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Bremen schafft Platz für größere Binnenschiffe

Bremen-Stadt schafft Platz für die immer längeren Binnenschiffe. „Wir investieren in die Infrastruktur, um die Standortbedingungen für die Branche zu verbessern und den Hafenstandort zu stärken“, sagte Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner am Donnerstag (26.9.2013), als er den ersten Rammschlag für eine 3,7-Millionen-Euro-Investition auslöste.

In den kommenden Monaten lässt die Hafengesellschaft bremenports an der Weser in den Bereichen „Am Deich“ und „Osterdeich“ Liegeplätze für größere Schiffseinheiten herstellen. Bisher wird die Binnenschifffahrt in der Region vom 85 Meter langen Typ Europaschiff dominiert. Die Anpassung der Mittelweser für größere Einheiten wird dazu führen, dass verstärkt sogenannte Großmotorgüterschiffe (GMS, 110 Meter Länge), übergroße Großmotorgüterschiffe (üGMS, 135 Meter Länge) und Schubverbände (bis 139 Meter Länge) im Revier unterwegs sein werden.

„Bremen stellt jetzt sicher, dass an der Weser genügend Warte- und Übernachtungsplätze für diese deutlich größeren Schiffe vorgehalten werden“, sagte Günthner. Deshalb wird die Infrastruktur an den absehbaren Bedarf angepasst:

Bereich „Am Deich“: Am linken Weserufer stehen derzeit fünf Liegeplätze für Europaschiffe an Anlegedalben mit Zugangsbrücken zur Verfügung. Zwei dieser Brücken werden zurückgebaut, die übrigen drei saniert. Die neuen Anlegedalben werden so eingerichtet, dass in diesem Bereich zwei Liegeplätze bis zur Schiffsgröße Schubverband ? davon einer am Umschlagplatz der Brauerei Beck & Co. (InBev) ? und ein weiterer Liegeplatz für Europaschiffe entstehen können. An Land sollen neue Festmachepoller installiert werden.

Liegeplätze im Bereich „Osterdeich“: Auch am rechten Weserufer werden die innenstadtnahen Binnenschiffsliegeplätze auf einen zeitgemäßen Standard gebracht. Eine von vier Zugangsbrücken muss zurückgebaut werden, die anderen werden saniert. Außerdem werden neue Anlegedalben geschaffen. Damit entstehen drei neue Liegeplätze ? einer für Schiffe bis zur Größe Schubverband, zwei weitere für Europaschiffe. „Für die größeren Schiffseinheiten muss die Solltiefe im Bereich der Liegeplätze auf 5 Meter unter NN angepasst werden“, berichtete bremenports-Geschäftsführer Robert Howe. „Eine Wasser- und Landstromversorgung wird ebenfalls eingerichtet.“

„Mit insgesamt drei neuen Liegeplätzen für die größeren Binnenschiffe und drei weiteren für Europaschiffe leistet Bremen einen eigenständigen Beitrag zur Stärkung der Binnenschifffahrt“, sagte Günthner. „Davon werden die bremischen Häfen profitieren.“ Dies gilt laut Senator zum einen für die Lade- und Löschbereiche links und rechts der Weser (Industriehafen, Hemelinger Hafen, Kap-Horn- und Werfthafen, Holz- und Fabrikenhafen, Getreideverkehrsanlage, Neustädter Hafen und Anleger von Beck & Co, InBev). Doch auch für Bremerhaven mit seinem Container-Terminal werden die neuen Warte- und Übernachtungsmöglichkeiten für Binnenschiffe von Vorteil sein. ?Ein Großmotorgüterschiff kann 50 Prozent mehr Ladung transportieren als ein Europaschiff“, sagte Senator Günthner. Bei Containern sei die Kapazität mit 104 TEU etwa doppelt so groß wie beim Europaschiff.

„Beim Blick auf den Welthafen Bremen/Bremerhaven wird oft vergessen, dass er auch für die Binnenschifffahrt von Bedeutung ist“, ergänzte Günthner. „Wir reden hier immerhin über den siebtgrößten Binnenhafen der Bundesrepublik.“ Im vergangen Jahrzehnt wurden in Bremen und Bremerhaven jährlich durchschnittlich 5,6 Millionen Tonnen Güter mit dem Binnenschiff an- und abtransportiert. 2012 waren es im Land Bremen insgesamt 6,4 Millionen Tonnen. Bremen-Stadt war am Gesamtergebnis mit 4,8 Millionen Tonnen beteiligt, Bremerhaven mit 1,6 Millionen Tonnen.

Während der Umschlag in der Binnenschifffahrt an der Weser in den vergangenen Jahren leicht zugenommen hat, ist die Zahl der Binnenschiffe gesunken ? sie transportieren im Schnitt also mehr Ladung als früher. 2012 zählten die Statistiker im Land Bremen insgesamt 6112 Ankünfte von Binnenschiffe.

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