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Duale Ausbildung: ECM prüft Umsetzung für Logistik in Griechenland

Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 ist die Jugendarbeitslosigkeit in Europa auf durchschnittlich 23 Prozent gestiegen. In Griechenland sind sogar mehr als die Hälfte aller jungen Menschen unter 25 Jahren ohne Arbeit. Im Auftrag des Bundeministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesinstituts für Berufsbildung entwickelt die EffizienzCluster Management GmbH gemeinsam mit der Aristoteles Universität Thessaloniki eine von fünf Machbarkeitsstudien, wie die vorwiegend schulische Berufsbildung in Griechenland durch Ausbildung in Betrieben ergänzt werden kann.

„In vielen Ländern, so auch in Griechenland, ist die Berufsausbildung nur theoretisch angelegt“, so Thorsten Hülsmann, Geschäftsführer der EffizienzCluster Management GmbH (ECM). „Die praktische Ausbildung in den Betrieben findet nicht oder nur unzureichend statt. Das führt dazu, dass die Jugendlichen am Bedarf der Unternehmen vorbei ausgebildet werden.“ Im Rahmen der Deutsch-Griechischen Berufsbildungskooperation sollen nun Konzepte und Machbarkeitsstudien für eine stärkere Arbeitsmarktorientierung der beruflichen Ausbildung entwickelt werden. Vorbild ist das duale Bildungssystem, wie es unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeführt ist. Das Bundesbildungsministerium hat inzwischen 40 zwischenstaatliche Kooperationsvereinbarungen zum Wissenstransfer über duale Ausbildung getroffen.

Die Transport- und Logistikbranche zählte schon vor Ausbruch der Finanzkrise zu den am stärksten wachsenden Branchen in Griechenland. Die Unternehmensberatung McKinsey hat sie auch als einer der „Rising Star-Sektoren“ der griechischen Wirtschaft bis 2020 identifiziert. So kann Griechenland beispielsweise durch die strategisch günstige Lage der Häfen Piräus und Thessaloniki als effiziente Warendrehscheibe für den Süd-Ost-Europäischen Wirtschaftsraum punkten und die maritime Logistik ausbauen.

„Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Facharbeitern für die Logistikbranche in Griechenland wird steigen“, prognostiziert Thorsten Hülsmann. „Wir wollen unsere griechischen Kollegen dabei unterstützen, heute schon die Weichen dafür zu stellen und moderne Ausbildungsberufe einzuführen. Dafür brauchen wir die Zusammenarbeit aller Institutionen, die an der Berufsbildung beteiligt sind. Und auch die Unternehmen müssen ? auch wenn es in diesen Zeiten betriebswirtschaftlich schwer fällt ? sich bei der Ausbildung Ihrer künftigen Mitarbeiter stärker engagieren.“ Die Machbarkeitsstudie soll die Grundlage dafür legen, den Aufbau regionaler oder branchenzentrierter Ausbildungsnetzwerke voranzutreiben und Unternehmen und ihre Netzwerkpartner bei der Einführung von dualen Ausbildungsformen zu unterstützen.

Im Leitthema Logistische Gestaltungskompetenz und Forschungsprojekten auf nationaler und internationaler Ebene entwickeln die Wissenschaftler im EffizienzCluster LogistikRuhr schon heute neue Formen der beruflichen Aus- und Weiterbildung. „Die logistische Fachkompetenz auf der einen Seite und die methodische strukturelle Expertise auf der anderen Seite haben uns im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens überzeugt, das Projekt der EffizienzCluster Management GmbH zu übertragen“, so Tobias Wolfgarten, verantwortlicher Projektleiter für Griechenland in der Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation. „Es kann und darf nicht darum gehen, einfach die deutschen Strukturen in Griechenland zu implementieren. Wir wollen vielmehr den griechischen Weg der Entwicklung des Ausbildungssystems mit unserer Expertise unterstützen. Die fünf Machbarkeitsstudien sind ein Beitrag zu dieser Entwicklung und ein erster Schritt, um Fachkräfte näher am Bedarf des Arbeitsmarktes auszubilden und damit die griechische Wirtschaft in ihren Kernbranchen zu stärken.“

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