker Logistikdienstleister Hellmann Worldwide Logistics der Herausforderung gestellt. Mit Erfolg: Seit Mitte März besteht eine wöchentliche Verbindung zwischen Chengdu (Provinz Sichuan) in China und Lodz in Polen. Das Projekt wurde jetzt auf der internationalen Logistikfachmesse transport logistic vorgestellt, die vom 04. bis 07. Juni in München stattfand.

Dem Projekt vorausgegangen war die Suche der Provinzregierung von Sichuan und dem staatlichen Transportunternehmen Chengdu Hatrans YHF Intermodal Logistics Co., Ltd nach einem versierten und international agierenden Partner, der interessierten Kunden aus China und Europa entsprechende Komplettlösungen für den Warentransport per Schiene zwischen China und Europa anbieten kann. Dabei fiel die Wahl auf Hellmann. „Wir können den Kunden wichtige Zusatzleistungen bieten, um den Transport via Schiene zwischen China und Europa noch effizienter zu gestalten“, erläutert Klaus Hellmann, Geschäftsführender Gesellschafter von Hellmann Worldwide Logistics, das Engagement des Unternehmens. „So übernehmen wir etwa die gesamte Verzollung. Dies gilt nicht nur bei der Einfuhr der Waren in Polen, sondern ist auch in Russland, Weißrussland und in der Ukraine möglich, wenn die Waren vor der Endstadion in Lodz entladen werden sollten.“

Zusätzlich ermöglicht Hellmann den Containervor- und -nachlauf per Bahn und Lkw innerhalb Europas, Cross Stocking für Waren aus einem Container mit verschiedenen Zielorten sowie LCL-Sendungen. Ein HUB in Lodz dient als Distributionszentrum, das den Unternehmen aus China entsprechende Lagermöglichkeiten im Zentrum Europas bietet. Für Unternehmen, die über keine eigene Niederlassung in Europa verfügen, ihre Waren jedoch trotzdem unter eigenem Namen einführen wollen, bietet Hellmann die Möglichkeit, als Fiscal Vertretung zu fungieren.

„Wir setzen große Hoffnungen in diesem Projekt, das den Namen ‚Air Train‘ trägt“, so Klaus Hellmann. „Hierdurch gelingt es, die Zeitvorteile der Luftfracht und die Kostenvorteile der Seefracht zu kombinieren und auch der ökologische Aspekt ist angesichts deutlich geringerer CO2-Emissionen ist nicht zu unterschätzen.“

Die Provinz Chengdu gilt heute als einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Westchinas, über 200 der Forbes 500-Unternehmen sind in Chengdu vertreten. Einen besonderen Schwerpunkt der ansässigen Industrie nimmt der Elektro-Sektor ein. Die Verantwortlichen in Chengdu sind sich des Potentials ihrer Region bewusst und suchen vor diesem Hintergrund den engeren Anschluss an die Absatzmärkte in Europa. Das geschieht auch auf Weisung der chinesischen Regierung, die der Provinz im Rahmen ihrer „Go-West“-Policy eine Vorreiterrolle einräumt und entsprechende Subventionen für das Projekt zur Verfügung stellt.

Hellmann Worldwide Logistics verfügt über Erfahrung im Bereich der Schienentransporte: Seit 2004 bietet das Unternehmen unter dem Namen „Rail Solutions“ ein eigenes Zugsystem an und hat dabei ein eigenes Netzwerk in Deutschland aufgebaut. Man verbindet dabei Standorte wie Hamburg, Bremen, Hannover und Osnabrück mit fünf Zielstationen in Süddeutschland. Durch hohe Qualitätsstandards und passende Zeitfenster verlagert Hellmann dadurch erfolgreich straßenaffine Güter aus dem Stückgut- und Expressmarkt auf die Schiene. So plant Hellmann mit den neuen Verbindungen auch internationale Systemverkehre von der Straße auf die Schiene umzustellen.

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