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BVL fordert und fördert mehr Innovation in der Logistik

Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. beobachtet gesteigerte Investitionen der Logistikdienstleister und -anwender in die Entwicklung von Innovationen. Sie begrüßt diesen Trend und wird ihn weiter unterstützen. Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen des Wirtschaftsbereichs müssen die Logistikunternehmen, aber auch Industrie und Handel, die Entwicklung von Prozess- und Technikinnovationen weiter vorantreiben und neue innovative Dienstleistungen entwickeln.

Damit diese schnell und sicher in der Praxis umgesetzt werden, sollten die Unternehmen mindestens ein Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren, so die BVL. Mit der Wahl ihres Schwerpunktthemas 2013 und mit dem Leitmotiv des diesjährigen Deutschen Logistik-Kongresses unterstreicht die BVL die Relevanz von Innovationen für den gesamten Wirtschaftsbereich.

Logistik hat Ausbau-Potenzial beim Innovationsmanagement

Deutschland gilt als eines der innovationsstärksten Länder in Europa und weltweit. Im Wirtschaftsbereich Logistik besteht aber noch Potenzial. Im Vergleich zu den Kernfunktionen im Fahrzeug- und Maschinenbau, der Elektrotechnik oder der Chemie ist die Querschnittsfunktion Logistik nicht unmittelbar als Ort für Innovationen präsent. Dementsprechend sind die Investitionen in die Logistikforschung bis jetzt vergleichsweise niedrig. „Im Durchschnitt investieren deutsche Unternehmen rund zwei Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung“, sagt Professor Raimund Klinkner, Vorstandsvorsitzender der BVL. „In der Logistik liegt dieser Anteil meist deutlich darunter. Dabei könnte die gesamte Wirtschaft wegen ihrer globalen Arbeitsteilung stärker von logistischen Innovationen profitieren.“

Der grundlegende Unterschied zwischen einer Innovation und einer reinen Neuheit ist ihr Beitrag zur Wertschöpfung im Unternehmen. Nur wenn der Produktionsprozess oder die Dienstleistung so entscheidend verbessert wird, dass die Wertschöpfung steigt, ist eine Neuerung auch eine Innovation. Innovationen in Logistik bieten dabei die richtige Antwort auf die Herausforderungen, vor denen Industrie und Handel aktuell stehen: Wachsende ökologische Anforderungen, steigender Kostendruck, der zunehmende Wunsch nach Produktvariationen sowie ein sich wandelndes Konsumentenverhalten sind nur einige Entwicklungen, die die Komplexität für global agierende Unternehmen steigen lassen. Mit Innovationen in Logistik und Supply Chain Management können neue Produkte und Prozesse entwickelt werden, die diese Komplexität schnell reduzieren und zur Wertschöpfung beitragen. Die von der BVL in den vergangenen Jahren geförderten Innovationsprojekte zeigen, dass das funktioniert. Eingereicht und gefördert wurden bislang vor allem Innovationen in der Informationstechnologie, in der Materialflusstechnik und in der Produktionslogistik.

BVL ruft auf zu mehr Innovation

Die BVL begegnet diesen Herausforderungen auch weiterhin, indem sie sich für ein wachsendes Engagement der Logistik-Dienstleister und -Anwender einsetzt. „Um das Potenzial voll auszuschöpfen, das die Logistikforschung dem Wirtschaftsbereich eröffnet, brauchen wir ein strukturiertes Innovationsmanagement“, betont Klinkner. „Ziel muss es sein, dass Unternehmen wenigstens ein Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren. Bei einem Jahresumsatz des Wirtschaftsbereichs Logistik von mehr als 220 Milliarden Euro sind das 2,2 Milliarden Euro. Das wäre ein guter Anfang, um zu anderen Wirtschaftsbereichen aufzuschließen.“

Um die Grundlagen für mehr Innovation zu schaffen, bedarf es auch einer engeren Vernetzung von Unternehmen und Wissenschaft. Dazu hat die BVL im Jahr 2000 den Fachbeirat Forschungsförderung etabliert, heute kurz Förderbeirat genannt. Der Förderbeirat initiiert, begleitet, begutachtet und fördert vor allem Innovationsprojekte in kleinen und mittelständischen Unternehmen mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Innovationen anschließend von einem möglichst großen Kreis von Unternehmen genutzt werden können und so den Wirtschaftsbereich Logistik als Ganzes voranbringen. Dieser Kreis aus ehrenamtlich tätigen und wissenschaftlich interessierten Praktikern hat es sich zudem zur Aufgabe gemacht, bestehende Forschungsdefizite auf dem Gebiet der Logistik aufzudecken und daraus wichtige und notwendige Projektinhalte abzuleiten.

BVL macht Innovationen zum Schwerpunktthema

Mit der Wahl ihres diesjährigen Schwerpunktthemas schafft die BVL eine weitere Plattform für den Austausch. Der Deutsche Logistik-Kongress vom 23. bis 25. Oktober in Berlin findet unter dem Leitmotiv „Impulse, Ideen, Innovationen“ statt. Experten aus Wirtschaft und Forschung stellen in ihren Vorträgen Prozess- und Produktlösungen vor und zeigen Wege zu mehr Kooperation und Synergien bei Innovationsprojekten auf. Zudem präsentiert die BVL die Ergebnisse einer Expertenbefragung zum Innovationsverhalten und -management in Unternehmen.

Bereits vor dem Deutschen Logistik-Kongress stellt die BVL ausgewählte wegweisende Innovationsprojekte vor, die sie fördert und begleitet. Den Anfang macht das Projekt „Pick-by-Vision II“ des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss Logistik an der TU München um Prof. Willibald Günthner: Der Einsatz einer Datenbrille trägt dazu bei, dass die Fehlerquote bei manuellen Kommissioniervorgängen signifikant sinkt.

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