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Schlank und stabil: Die neue hybride Lieferkette in der Automobilbranche

Die Neubewertung des Lieferketten- und Logistikkonzepts in der Automobilbranche ist der Kernpunkt einer neuen Studie, die DHL in Auftrag gegeben hat. In diesem Zusammenhang wird die Frage aufgeworfen, wie Unternehmen für den Fall der Fälle gerüstet sind, um künftigen Krisen standhalten zu können.

Die heutigen Lieferketten müssen zunehmend robuster und agiler werden, um den sogenannten „Schmetterlingseffekt“ zu überdauern. Gemeint sind damit kleine Abweichungen an einem bestimmten Punkt in der Lieferkette, die weitaus größere Folgen für ein Unternehmen haben können – darunter Kunden – und Reputationsverluste oder Milliardeneinbußen im Ergebnis.

„Lean and resilient: the new automotive supply chain hybrid“ ist der Titel eines Berichts, den Lisa Harrington, Vorsitzende der lharrington group LLC, in Zusammenarbeit mit DHL verfasst hat. Harrington ist gleichzeitig in der Geschäftsleitung des Supply Chain Management Centers und Dozentin für Supply Chain Management an der Robert H. Smith School of Business der Universität Maryland.

Forschungsarbeit unterstreicht die Notwendigkeit einer stabilen Lieferkette

Befragungen von Fachleuten und Analysen von Zwischenfällen aus der Vergangenheit zeigen, wie Unternehmen schwere Geschäftsschäden riskieren, wenn sie nicht in der Lage sind, die durch konjunkturelle Schwankungen, Naturkatastrophen und politische Unruhen zunehmende Ungewissheit und Verwundbarkeit ihrer Lieferketten vorwegzunehmen und darauf zu reagieren.

Der Report beschreibt die Entwicklung der Automobilbranche und zeigt die Vorteile auf, die mit einer Neubewertung und Umgestaltung der Logistikabläufe sowie mit der Einführung einer neuen „hybriden“ Lieferkette verbunden sind. Eine schlanke und stabile Lieferkette zeichnet sich durch kontrollierte Redundanz und Notfalloptionen aus, die die Abläufe stabiler machen und vor Fehlern schützen.

Mike White, Senior Vice President im Global Automotive Sector von DHL Supply Chain sagt: „Die Forschungsarbeit unterstreicht die wirtschaftliche Notwendigkeit einer stabilen Lieferkette. Um für die Zukunft gerüstet zu sein und die Entwicklung von schlankeren und stabileren Lieferketten voranzubringen, muss die Branche zunächst Simulationen für eine globale Zusammenarbeit entwickeln. Nach eingehender Prüfung können dann die richtigen Prozesse und Konzepte implementiert und bereitgestellt werden.“

Systembedingte Schwankungen beherrschbar machen

Zur Frage der Stabilität von Lieferketten sagt Lisa Harrington: „Ziel ist es, systembedingte Schwankungen beherrschbar zu machen – in guten wie in schlechten Zeiten – vom normalen Geschäftsbetrieb bis hin zu unvorstellbaren Situationen. Unternehmen, die die ständige und mitunter extreme Volatilität als neuen Normalzustand annehmen und die zur besseren Beherrschung erforderliche Prozesse und Systeme implementieren, schneiden regelmäßig besser ab als ihre Wettbewerber. Wenn Unternehmen die Verwundbarkeit ihrer Lieferkette ignorieren oder sich nicht hinreichend darauf einstellen, laufen sie Gefahr, ihr wirtschaftliches Ergebnis zu gefährden und Vertrauen bei ihren Aktionären einzubüßen.“

Die vier entscheidenden Entwicklungen, die derzeit für einen Umbruch im Automobilsektor sorgen, werden im Bericht ebenso beschrieben wie die damit verbundenen Risiken:

  1. Globales Wachstum und neue Märkte: Trotz der negativen Folgen der Schuldenkrise in Europa lassen Prognosen neue Höchststände bei der weltweiten Automobilproduktion erwarten, die durch die neuen Märkte in China und Indien getrieben werden.
  2. Megawerke und Mehrfachplattformen: Unternehmen gehen dazu über, unterschiedliche Modelle und Plattformen in einem Werk zu fertigen. Sie versprechen sich davon höhere Flexibilität, geringere Kosten und eine bessere Auslastung ihrer Fertigungseinrichtungen. So optimieren sie ihre Kapazitäten und verringern die Notwendigkeit von Anlagenerweiterungen vor allem in China und Mexiko, wo die Nachfrage am größten ist.
  3. Näher am Kunden: Erstausrüster siedeln ihre Fertigungswerke und Lieferantenbasis näher an ihren Zielmärkten an und bevorzugen heute ein Modell der geografisch regionalen Fertigung – sie fertigen dort, wo die Nachfrage ist.
  4. Anhaltender Kostendruck: Im Automobilbau macht die Logistik in der Regel etwa fünf bis zehn Prozent der Herstellungskosten aus: Die Notwendigkeit, den zunehmend anspruchsvolleren Verbrauchermärkten schneller gerecht zu werden und gleichzeitig Kosten zu senken, erhöht den Druck auf die Lieferketten.

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