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Club of Logistics ist überzeugt: Deutschland braucht den Lang-LKW

Der Feldversuch mit den sogenannten Lang-LKW im Langstrecken-Güterverkehr ist 2012 unter vielen Kontroversen und der Verweigerung einiger großer Bundesländer gestartet. Eine kürzlich gezogene Zwischenbilanz der beteiligten Unternehmen und Verbände betrachtet der Club of Logistics (Dortmund) jetzt als wichtige Bestätigung für die Position der Logistikindustrie, die sich für diese Innovation stark macht.

„Es funktioniert“, betont Clubgeschäftsführer Peter H. Voß. „Die Lang-LKW sind unfallfrei, sicher und vollkommen unauffällig im Straßenverkehr unterwegs.“ Die 40 an dem Feldversuch teilnehmenden Speditionen berichten von deutlichen Kraftstoffeinsparungen von bis zu 30 Prozent und einer Reduzierung der CO2-Emissionen von mehreren hundert Tonnen. Ökologisch habe der Lang-LKW sich damit bestens bewährt, so der Club of Logistics. Aber nicht nur das. „Mehr Volumen je Fahrzeugeinheit ist seit jeher ein Mittel, den Transport von Gütern effizienter zu gestalten“, erklärt Voß. Im Klartext heisst das: „Zwei Lang-LKW nehmen die Fracht auf, für die drei Normal-LKW benötigt werden.“ Das bedeute enorme Effizienzsteigerungen für die Spediteure, die unter hohem Kostendruck bei schwankender Auslastung ihrer Kapazitäten leiden.

Ein weiteres Argument: „Der Lang-LKW liefert einen Lösungsansatz zur Verkehrsentlastung, denn er fasst bis zu 50 Prozent mehr an Fracht, geht dabei aber sparsam mit allen Ressourcen um“, so Voß. „Bei gleicher Transportmenge sinkt die Straßenbelastung um zehn Prozent.“ Die Rechnung ist einfach: Wo heute im Lastzug bei 15,65 Metern die absolute Grenze erreicht ist, hängt der Lang-LKW noch einmal 7,82 Meter an. Volkswirtschaftlich betrachtet kommen so zehn Prozent Einsparpotenzial zusammen. Der Lang-LKW kann also helfen, mit weniger Fahrten mehr Fracht zu befördern.

Peter H. Voß erinnert daran, dass trotz zahlreicher Versuche, den Güterverkehr von der Straße auf andere Verkehrsträger umzuleiten, immer noch 70 Prozent der Güterverkehrsleistung in Deutschland von LKW erbracht wird. „Heutigen Transportanforderungen wird der LKW besser als alle anderen Transportsysteme gerecht“, so der Geschäftsführer des Clubs of Logistics. Mit ihm ist rund um die Uhr fast jedes Ziel erreichbar. Untersuchungen bescheinigen dem LKW eine Systemgeschwindigkeit von 50 km/h, während der Schienengüterverkehr, selbst bei optimistischen Annahmen, auf 10 km/h kommt.

Kritisch sieht der Club of Logistics, dass jetzt der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments die Grauzone beim grenzüberschreitenden Verkehr mit den Lang-LKW nicht aufgehoben hat. „Eine Mehrheit in diesem Gremium hat verhindert, dass die Auffassung der EU-Kommission, diese Fahrten seien ohne Gesetzesänderung und Zustimmung des Europäischen Parlaments möglich, sich durchsetzte. Damit herrscht weiter Unsicherheit“, kritisiert Voß.

Das Fazit des Clubgeschäftsführers: „Wer den Güterverkehr effizienter und zugleich umweltfreundlicher machen will, der muss Innovationen wie dem Lang-LKW eine faire Chance geben.“

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