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Erfolg der Bahnreform ist Verpflichtung für die Zukunft

Die vor 20 Jahren in Kraft getretene Bahnreform war eines der größten und erfolgreichsten Reformprojekte im wiedervereinigten Deutschland.

Das erklärte Mitte der Woche DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Rüdiger Grube bei einem Festakt in Berlin. Bei der Veranstaltung erinnerten Vertreter aus Politik und Wirtschaft an die desolate Lage des Schienenverkehrs Anfang der 90er Jahre und würdigten die gute Entwicklung seither.

„Die unternehmerische Ausrichtung der DB AG sowie die Öffnung der Märkte für Wettbewerber waren die richtigen Weichenstellungen“, betonte Grube. Nachdem die Verkehrsleistung der Schiene über Jahrzehnte beständig zurückgegangen war, sei sie zwischen 1994 und 2012 im Personenverkehr um 36% und im Güterverkehr um 58 Prozent gestiegen. Die öffentlichen Mittel des Bundes für die Eisenbahnen reduzierten sich im gleichen Zeitraum von 20,5 Mrd. Euro auf 16,7 Mrd. Euro. Damit seien die zentralen Ziele der Bahnreform erreicht worden.

Grube appellierte: „Die Bahnreform war ein sehr ambitioniertes Projekt. Wir brauchen auch heute wieder Mut, Weitsicht und Leidenschaft für die Schiene.? Er wies darauf hin, dass die positive Entwicklung des Schienenverkehrs in den vergangenen 20 Jahren kein Selbstläufer war. ?Die Reform war deshalb so erfolgreich, weil sie von einem breiten politischen Konsens getragen war und weil die Mitarbeiter der DB AG den Veränderungsprozess mit großem Engagement gestaltet haben.“

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt: „Schon beim Start der Bahnreform am 1. Januar 1994 war klar: Die Umstellung von der Staatsbahn zum modernen Bahnkonzern ist nicht in wenigen Jahren abgeschlossen. Das ist eine Daueraufgabe. Die Ziele von damals sind noch heute gültig: Mehr Verkehr auf die Schiene bringen, den Steuerzahler entlasten und wirtschaftlich starke Eisenbahnen schaffen, die nicht mehr am finanziellen Tropf des Staates hängen. Es geht in den nächsten Jahren darum, die Bahn weiter zu modernisieren ? im Interesse der Bahnreisenden.“

Prof. Dr. Dr. Utz-Hellmuth Felcht, Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens, betonte, dass der hohe Investitionsstau bei der Schieneninfrastruktur und eine zunehmende Überregulierung, die die unternehmerische Freiheit der Bahnen bedrohe, die Erfolge der Bahnreform gefährden könnten. Gleichzeitig mahnte er: „Die DB AG hat von den mehr als 100 Milliarden Euro Investitionen in die Schieneninfrastruktur seit der Bahnreform bis 2012 fast ein Drittel selbst gestemmt. Deshalb muss jeder ein Interesse an einer wirtschaftlich starken DB AG haben.“

Alexander Kirchner, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), machte deutlich, dass es kaum einen Eisenbahner gebe, der nicht die Auswirkungen der Bahnreform zu spüren bekommen habe. Dennoch gelte es den Blick nach vorn zu richten: ?Wenn wir die Klima- und die Energiewende schaffen wollen, geht das nur mit der Bahn?, sagt er. „Deshalb brauchen wir mehr Infrastruktur, mehr Fahrzeuge und mehr Eisenbahner“, so Kirchner.

Bei der Veranstaltung in Berlin bewerteten im Rahmen einer Diskussionsrunde auch Bundesverkehrsminister a.D. Matthias Wissmann, der ehemalige Bundesbahnpräsident Dr. Reiner Maria Gohlke, sein Nachfolger und erster Vorstandsvorsitzender der DB AG, Dr. Heinz Dürr, sowie dessen Nachfolger Dr. Johannes Ludewig und Dr. Hartmut Mehdorn die Entwicklung der Deutschen Bahn in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

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