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Taifun Rammasun – was humanitäre Logistik jetzt leisten muss

KLU Professorin Maria Besiou

Auf den Philippinen sind etwa 400.000 Menschen direkt von dem Taifun „Rammasun“ betroffen. Tote, Verletzte, Überflutungen, zerstörte Häuser, zusammengebrochene Stromversorgung, das sind die verheerenden Folgen solcher Naturkatastrophen – auch in diesem Fall. Was ist zu tun, damit Hilfe trotz einer oftmals völlig zerstörten Infrastruktur ankommt? Maria Besiou, Professorin für Humanitäre Logistik an der Kühne Logistics University in Hamburg kennt solche Situationen. „Wichtigstes Ziel in den ersten Tagen nach einer solchen Katastrophe ist es, die Zahl der Opfer zu minimieren”, sagt sie.

Die vordringlichste Aufgabe von Regierung und internationalen Hilfsorganisationen besteht darin festzustellen, was jetzt am dringendsten benötigt wird. „Das erfordert immer genaues Wissen über die örtlichen Gegebenheiten, so zum Beispiel Essgewohnheiten“, erläutert Maria Besiou. „Deshalb ist es wichtig, humanitäre Hilfskräfte aus der betroffenen Region zu haben, die am ehesten einschätzen können, was am nötigsten gebraucht wird.“

Natürlich erschwert der Zusammenbruch des Strom- und Kommunikationsnetzes in den am meisten betroffenen Gebieten den Informationsaustausch erheblich. Wenn die Kommunikation wieder funktioniert, werden die örtlichen Einsatzstäbe mit Unterstützung ihrer Hauptquartiere entscheiden, wie viele Hilfskräfte eingesetzt werden müssen und welche Hilfsgüter am dringendsten benötigt werden.

„Von größter Wichtigkeit ist, dass Trinkwasser, Medikamente, Nahrungsmittel und Unterkünfte bereitgestellt werden. Straßen müssen von umgestürzten Bäumen und Trümmern beräumt werden. Die Reaktionszeit hängt dabei immer von den Wetterbedingungen und der persönlichen Betroffenheit der Rettungskräfte ab“, erklärt Maria Besiou.
Eine Studentin der Kühne Logistics University ist gegenwärtig in Manila als Praktikantin der Hilfsorganisation Save the Children. Sie wird ab heute das örtliche Save the Children-Team unterstützen, wie sie uns gestern mitteilte.

Auf den Philippinen ist die Erinnerung an den Taifun „Haiyan“ noch lebendig, der 2013 schwere Verwüstungen anrichtete und mehr als 6.000 Menschen das Leben kostete. Vier Millionen Menschen wurden damals obdachlos. “Die Philippinen werden jährlich von etwa 20 Taifunen heimgesucht, so dass die Regierung über viel Erfahrung mit solchen Situationen verfügt. Viele Hilfsorganisationen verfügen über ständige Vertretungen dort. Das erleichtert Hilfsmaßnahmen erheblich“, sagt Maria Besiou.

(Quelle: KLU)

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