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Häfen haben eine strategische Rolle in den Lieferketten Europas

Bei einer von dem deutschen Europaabgeordneten Knut Fleckenstein und dem in Brüssel ansässigen europäischen Logistikverband Alliance for European Logistics (AEL) ausgerichteten Veranstaltung diskutierten Entscheidungsträger und Vertreter führender europäischer Häfen sowie der gesamten Schifffahrtsbranche über die strategische Rolle der Häfen in den Lieferketten Europas. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Häfen ein elementarer Bestandteil einer effizienten, nachhaltigen Lieferkette sowie ein wichtiges Rückgrat für Wirtschaft und Handel in Europa sind.

75 Prozent des europäischen Handels werden über den Seeweg abgewickelt, wobei die europäischen Häfen mit 848 Häfen in Fernost und 629 Häfen in Mittel- und Südamerika verbunden sind. Im Jahr 2011 wurden 3,7 Mrd. Tonnen an Waren über europäische Seehäfen abgefertigt. Während der vergangenen zwanzig Jahre hat sich die Containeranzahl vervierfacht. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen bedeutet die Effektivität der Hafenbetriebe in Europa, dass ihnen selten Beachtung geschenkt wird, und viele Menschen begreifen die Rolle von Häfen und Terminalbetrieben in Europa und deren Unterstützung des europäischen Handels nur unzureichend.

Der Hafensektor investiert beträchtlich in Verbindungen zum Hinterland sowie in IT-Technologien, was die Prozesse in der gesamten Lieferkette fördern kann. Seehäfen als bedeutende Eingangs- und Ausgangstore der EU sowie Binnenhäfen als wichtige Verbindungspunkte und Hinterlandhubs helfen dabei, den Handel zu stärken. Dies bedeutet, dass ein reibungsloser Betrieb in den Seehäfen und Binnenhäfen, unterstützt durch vernünftige politische Rahmenbedingungen, allen Sektoren zugutekommen kann, die direkt und indirekt durch globale Lieferketten verknüpft sind.

Die Veranstaltung zielte darauf ab, eine Perspektive mit Bezug auf Hafenbetriebe aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu bieten, und war gut besucht durch Mitglieder des Europäischen Parlaments, Vertreter der Ständigen Vertretungen verschiedener Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission sowie Teilnehmer einiger der größten Häfen Europas.

Im Rahmen der Veranstaltung betonte Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, der Eigentums- und Managementgesellschaft des größten Binnenhafens der Welt: „Häfen sind Garanten für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Dank intelligenter intermodaler Konzepte werden die Industrie und die Unternehmen weiterhin in Europa investieren, was unserer gesamten Wirtschaft zugutekommt. Um die anstehenden Herausforderungen für Häfen und Logistikhubs zu meistern, müssen Infrastrukturinvestitionen nach objektiven Kriterien getätigt werden, die darauf zugeschnitten sind, eine größtmögliche Wertschöpfung zu generieren“.

Aus Sicht der Spediteure sagte Jean-Claude Delen, Vorstandsvorsitzender BeNeLux und Frankreich von DHL Global Forwarding: „Ein effizientes Hafenmanagement kann die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit ankurbeln und das Industrienetzwerk verbessern, während es Arbeitsplätze schafft und zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes der Lieferketten beiträgt. Die Hafeneffizienz hängt primär von den bestehenden Abwicklungskosten und ?zeiten, Hinterlandverbindungen und Verwaltungsprozessen ab.“

Im Namen der ECT Hutchison Port Holdings erklärte Rob Bagchus, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und öffentliche Angelegenheiten: „Die Terminalbetreiber haben in Europa Milliarden für die Modernisierung ihrer Terminals ausgegeben, um dem Bedarf der Kunden zu entsprechen, und sind effizient auf einem wettbewerbsintensiven Markt. Um Schritt halten zu können, muss Europa in effiziente Hinterlandverbindungen investieren, um für einen nahtlosen Transport innerhalb Europas zu sorgen.“

Die AEL fördert eine neue politische Agenda für logistische Dienstleistungen in Europa. Sie bringt sowohl die wichtigsten Logistikdienstleister in Europa als auch globale Gesellschaften zusammen, die sich bei der erfolgreichen Ausführung ihrer Geschäfte auf eine effektive Logistik verlassen.

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