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Risikomanagement für Logistiker immer wichtiger

Was tun, wenn Lieferketten durch unvorhersehbare Ereignisse plötzlich unterbrochen werden? Je globaler die Logistikwirtschaft agiert, desto unwägbarer werden auch die Risiken für die Supply Chain. Die Resonanz auf das am 6. Juni vom Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) auf der Leitmesse „transport logistic“ in München veranstaltete Forum „Risikomanagement in Spedition und Logistik“ war Beleg für ein starkes Interesse an dieser Frage. Über 120 Teilnehmer verfolgten die Expertenvorträge über einen vorausschauenden Umgang mit Risiken und die wirtschaftlichen Folgen von Störungen in der Lieferkette.

Diese treten nicht nur in Form von Naturereignissen auf – die aktuelle Hochwasserkatastrophe in Deutschland liefert hierfür ein dramatisches Beispiel ? sondern sind oft auch politisch bedingt. So informierte DSLV-Geschäftsführerin Jutta Knell über die Ursachen von Lieferkettenschwierigkeiten, hervorgerufen durch Antiterrormaßnahmen und Embargos. Diese seien ein vielfach unterschätztes Risiko. Auch nationale Transporte könnten unter internationale Handelsverbote, wie das Iran-Embargo, fallen. „Wer dies vernachlässigt, darf sich nicht wundern, wenn eines Tages die Staatsanwaltschaft an die Türe klopft“, warnte die Rechtsanwältin.

Auf die rechtlichen Aspekte internationaler Lieferketten ging Professor Thomas Wieske vom Institut für Logistikrecht und Risikomanagement (ILRM) aus Bremerhaven ein. Das derzeitige Frachtrecht sehe nur eine limitierte Haftung vor und decke die wirtschaftlichen Folgekosten von Unterbrechungen der Lieferkette nur unzureichend ab. Logistiker seien eben keine Frachtführer mehr. Darum plädierte Wieske für die Übertragung des Logistikrisikos auf die Kaufvertragsebene und die Übernahme der Notfallplanung als eigenen Punkt in die Ausschreibungsverfahren.

Die versicherungstechnischen Möglichkeiten zur Absicherung logistischer Risiken zeigte Uwe Lukas von Meles Insurance aus Kempten am Beispiel der DSLV Logistik Police auf, die exklusiv für Mitglieder des Verbandes entwickelt wurde. Michael Siebrandt von DHL Global Forwarding aus Hamburg präsentierte seine These, wonach das Erfolgsduo aus „Supply Chain Management“ und „Logistik“ um die Komponente „Risikomanagement“ ergänzt werden müsse.

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