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Überproportionales Wachstum: Schweizer Logistikmarkt weiter auf dem Vormarsch

Entwicklung des Logistikgesamtmarktes der Schweiz im Vergleich zum BIP, inkl. vorläufiger Berechnung für das Basisjahr 2013 und Prognosen für 2014 und 2015

Schweizerinnen und Schweizer konsumieren weiterhin kräftig und lassen das Logistikmarktvolumen im Vergleich zum Vorjahr überproportional zum BIP wachsen. Entsprechend der allgemeinen Konjunkturprognose für die Schweiz ist auch für das Jahr 2015 mit einem stabilen Wachstum zu rechnen. Die Bedeutung der Logistik für die Schweizer Wirtschaft nimmt laufend zu.

Erste Schätzungen (Stand Juli 2014) für die Logistikmarktstudie Schweiz 2015 zeigen ein Wachstum des Schweizer Logistikmarktes 2014 von 2.5 Prozent auf 39.3 Mrd. CHF. Berücksichtigt man eine gewisse Unschärfe der prognostizierten Wachstumsrate, wird sich das Logistikmarktvolumen im Jahr 2014 zwischen 39.1 und 39.6 Mrd. CHF bewegen. Dies entspricht einem Wachstum von rund 1.9 Prozent bis 3.1 Prozent.

Starke Binnennachfrage kurbelt Logistik an
Das prognostizierte Logistikmarktvolumen kann auf unterschiedliche Entwicklungen zurückgeführt werden. In den vergangenen Jahren sind der Bestand an Camions und die auf der Strasse transportierten Gütermengen stets leicht gewachsen. Nach einem Rückgang 2012 sind auch die Tonnagen wieder gestiegen, die auf der Schiene befördert werden. Zudem lässt sich insgesamt eine Zunahme der Transportleistung, d.h. der Tonnenkilometer, beobachten. Dies ist unter anderem auf die weiterhin wachsende Bedeutung des Onlinehandels und die Tendenz hin zu kleineren Sendungsgrössen, dafür aber häufigeren Transporten, zurückzuführen. Der anhaltend starke private Konsum in der Schweiz wirkt sich ebenfalls positiv auf die Logistiknachfrage aus. Der in den vergangenen Jahren ungebrochene Trend zum Outsourcing von Logistikleistungen stützt diese Nachfrage. Auch Industrie und Handel nehmen dank der positiven Marktentwicklung mehr Logistikleistungen in Anspruch. Dazu gehören neben Transport- auch Umschlags- und Lagerleistungen sowie Value-added Services (z.B. Kommissionierung und Konfektionierung). Schliesslich wirken sich auch die 1,2 Prozent mehr Arbeitnehmer in der Schweiz positiv auf den Logistiksektor aus. Zusammen mit einem durchschnittlichen Lohnanstieg im Verkehrssektor um 0.6 Prozent resultiert eine erhöhte Bruttowertschöpfung im Logistikgesamtmarkt.

Aussenhandel als Wachstumsmotor für die Logistik
Auch die seit Jahren hohe Bedeutung des Aussenhandels wirkt sich auf den Schweizer Logistikmarkt aus. Insbesondere die mengenmässig starken Importe (im Jahr 2013 rund 53 Mio. t) müssen in der Schweiz feinverteilt werden. Beim Export spielt insbesondere die Luftfracht eine bedeutende Rolle für den Schweizer Logistikmarkt. Im Gegensatz zu den Importen werden zwar nur rund 17 Mio. t aus der Schweiz exportiert; es handelt sich dabei jedoch primär um hochwertige Güter. Bei diesen wird zu einem grossen Teil die Luftfracht eingesetzt (rund 39 Prozent des wertmässigen Exportvolumens).

Trotz einer schwachen europäischen Gesamtwirtschaft bleibt die wirtschaftliche Lage der wichtigsten Handelspartner der Schweiz stabil. Laut dem Statistischen Bundesamt (DESTATIS) stieg das Bruttoinlandprodukt der Bundesrepublik Deutschland in 2013 um 0.4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Prognosen zufolge kann in 2015 ebenfalls mit einem Wachstum des deutschen BIP gerechnet werden.

Insbesondere die Nachfrage nach hochwertigen Gütern wie pharmazeutische Produkte und Luxusartikel (bsp. Bijouterie und Juwelierwaren) aus der Schweiz verharrt auf sehr hohem Niveau. Allein die Exporte an chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen stiegen im 1. Halbjahr 2014 um fast 10 Prozent (+1.8 Mrd. CHF). Im selben Zeitraum erreichten die Importe an Arzneiwaren erstmals die Marke von 16 Milliarden CHF. Vor allem die Einfuhren aus Asien befinden sich seit rund zwei Jahren im Aufwind. Schweizer Logistikdienstleister profitieren aber nicht nur von der wachsenden Nachfrage nach grenzüberquerenden Transporten, sondern auch von der Abwicklung von Verzollungsdienstleistungen.

Blick ins Jahr 2015 verspricht weiteren Anstieg des Logistikmarktvolumens
Aufgrund der momentan prognostizierten Zunahme des Schweizer BIP für das Jahr 2015 um 2.6 Prozent, ist auch mit einem weiteren Anstieg des etwas volatileren Logistikmarktvolumens zu rechnen. Unter Berücksichtigung einer gewissen Prognoseunschärfe wird sich das Logistikmarktvolumen voraussichtlich zwischen 40.0 und 41.2 Mrd. CHF einpendeln. Dies entspricht einem Wachstum zwischen 2.4 Prozent und 4.0 Prozent. Gemäss der von der Weltbank jüngst veröffentlichten globalen Konjunkturprognose wird die Weltkonjunktur trotz der Ukraine-Krise weiter an Fahrt gewinnen. So wird für das Jahr 2015 mit einem Wachstum der Weltwirtschaft um 3.4 Prozent gerechnet. Berücksichtigt man diese Entwicklung, ist eher ein Wachstum des Schweizer Logistikmarktes im oberen Bereich der angegebenen Schwankungsbreite, d.h. um rund 4.0 Prozent, zu erwarten. Das zum 1. Juli 2014 in Kraft getretene Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China lässt ebenfalls positive Auswirkungen auf den Schweizer Aussenhandel und auf den Schweizer Logistikmarkt erwarten. Es verbessert den gegenseitigen Marktzugang für Waren und Dienstleistungen und soll generell den bilateralen wirtschaftlichen Austausch fördern.

Getrübt werden könnten die positiven Aussichten für den Schweizer Logistikmarkt durch die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative. Eine Einschränkung der Zuwanderung könnte sich etwa negativ auf die Fachkräftesituation und die Binnennachfrage in der Schweiz auswirken, was auch zu Einbussen im Logistiksektor führen würde. Beschränkungen im Handel mit der EU sind zwar aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich, würden aber die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen massiv verringern.

Die Angaben beruhen auf den aktuell verfügbaren Daten, die für die Berechnung des Gesamtmarktvolumens notwendig sind. Weitere Analysen zu diesem und weiteren Themen rund um Logistik und Supply Chain Management können der 8. Ausgabe der Logistikmarktstudie Schweiz entnommen werden, die im Januar 2015 erscheint.

(Quelle: GS1)

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