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Interview mit Frauke Heistermann, Mitglied der Geschäftsleitung, AXIT

Frauke Heistermann, Mitglied der Geschäftsleitung AXIT

Verstärkte Kooperation zwischen den Teilnehmern der Supply Chain soll Komplexität reduzieren – wie funktioniert das?

Logistik lässt sich nicht in Unternehmensgrenzen „einsperren“, sie ist eine unternehmens- und länderübergreifende Funktion und daher bestehen Lieferketten aus vielen Mitspielern. Wenn diese nicht optimal aufeinander abgestimmt agieren, wächst die Komplexität.

Kollaboration heißt dabei, dass aus Einzelkämpfern Teamplayer werden. Das eingespielte Team gewinnt den Wettbewerb um die beste Lieferkette. Das bedeutet konkret: über den eigenen Tellerrand hinausdenken, Informationen miteinander teilen, den Gesamtprozess im Blick haben – nicht nur Teilprozesse sehen, vernetzt zu arbeiten – statt isoliert zu handeln. Wenn dies gelingt, sinkt die Komplexität automatisch: durch reibungslose Zusammenarbeit, Transparenz, frühe Informationsverfügbarkeit, flexibleres Handeln …

Kostenreduzierung soll u.a. durch mehr Standardisierung in den Prozessen erreicht werden – bedeutet Standardisierung nicht gleichzeitig, Flexibilität einzubüßen?

Standardisierung und Flexibilität müssen sich ergänzen, statt sich auszuschließen.

Ein Erfolgsbeispiel hierzu ist die Autoproduktion. Der Kunde konfiguriert sein Auto so individuell, dass es genau seinen Wünschen entspricht. Die von ihm bestellten „Extras“ durchlaufen aber in der Produktion einen Standardprozess und keine Sonderschleifen.

Übersetzt man dies z.B. für die IT in der Logistik, so lautet die Lösung: „Standardisierung durch Modularisierung“: man muss die Komponenten eines Workflows in kleine Einzelteile zerlegen, die flexibel miteinander kombiniert werden können. Die einzelnen Komponenten sind Standards, die nicht immer wieder neu erfunden werden müssen. Sie stehen für Stabilität. Ihre Kombination miteinander ist allerdings flexibel und wird dem Ruf der Logistik nach mehr Agilität gerecht.

Was sind wichtigste Anforderungen an ein IT System, um Kollaboration zu ermöglichen?

Man muss den Weg zu mehr Kollaboration systematisch gehen, das heißt auch, zunächst erst einmal die richtigen Voraussetzungen zu schaffen. Aus AXIT Sicht, sind das folgende Schritte:

  • Integration – alle Teilnehmer müssen zunächst in einen Prozess integriert werden, keiner darf dabei außen vor bleiben. Daher muss die Einbindung von Personen und Systemen sehr einfach sein.
  • Standardisierung – die Teilnehmer müssen sich über einen gemeinsamen Workflow einigen, in dem sie arbeiten wollen und dieser wird dann mithilfe von IT abgebildet.
  • Flexibilität – der Workflow darf nicht in Beton gegossen sein, sondern muss flexibel auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren können.
  • Kollaboration – wenn die Punkte 1-3 realisiert sind, können die Teilnehmer – unabhängig von Ort, Zeit und ihrer Rolle in der Lieferkette reibungslos, effizient und erfolgreich zusammenarbeiten.

(Quelle: AXIT AG)

1 Kommentar zu Interview mit Frauke Heistermann, Mitglied der Geschäftsleitung, AXIT

  1. Runner // 28. April 2014 um 13:59 // Antworten

    Stimmt! Kollaboration ist wichtig. Sie setzt auch eine erweiterte Denkweise voraus: über Unternehmensgrenzen hinweg, statt nur auf den eigenen Arbeitsplatz bezogen

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