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Anstieg der Containerverkehre auf der Transsib

Der internationale Containerverkehr über die Transsibirische Eisenbahnmagistrale erhöhte sich 2012 um 15 Prozent und stieg auf insgesamt 640 Tausend TEU. Davon entfiel gut die Hälfte auf Außenhandelsverkehre zwischen Russland und China. Das größte Wachstum wies der Transitverkehr mit einer Verdopplung seines Volumens auf 102 Tausend TEU auf. Das Wachstum setzte sich in diesem Jahr fort.

In den ersten neun Monaten 2013 betrug der Transitverkehr über die Transsib 87 Tausend TEU (+12 Prozent im Vorjahresvergleich). Fast drei Viertel davon wurden in Containerganzzügen befördert. Starke Steigerungen gab es erneut auch in den bilateralen Containerverkehren Russlands mit China, Korea und Japan, bilanzierte die 22. Plenartagung des Internationalen Koordinationsrates für Transibirientransporte CCTT (International Council on Transsiberian Transportation). Sie fand auf Einladung des ungarischen staatlichen Eisenbahnunternehmens MÁV Zrt. am 14./15. November 2013 in Budapest statt. An ihr nahmen mehr als 230 Teilnehmer aus 25 Ländern teil.

Die Präsidentin und Generaldirektorin der MÁV, Ilona Dávid, unterstrich in ihrem Beitrag die wichtige Rolle des CCTT bei der Koordination der internationalen Güterbeförderungen über die Transsibirische Eisenbahn sowie bei der generellen Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Ländern Europas und Asiens. Insgesamt spiegelte die Tagung das gewachsene Interesse an der Nutzung der euroasiatischen Landbrücke wider. Als Indikatoren dafür wurden insbesondere die Zunahme der regulären Containerzugverkehre als auch parallel verlaufende weitere Testverkehre genannt. Als Beispiel für den erfolgreichen Start einer neuen regulären Verbindung in diesem Jahr nannte der Bericht des CCTT unter anderem den Containerzug Chengdu (China) ? Lodz (Polen), bei dem durch die Anwendung modernen elektronischen Dokumentenmanagements die Transportzeit auf 13 Tage reduziert werden konnte. Betreiber dieses Zuges, der die Route über Kasachstan nutzt, ist das GETO Mitglied InterRail. Die Chengdu-Lodz Route gilt als Pilotprojekt für den sogenannten elektronischen Zug, ein gemeinsames Projekt von CCTT und GETO Mitgliedern.

Mit Blick auf die nächsten Jahre wird mit einer Fortsetzung der geographischen Expansion der Verkehre über die Transsibirische Eisenbahnmagistrale sowohl in westeuropäischer Richtung als auch in Richtung der Länder der Asien/Pazifik Region gerechnet. Auch der CCTT selbst folgt einer Strategie zunehmender internationaler Vernetzung wie die Zusammenarbeit mit solchen Organisationen wie der OSShD, UIC, CIT, EIA, UNECE, der UNESCAP, der FIATA und anderen zeigt. Ihre Vertreter unterstrichen auf der Tagung in Budapest ihre Wertschätzung für die Arbeit des CCTT.

Die Teilnehmer des Treffens in Budapest stimmten darin überein, dass die Schaffung eines wettbewerbsfähigen Transportprodukts für die Schiene wesentlich für die Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Ost und West ist. Gefordert wurden dafür wettbewerbsfähige Durchraten für den Transport über die Transsibirien-Route, die Vereinfachung der Zollprozeduren im Transitverkehr, eine Verbreiterung des Anwendungsbereichs des einheitlichen CIM/SMGS Frachtbriefs für den Bahntransport, die Entwicklung eines entsprechenden Dokuments für den kombinierten Verkehr Bahn-See sowie die stärkere Nutzung der IT für die Beschleunigung der Abfertigung an den Grenzen.

Die Tagung wurde von Aleksandr Mischarin, dem Ersten Stv. des Präsidenten der OAO RZD, geleitet. Er informierte, dass für Modernisierung und Ausbau der Transsibirienroute und der BAM (Baikal-Amur-Magistrale) in den nächsten Jahren die beträchtliche Summe von rund 562 Mrd. Rubel bereitgestellt werde, davon 262 Mrd. Rubel direkt aus dem Haushalt der RF. Durch diese Investitionen verdopple sich die Durchlassfähigkeit des gesamten Korridors nahezu.

„Es gab auf der 22. Plenartagung des CCTT eine ganze Reihe positiver Signale, die es möglich machen werden, die Perspektiven des euroasiatischen Containerverkehrs über die Landbrücke zu sichern und auszubauen,“ war das Fazit der Tagung von GETO Präsident Reinhard. „Raschere Fortschritte in den grundlegenden Fragen wie Transitvereinfachung, stärkere Wettbewerbsfähigkeit des Bahnverkehrs, modernes Management der Korridore und wirtschaftlich vernünftige Lösungen für die Rückführung von Leercontainern in östlicher Richtung bleiben jedoch dringlich“, betonte er.

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