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AAE: Neue Güterwagen machen Hinterlandverkehr effizienter

Die AAE-Gruppe, führender Vermieter für Standardgüterwagen in Europa, investiert einen zweistelligen Millionenbetrag und kauft 300 neuartige Containertragwagen. Mieter der Fahrzeuge, die leichter und günstiger sind als konventionelle Güterwagen, aber mehr Container pro Zug transportieren können, ist der Schienenoperateur Metrans a.s., eine Tochtergesellschaft der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA).

Sie will mit den neuen Waggons zusätzliche Züge vornehmlich von und nach den Nordseehäfen, aber auch für die kontinentalen Ladungen aufbauen. Alle 300 Wagen sollen 2014 ausgeliefert werden. „Im stark wachsenden Hinterlandverkehr der Häfen können wir mit den neuen Waggons pro Zug drei bis vier Container mehr befördern als mit konventionellen 80-Fuß-Wagen“, erläutert Jiri Samek, Geschäftsführer der Metrans Gruppe. „Weil die Waggons leichter sind und durch den großen Abstand der Fahrgestelle einen höheren Achsendruck haben und ruhigere Fahrten ermöglichen, senken wir den Energieverbrauch. Teilweise können wir sogar auf Doppeltraktion verzichten, sparen also eine Lok ein. All dies in Verbindung mit der Tatsache, dass wir flexibler beladen können, macht diese Wagen für uns extrem wertvoll.“ Die Wagen, die Metrans zusammen mit dem Hersteller Tatravagonka Poprad entwickelt hat, sind für maritime Container wie für kontinentale intermodale Einheiten geeignet.

Möglich wird das durch eine neue Konstruktion: vier statt sechs Achsen, sowie eine durchgängige Ladefläche. Klassische 80-Fuß-Wagen verfügen über drei Drehgestelle mit sechs Achsen, die Ladefläche ist über dem Drehgestell in der Mitte geteilt. Deshalb können diese Waggons weder 45-Fuß-Container befördern noch Kombinationen aus drei drei 7,8-Meter-Wechselbehältern oder aus zwei 30- und einem 20-Fuß-Container. Weil die neue Konstruktion die bisher separaten Ladeflächen vereinigt und der Abstand zwischen ihnen wegfällt, werden die Wagen bei gleicher Ladelänge kürzer. Der Wegfall des mittleren Drehgestells mit seinen zwei Achsen senkt Produktions- und Instandhaltungskosten und spart fast sechseinhalb Tonnen Gewicht (Maße und Gewichte siehe Zusatzkasten).

„Metrans hat in den letzten zwei Jahren bereits 250 Wagen dieses Typs gekauft und damit beste Erfahrungen gemacht“, so Samek weiter. „Ansonsten würden wir unsere Flotte dieses Typs nicht mehr als verdoppeln. Wir bestellen nämlich neben der Kooperation mit AAE zusätzlich 300 Einheiten direkt bei Tratravagonka. Durch die langfristige Miete weiterer Wagen bei AAE sichern wir uns vielmehr kapitalschonend zu variablen Kosten die Kapazität, um im Hinterlandverkehr auch künftig schneller als der Markt zu wachsen.“

AAE geht auf Expansionskurs

Für das europäische Vermietunternehmen AAE ist die Beschaffung der 300 Neufahrzeuge ein Eckpfeiler in der Expansionsstrategie des neuen CEOs Karsten Sachsenröder. Er will damit an das stürmische Wachstum der ersten Unternehmensjahrzehnte anknüpfen. Das erst 1989 gegründete Unternehmen hatte innerhalb von nur 20 Jahren eine Güterwagenflotte von 30.000 Fahrzeugen aufgebaut und war im Segment der Standardgüterwagen zum europäischen Marktführer avanciert. „Wir konzentrieren uns weiterhin auf Standardwagen für den intermodalen Güterverkehr, weil dieser Bereich innerhalb des Schienengüterverkehrs nachhaltig am stärksten wächst“, sagt Sachsenröder. „Allerdings werden wir unser Angebot 2014 mit innovativen Lösungen quantitativ und qualitativ weiter ausbauen.“ In den letzten Jahren hatte AAE in die bestehende Flotte investiert, aber keine neuen Wagen angeschafft. Mit der Bestellung von 100 Doppeltaschenwagen der von AAE selbst entwickelten neuen Generation TWIN II hat die Neubeschaffung in diesem Jahr begonnen. Außer diesen und den bereits an den Kunden Metrans vermieteten neuen Wagen, kann sich Sachsenröder die Anschaffung von „mehreren hundert weiteren Waggons im Jahr 2014“ vorstellen.

„Durch die Erweiterung der AAE-Flotte um einen neuen 80-Fuß-Typ können wir Kunden den für ihren Einsatzzweck jeweils optimalen Wagen anbieten“, meint Sachsenröder. „Sechsachsige 80-Fuß-Wagen spielen ihre Vorteile vor allem dort aus, wo es auf maximale Nutzlast ankommt, beispielsweise beim Transport schwerer Container. Außerdem sind sie universell einsetzbar. Bei den vierachsigen Wagen handelt es sich aufgrund der fehlenden generellen Zulassung um ein Nischenprodukt, das jedoch mit mehr Containern pro Zug, Transportmöglichkeiten für 45-Fuß-Container, flexibler Beladung, geringeren Kosten und Energieverbrauch punkten kann.“

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