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Menschen machen Logistik

Mit positiven Beispielen Vorangehen und sich eine gute Position im Kampf um Nachwuchskräfte sichern. Auf der Fachtagung „Menschen machen Logistik – im Dialog“ der Logistik-Initiative Hamburg wurde in den Themenblöcken Nachwuchsgewinnung, Mitarbeiterbindung und Personalentwicklung diskutiert und beispielhaft demonstriert, mit welchen Ansätzen sich insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen in der Logistik den Herausforderungen Generation Y, Betriebliches Gesundheitsmanagement und Generationenkonflikt erfolgreich stellen können.

Zufriedene, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter sind eine Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ? gerade auch vor dem Hintergrund des drohenden Fach- und Führungskräftemangels. Mit der Fachkräftestrategie hat sich die Stadt Hamburg der Problemstellung angenommen. Der entwickelte Masterplan ?Menschen machen Logistik? mit 45 Projekten sei hierfür ein gelungenes Beispiel, um Lösungen zu finden, betonte Herr Julian Frohnecke, Referatsleiter Fachkräftesicherung und besondere Arbeitsgruppen der Behörde für Arbeit, Soziales Familie und Integration. „Es bedarf der Zusammenarbeit zwischen der Politik und der Wirtschaft, um die Aufgaben zu meistern – hierfür ist die Logistik-Initiative Hamburg eine prädestinierte Plattform,“ betonte Frohnecke.

Trotz unterschiedlicher Studienergebnisse ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die „Generation Y“, wie jede neue Generation, andere Wertevorstellungen und Ansprüche an Arbeitsbedingungen und Unternehmen stellt. Betriebe müssen sich darauf einstellen, dass der „Nachwuchs“ von Beginn an mehr Verantwortung übernehmen will und etablierte Prozesse in besonderem Maße in Frage stellt. „Dem muss man offen begegnen, aber auch erklären, dass altbewährte Abläufe sich nicht von einem Tag auf den anderen ändern lassen“, stellte Marc Dechmann, Leiter PE/HR Obere Führungskräfte STILL GmbH klar: „Wir brauchen junge Menschen, die unser Unternehmen verstehen und uns helfen, es positiv zu verändern.“ Begeisterung für die Logistikberufe muss bereits in den Schulen beginnen. Das könnten jedoch nicht nur Lehrkräfte leisten, hier sei auch die Wirtschaft und damit jeder einzelne Betrieb gefragt, forderte Berend Loges aus dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung: „Mit dem neuen einheitlichen Berufsorientierungskonzept an Hamburger Schulen ist hierfür Raum geschaffen worden“.

Insbesondere in der Logistik-Branche spielt das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement eine wichtige Rolle. Erfolgsversprechend können jedoch nur die Konzepte sein, die ernsthaft und glaubwürdig und auf der obersten Führungsebene verankert seien, betonte Prof. Dr. Peter Berger, Geschäftsführer professore.de GmbH. Berger stellte auch klar, dass gesundheitliche Probleme nicht nur die Physis und den Arbeitsplatz betreffen, sondern im großen Maße auch psychischer Art sind und außerhalb des Arbeitsumfeldes entstehen. Das Konzept „Meyer’s FIT“, vorgestellt von Dr. Alexandra Krone, Personaldirektorin Meyer & Meyer Holding zeigte eindrucksvoll auf, wie auch mittelständische Unternehmen erfolgreich das Thema umsetzen und im Unternehmen leben können. Frau Dr. Krone führte aber auch aus, dass sich nicht alle Probleme mit einheitlichen Konzepten lösen lassen und viel Potenzial erst in der Individualbetrachtung liege. Dass betriebliches Gesundheitsmanagement ein Thema innerhalb der Personalbindung und -zufriedenheit sein kann, unterstrich auch Herr Frank Kötschau, Vertriebsleiter der Techniker Krankenkasse: „Der Beginn ist immer lohnenswert. Man sollte sich aber stets vor Augen halten, dass ernst gemeintes betriebliches Gesundheitsmanagement über Jahre aufgebaut und nicht innerhalb von wenigen Monaten realisiert werden kann.“

Im dritten Block mit Schwerpunkt Generationenkonflikte innerhalb der Personalentwicklung wurde schnell deutlich, dass diese Konfliktsituationen auch eine große Chance bieten können, um neue Perspektiven zu gewinnen, aus denen sich oft positive Veränderungen ergeben. Die Erfahrung langjähriger Mitarbeiter, gebündelt mit der pragmatischen und frischen Herangehensweise der Berufseinsteiger bietet Unternehmen Gelegenheit, sich in vielen Bereichen weiterzuentwickeln. Die richtige Mischung innerhalb der miteinander arbeitenden Teams macht es aus. Konflikte entstehen insbesondere dann, wenn die Nachwuchskräfte nicht wagen, ihre Ideen und Meinungen einzubringen. „Diesen Situationen gilt es, entgegenzuwirken“, beschrieb es Ute Zander, Beraterin bei Dunkel, Vögele & Associates GmbH. Ein bewährtes Mittel bei der Bursped Spedition sei – laut dessen Geschäftsführer Stefan Seils – die ständige Begegnung auf Augenhöhe.

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