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ALICE macht Europa zum Logistik-Wunderland

Namhafte Vertreter der europäischen Logistik haben vergangenen Dienstag in Brüssel eine Europäische Technologie-Plattform für Logistik ins Leben gerufen: Die Initiative trägt den Namen ALICE, kurz für Alliance for Logistics Innovation through Collaboration in Europe. Ihre Aufgabe ist es, eine ganzheitliche Strategie für Forschung, Innovation und Marktentwicklung für die Logistik zu entwickeln.

„Die Europäisierung der Logistik nimmt damit mehr und mehr Gestalt an“, begrüßt Thorsten Hülsmann, Geschäftsführer der EffizienzCluster Management GmbH, die Gründung der Plattform. „Die Logistik in Deutschland erschließt sich so neue Chancen und Märkte und stärkt ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit.“ Der EffizienzCluster ist als größter Forschungs- und Innovationscluster der Logistik in Europa Unterstützer der ersten Stunde und vertritt damit die Interessen der Clusterakteure auf EU-Ebene.

Europäische Technologie-Plattformen (ETP) sind ein Angebot der europäischen Forschungsförderung an die Industrie. In ETPs entwickeln Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft branchenspezifische strategische Forschungsagenden mit einem Fokus auf den Bedarf von Unternehmen und definieren damit Forschungsprioritäten. Ziel ist es, die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu sichern. ETPs gibt es unter anderem bereits für Energie, Informations- und Kommunikationstechnologien oder die bio-basierte Wirtschaft. Zum Lenkungskreis der Logistik-ETP ALICE gehören Weltunternehmen wie Procter & Gamble, 3M oder Kuehne+Nagel sowie wissenschaftliche Einrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund. Prof. Michael ten Hompel, Institutsleiter am Fraunhofer IML und Vorsitzender des Boards des EffizienzClusters, ist persönliches Mitglied des Lenkungskreises. Die ETP ALICE wird maßgeblich von den EU-Direktoren Olivier Onidi (Generaldirektion Transport und Verkehr) und Manuela Soares (Generaldirektion Forschung) unterstützt.

Die Leistungsfähigkeit der Logistik von Europa ist groß: Sechs EU-Länder stehen in den Top-10 des internationalen Logistikrankings der Weltbank. Die Logistik trägt allein 14 Prozent zum europäischen Bruttoinlandsprodukt bei. Effizienzsteigerungen in Höhe von 10 bis 30 Prozent im Logistiksektor könnten die Industrie um 100 bis 300 Milliarden Euro entlasten. „Logistikeffizienz ist damit ein Schlüsselfaktor für das weitere Wachstum von Industrie und Handel im internationalen Maßstab“, so Ralph Keck, Vorsitzender von ALICE und Director Product Supply and GTM Innovation bei Procter & Gamble. „Die größte Herausforderung für uns ist es, die europäische Wirtschaft durch eine wirklich nachhaltige Logistik und ein ebenso nachhaltiges Supply Chain Management zu stärken.“ Die Arbeit der Plattform soll mit dazu führen, dass die Leistungsfähigkeit der End-to-End-Logistik bis 2030 um 30 Prozent steigt.

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