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BDI und BDL stellen Forderungen für fairen Wettbewerb in der Luftfracht vor

Die deutsche Industrie braucht einen starken Luftfrachtstandort Deutschland: Nur so kann garantiert werden, dass die deutsche Wirtschaft auch in Zukunft Güter im Wert von über 200 Milliarden Euro jährlich exportieren und importieren kann. Dies bekräftigten Vertreter führender deutscher Exportunternehmen, darunter Siemens und BASF, am Mittwoch beim Ersten Branchengespräch Luftfracht in Frankfurt.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hatten gemeinsam zu dem Gespräch eingeladen, auf dem Spitzenvertreter der deutschen Luftfracht ein Positionspapier mit Forderungen für bessere Rahmenbedingungen in der Luftfracht vorstellten.

„Eine gute Luftfrachtanbindung ist ein entscheidendes Standortkriterium für Unternehmen in Deutschland“, erklärte Dieter Schweer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI. „Die Industrie sorgt per Luftfracht dafür, dass wertvolle Güter schnell und flexibel weltweit ausgeliefert werden können ? darunter medizinische Geräte und eilige Ersatzteillieferungen. Ohne eine gute Luftfrachtanbindung können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und somit die Produktion am Standort Deutschland nicht garantieren.“

Am Warenwert gemessen, werden derzeit mehr als ein Drittel aller deutschen Exporte nach Übersee per Luftfracht versendet. Damit die deutsche Exportwirtschaft auch in Zukunft so erfolgreich bleiben kann, fordern Sprecher der deutschen Luftfrachtwirtschaft die Politik auf, die Rahmenbedingungen für die deutsche Luftfracht zu verbessern und einseitige Belastungen der Unternehmen zu beenden. Dazu gehöre im Einzelnen:

  • In einem Bund-Länder-Konzept sollte für Unternehmen und Bürger Planungssicherheit geschaffen und festgelegt werden, an welchen Standorten Nachtflüge für die deutsche Wirtschaft unerlässlich sind.
  • Für den Lärmschutz sind Investitionen in leiseres Fluggerät und neue Anflugverfahren prioritär und Betriebsbeschränkungen an Flughäfen nur als letztes Mittel anzuwenden. Diese UN-Bestimmung muss umgesetzt und deswegen neue Einschränkungen bei den Betriebszeiten ausgeschlossen werden.
  • Das System der Luftsicherheitskontrollen muss in seiner Effizienz gestärkt und die Automatisierung weiterentwickelt werden. Ineffiziente Doppelkontrollen der Transferfracht müssen ausgeschlossen werden.
  • Die Genehmigungsdauer für Ein- und Ausflüge von Ad-hoc-Frachtchartern durch das LBA muss deutlich verkürzt werden. Internationalen Vereinbarungen entsprechend ist hierbei zu prüfen, dass es keine entsprechenden Transportangebote deutscher Anbieter gibt (sog. Nichtverfügbarkeitserklärung).
  • Die deutsche Flughafen-Infrastruktur muss intermodal weiterentwickelt werden, damit die Frachtflughäfen in Zukunft optimal an Straße und Schiene angebunden sind.
  • Die Drittstaaten müssen in den Emissionshandel einbezogen werden, um einseitige Belastungen der europäischen und somit auch der deutschen Luftfahrtunternehmen zu vermeiden.
  • Die Flugsicherung in Europa muss den Einheitlichen Europäischen Luftraum umsetzen, damit die europäischen Fluggesellschaften möglichst effizient und klimaschonend fliegen können.

Das Positionspapier wurde vorgelegt von: Karl Ulrich Garnadt, Vorstandsvorsitzender, Lufthansa Cargo AG; Michael Garvens, Vorsitzender der Geschäftsführung, Flughafen Köln/Bonn GmbH; Anke Giesen, Vorstand Ground Handling, Fraport AG; Markus Kopp, Vorstand, Mitteldeutsche Flughafen AG; Markus Otto, Geschäftsführer, European Air Transport Leipzig GmbH; und Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

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