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Interview mit Peter Knapp, Geschäftsführer Interxion Deutschland

1) Wie gut ist die digitale Infrastruktur in Deutschland im internationalen Vergleich ?

Die Verfügbarkeit schneller, leistungsfähiger Internetverbindungen ist neben dem Verkehrsnetz, der Energie- und Wasserversorgung ein essentieller Bestandteil der Infrastruktur. Die traditionellen Infrastrukturkomponenten sind in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern zuverlässig gegeben, aber das unzureichend ausgebaute Breitbandnetz wird seitens Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit auf das Web konzentrieren, sehr häufig kritisiert. Wir laufen daher Gefahr, dass die Qualität der deutschen Infrastruktur im internationalen Vergleich von Unternehmen immer schlechter eingestuft wird.

2) Welche Wettbewerbsnachteile hat der Standort Deutschland bei nicht ausreichender IT Infrastruktur?

Ob Logistik, Finanzbranche, Verwaltung, Industrie oder Wissenschaft: Es gibt keinen Wirtschaftszweig mehr, dessen Leistung nicht von der ITK abhängt. Die leistungsfähige, hochverfügbare digitale Infrastruktur, die unsere Rechenzentren zur Verfügung stellen, bilden die Basis für Technologietrends wie Industrie 4.0 und Big Data, die in der Logistikbranche heute schon eine wichtige Rolle spielen. Doch durch die steigenden Strompreise, die rund 30 bis 40 Prozent unserer Gesamtkosten ausmachen, entsteht uns in Deutschland ein Wettbewerbsnachteil, der langfristig den stärksten Innovationsmotor unserer Volkswirtschaft schwächt, nämlich die ITK.

3) Was sind Ihre Hauptforderungen?

Damit eine leistungsfähige digitale Infrastruktur sichergestellt ist, muss verhindert werden, dass Rechenzentren wegen zu hoher Strompreise ins Ausland abwandern. Während die Strompreise für eine Kilowattstunde in Großbritannien und den Niederlanden bei 9 Cent liegen, kostet in Frankreich eine Kilowattstunde weniger als 7 Cent. In Deutschland liegen die Strompreise bei zirka 14 Cent je Kilowattstunde und damit an der Spitze der europäischen Preisskala. Damit wir im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben, fordern wir die Politik dazu auf, Rechenzentren nicht mit der EEG-Umlage zu belasten. Peter Knapp, Geschäftsführer Interxion Deutschland

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