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Berufskraftfahrer: Mehr Berufspraxis bei engerem Aktionsradius gewünscht

Die Bewegung von Gütern bildet das Herzstück einer funktionierenden Wirtschaft. Berufskraftfahrer spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie sorgen dafür, dass Güter termingerecht, wirtschaftlich und sicher an ihren Bestimmungsort gelangen. Arbeitgeber wünschen sich deshalb professionelle und verlässliche Fahrer, die idealerweise umfangreiche berufspraktische Erfahrungen mitbringen. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen Arbeitsmarkt-Reports der DEKRA Akademie. Die Analyse zeigt: Die Zunahme des Online-Handels wirkt sich auch auf die Tätigkeit von Berufskraftfahrern aus.

Im Rahmen des DEKRA Arbeitsmarkt-Reports 2013 wurde eine Stichtagsanalyse in elf deutschen Tageszeitungen, zwei namhaften Online-Stellenbörsen sowie einem sozialen Netzwerk durchgeführt. Für Berufskraftfahrer wurden zusätzlich 316 Stellenangebote im Volltext untersucht. Ziel war es, Erkenntnisse zu gewinnen, für welche Aufgaben Arbeitgeber aktuell Kraftfahrer suchen und welche Qualifikationen und Eigenschaften sie von Bewerbern erwarten.

Festanstellung in Vollzeit überwiegt

Die ausgeschriebenen Positionen sind, mit einer Ausnahme, unbefristete Stellen. Bei vier von fünf Stellenanzeigen ist der künftige Arbeitgeber ein konkretes Unternehmen. In den anderen Fällen sind die Fahrer bei einem Zeitarbeitsunternehmen beschäftigt. Informationen zu den Arbeitszeiten finden sich in der Regel nur dort, wo sie von einem normalen Arbeitstag abweichen, z. B. wenn die Tätigkeit Touren am Wochenende (13,9 Prozent), am Sonntag (12,7 Prozent) oder wie in jedem zehnten Fall Schichtarbeit einschließt.

Aktionsradius verändert sich

In der Öffentlichkeit ist das Berufsbild der Fahrer von langen Abwesenheitszeiten fern von zu Hause geprägt. Die Auswertung der Stellenanzeigen ergibt jedoch eine etwas andere Gewichtung: Die Positionen beinhalten aktuell deutlich mehr Touren im Nah- und Regionalverkehr als dies noch vor vier Jahren der Fall war. Das veränderte Kaufverhalten im Online-Handel und die damit verbunden Zunahme von Transporten im KEP-Verkehr (Kurier, Express, Paketdienste) spielt dabei sicher eine Rolle.

Berufskraftfahrer: Mehr Berufspraxis bei engerem Aktionsradius gewünscht

Zertifikate und Qualifikationen: Sicherheit hat höchste Priorität

Die am häufigsten benötigte Fachqualifizierung ist die für den Transport gefährlicher Güter. Für etwas mehr als jede fünfte Stelle ist der Nachweis des ADR-Scheins Voraussetzung (22,2 Prozent). Diesen muss jeder Fahrer erbringen, der Gefahrgut transportiert. Am zweithäufigsten müssen Lkw-Fahrer den Gabelstaplerschein nachweisen. Fremdsprachenkenntnisse scheinen den Unternehmen nicht wichtig zu sein: In weniger als einem Drittel der Anzeigen finden sich überhaupt Angaben zu Sprachen (31,3 Prozent). Dann wird freilich Wert auf sehr gute Deutschkenntnisse gelegt.

Es fällt auf, dass in den Anzeigen noch sehr selten nach der dualen Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer gefragt wird. Dies mag daran liegen, dass erst vergleichsweise wenige Kandidaten mit dieser Ausbildung am Markt verfügbar sind. Aber auch die Grundqualifikation für Berufskraftfahrer, die ab 2014 gesetzlich nachgewiesen werden muss, findet bisher kaum Erwähnung.

Punkten mit berufspraktischen Erfahrungen

Praktische Erfahrungen der Bewerber scheinen eine größere Rolle zu spielen als noch vor vier Jahren. Dabei legen Unternehmen besonderen Wert auf das Thema Sicherheit: Für jede dritte Position sind fundierte Kenntnisse in Ladungssicherung sowie sicherem Be- und Entladen nötig. Im Gegensatz dazu fragten 2009 nur wenige Arbeitgeber gezielt nach entsprechenden Qualifikationen (3,2 Prozent). Nach Möglichkeit sollten Fahrer heute bei kleineren Wartungsarbeiten am Lkw mit anpacken (14,6%). Auch der Wunsch nach Erfahrung im Auslieferverkehr hat deutlich zugenommen (13,6 Prozent) ? eine Beobachtung, die in Einklang mit dem Trend zum reduzierten Aktionsradius steht.

Professionelle, erfahrene Fahrer gewünscht

„Alte Hasen“ sind gefragt: Drei Viertel der Arbeitgeber suchen Mitarbeiter mit Berufserfahrung. Gleichzeitig geben in diesem Jahr mehr Unternehmen Berufsanfängern eine Chance und sind bereit, sie entsprechend einzuarbeiten (11,4 Prozent). Letzteres ist allein schon eine wirtschaftliche Notwendigkeit: „In zehn Jahren werden rund 150.000 Berufskraftfahrer fehlen und schon heute herrscht ein spürbarer Engpass“, erläutert Dr. Peter Littig, Direktor Bildungspolitik und -strategie der DEKRA Akademie GmbH. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, sowohl was die Ausbildung und Qualifizierung von Fahrern als auch die Steigerung der Attraktivität des Berufes anbelangt.“

Soft Skills wichtiger geworden

Die fünf meistgenannten persönlichen Eigenschaften lagen den Arbeitgebern bereits vor vier Jahren am Herzen, doch ihre Bedeutung ist gestiegen. Verlässlichkeit künftiger Stelleninhaber steht weiter an erster Stelle ? eine Eigenschaft, die bei dem hohen Termindruck von Logistikunternehmen unverzichtbar ist. Auch in hektischen Situationen sollten Berufskraftfahrer besonders belastbar, motiviert und serviceorientiert sein. Außerdem spielen Höflichkeit und das äußere Erscheinungsbild eine Rolle ? vor allem für Auslieferungsfahrten mit Endkundenkontakt dürfte dies wichtig sein.

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