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Club of Logistics fordert Politik zur Wahrnehmung der Logistikindustrie auf

Mit Blick auf die derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen in Berlin erinnert der Club of Logistics e.V. (Dortmund) den Politikbetrieb daran, welche Bedeutung die Logistikwirtschaft sowie eine Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur für den Wirtschaftsstandort Deutschland hat.

„Die künftige Verkehrspolitik in Deutschland darf sich nicht länger als Reparaturbetrieb für marode Brücken und Kanäle verstehen“, fordert Peter Voß, Geschäftsführer des Clubs. „Wir wünschen uns ein Umdenken in Sachen Logistikindustrie, die zu den wichtigsten Wachstumsbranchen des Landes zählt“, so der Geschäftsführer.

Der Club of Logistics mahnt, Verkehrs- und Infrastrukturfragen deutlich stärker als bisher in den politischen Fokus zu rücken. „Leider werden im Hinblick auf die Logistikindustrie viele Dinge als selbstverständlich vorausgesetzt: die 24-Stunden-Zustellung, eine alles in allem funktionierende Infrastruktur und der Zugang zu individueller Mobilität ? das alles sehen Politiker und Bürger als nicht sonderlich gefährdet an“, meint Arnold Schroven, der Vorstandsvorsitzende des Clubs. Es gebe jedoch deutliche Warnsignale, dass es nicht immer so bleiben könnte. „Die verzögerte Inbetriebnahme eines Großflughafens sowie gigantische Finanzlücken im Etat für den Bau und Erhalt der Verkehrswege sind keine Kleinigkeiten für die Logistikindustrie.“

Club-Geschäftsführer Peter H. Voß ärgert sich beim Blick auf den Politikbetrieb auch über die mangelnde Unterstützung für innovative Projekte. „Nehmen wir einmal den kürzlich preisgekrönten Drei-Kammer-Auflieger der Großhandelsfirma Lekkerland. Dieser ermöglicht die Zusammenfassung von Tiefkühl-, Frische- und Ambient-Produkten auf nur einem Auflieger und damit eine deutliche Optimierung des Transportgeschehens“, so Voß. Was zuvor auf drei verschiedene Fahrzeuge verladen werden musste, werde jetzt mit einem einzigen LKW befördert. „Warum kommen derartige Innovationen nicht von den Universitäten? Weil dort nicht genügend Geld für anwendungsbezogene Forschung bereitgestellt wird.“ Das wiederum liege daran, dass die Politik von der Verkehrs- und Logistikforschung nach wie vor die siebenundzwanzigste Studie zum Verkehrswachstum oder die dreiundzwanzigste Methode zur effektiven Messung des CO2-Ausstoßes verlange.

Schroven und Voß kritisieren auch die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit der zahlreichen Verbände der Logistikindustrie. Viel zu oft würde dieser vielstimmige Chor entweder nur unzureichend gehört, oder gar gegeneinander ausgespielt. Für den Club of Logistics ist es deshalb höchste Zeit, eine gemeinsame Position der Logistikwirtschaft zu entwickeln und zu kommunizieren. Arnold Schroven: „Was in der Welt der Industrie und der Finanzen so gut funktioniert, kann doch auch in der Logistik endlich einmal angegangen werden: ein Lobbyismus, der seinem Namen alle Ehre macht.“

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