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Interview mit Dr. habil. Martina Fohr, Managing Director, Head of Sales and Marketing / DHL Freight GmbH

Dr. habil. Martina Fohr
1. Was unterscheidet einen normalen Logistikdienstleister von einem sehr guten Logistikdienstleister?

Die Möglichkeiten und Bereitschaft individuell auf die Wünsche seiner Kunden einzugehen und die Fähigkeit 365 Tage im Jahr hohe Qualität bei maximaler Schnelligkeit zu liefern. Darüber hinaus bieten sehr gute Logistiker Mehrwertleistungen an, die nicht jeder im Portfolio hat. Zum Beispiel Zollabfertigungen oder CO2-Emissionsberichte, die den gesamten Wertschöpfungsprozess erfassen.

2. Man sagt Logistikdienstleistern oft nach, Innovationen nicht aktiv genug voranzutreiben, stimmt das?

Das lässt sich so nicht pauschalisieren. Vor allem kleinere Unternehmen und Mittelständler haben es auf Grund des hohen Wettbewerbs schwer, besonders innovativ zu sein, denn Innovationen bedeuten auch immer Investitionen.

Als Marktführer arbeitet DHL fortlaufend an der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Unsere Abteilung Customer Solutions & Innovation wurde eigens dafür geschaffen. Allein im vergangenen Jahr haben wir mehrere Innovationen vorgestellt, darunter zum Beispiel den Flexitank für den Transport flüssiger Chemikalien, die Paketzustellung durch Privatpersonen namens MyWays oder den Paketkopter.

3. Wenn Sie 20 Jahre in die Zukunft schauen: Wie sieht dann das Leistungsspektrum eines erfolgreichen Logistikdienstleisters aus?

Die großen Logistikkonzerne werden aufgrund ihrer Marktmacht weiter Full-Service-Provider sein und die gesamte Wertschöpfungskette von Unternehmen logistisch begleiten können, inklusive Mehrwertdiensten. Darüber hinaus wird es vermutlich einige kleinere, aber erfolgreiche Logistiker für Nischenbereiche geben, die zum Beispiel für Start-Ups arbeiten und diese auch logistisch beraten.

2012 haben wir die Studie Logistics 2050 vorgestellt, die in verschiedenen Szenarien die Logistikwelt im Jahr 2050 skizziert. Demnach wird ein wichtiger Teil des Leistungsspektrums sein, Transporte „grün“ anzubieten und den Kohlenstoffausstoß so stark wie möglich zu reduzieren. Die Nutzung von erneuerbaren Energien und die Kombination von Verkehrsträgern für multimodale Transporte werden dafür unersetzlich sein. Denkbar ist außerdem, dass Logistiker die Städtelogistik und städtische Versorgung in den globalen Megastädten übernehmen.

 

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