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Deutsches Transportlogistikgewerbe zunehmend unter Druck

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. aus Frankfurt am Main verwies auf seiner Mitgliederversammlung 2013 in Mainz darauf, dass das deutsche Transportlogistikgewerbe teils durch Dumpingkonkurrenz immer stärker unter Druck gerät.

Gemessen an den in Deutschland gefahrenen Mautkilometern sinkt der Marktanteil deutscher Lkw seit Jahren kontinuierlich: Von 65,8 Prozent im Zeitraum Januar bis August des Jahres 2009 über 64,4 Prozent anno 2010 und 63,5 Prozent in 2011 auf 62,7 Prozent in 2012 und nur noch 61,7 Prozent in den ersten acht Monaten des Jahres 2013. In den Jahren seit 2007 konnten Lkw aus den EU-Beitrittsstaaten dagegen ihren Marktanteil von 18,4 Prozent auf 26,5 Prozent ausbauen. Allein Fahrzeuge mit polnischen Kennzeichen besitzen inzwischen einen Mautkilometeranteil von 11,3 Prozent. Experten sehen die Ursachen für diese Entwicklung unter anderem in dem anhaltenden Personal- und Sozialkostengefälle sowie den noch immer bestehenden fiskalischen Wettbewerbsverzerrungen bei der Energiesteuer auf Dieselkraftstoff. Gegen das zunehmende Sozialdumping durch Fahrer aus Billiglohnländern ist der BGL ein Bündnis mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di eingegangen.

Ergänzt wird dieses Bild durch die Ergebnisse der aktuellen BGL-Konjunkturanalyse. Die Belebung durch das Sommergeschäft fiel 2013 ähnlich schwach aus wie im Vorjahr. Jedes fünfte deutsche Transportlogistikunternehmen musste im 2. Quartal des Jahres 2013 wie auch schon im 2. Quartal des Jahres 2012 Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorquartal hinnehmen. 2011 und 2010 war dies nur bei jedem zehnten Betrieb der Fall. Auch trüben sich die Konjunkturaussichten nach den Ergebnissen der Umfrage weiter ein: Für das 2. Halbjahr sind die 2013er Prognosen aus Sicht der Befragten kaum besser als im Vorjahr und damit die zweitschlechtesten seit der Weltwirtschaftskrise 2009.

Die Entwicklung der Fahrzeuginvestitionen von deutschen Transportlogistikunternehmen nimmt immer krisenhaftere Formen an, wie ein Blick in die Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg zeigt: Die Zahl der in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 neu zugelassenen Sattelzugmaschinen ? mit denen der Großteil des Straßengüterverkehrs abgewickelt wird ? bewegte sich in Deutschland mit 21.319 Einheiten nicht nur 13,5 Prozent unter Vorjahresniveau, sondern sogar 34 Prozent unter Vorkrisenniveau. Für die Investitionszurückhaltung dürften vor allem die rückläufigen Marktanteile des deutschen Transportlogistikgewerbes verantwortlich sein. Unsicherheiten über die noch immer nicht absehbare Mautspreizung zwischen Euro V- und Euro VI-Lkw dürften jedoch bei den Investitionsentscheidungen kaum eine Rolle spielen. Gleiches gilt auch für Überlegungen, selbst Euro VI-Fahrzeuge könnten angesichts bereits in naher Zukunft zu erwartender CO2-optimierter Nutzfahrzeuge schon bald auf dem „Schrotthaufen“ der Fahrzeugtechnologie landen. Investitionszurückhaltung im Gewerbe folgt zuallererst den Märkten und diese sind seit 2012 rückläufig bei hoher Wettbewerbsintensität.

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