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Briefmarken beleuchten Geschichte von Gebrüder Weiss

Gebrüder Weiss

Seit Samstag erinnern die Postanstalten Österreichs, Deutschlands, Liechtensteins und der Schweiz an einen historisch wichtigen Kurierdienst und damit an die Frühgeschichte des heute weltweit tätigen Logistikkonzerns Gebrüder Weiss.

Zwischen 1474 bis 1826 brachte der Mailänder Bote wöchentlich Waren, Briefe und Reisende von Lindau über Fussach und den Alpenkamm nach Mailand. Es war die kürzeste Verbindung zwischen der starken Wirtschaft im nördlichen Bodenseeraum bis Augsburg mit der Metropole der Lombardei. Die Betreiber des Botendiensts waren die Vorfahren der noch immer im Transport und der Logistik tätigen Familie Weiss. „Der Mailänder Bote war nicht nur durch 350 Jahre die Basis unserer Firmengeschichte sondern auch einzigartig in der gesamten Transportgeschichte Zentraleuropas. Als einziger unabhängiger Botendienst im deutschen Reich unterlag er nicht der staatlichen Zensur und hatte dadurch einen besonderen Stellenwert“, sagt Heidi Senger-Weiss, Aufsichtsratsvorsitzende bei Gebrüder Weiss. Über die Jahrhunderte hinweg konnte der Bote seine Unabhängigkeit auch gegen die übermächtige Reichspost der Thurn & Taxis verteidigen. „Wir freuen uns sehr, dass die vier Postanstalten, auch die deutsche Post als Nachfolgerin jener Reichspost, dieser wichtigen Einrichtung gedenken.“

Vom alpenländischen Kurierdienst zum internationalen Logistikkonzern
Durch den „ewigen Frieden“ zwischen der Schweiz und Habsburg war für die Vorfahren der Familie Weiss ab 1474 der regelmäßige Einsatz im Botendienst möglich. Die 330 Kilometer lange Strecke durch Österreich, Liechtenstein und die Schweiz legte er in fünfeinhalb Tagen zurück. Schon damals war es ein „kombinierter Verkehr“: über den Bodensee und den Comer See ging es per Schiff, über die Ebenen im Rheintal und in der Lombardei mit Pferd und Wagen und durch die Schluchten nördlich und südlich des 2113 Meter hohen Splügenpasses als Säumerzug mit Maultieren. Neben Briefen und wertvollen Waren geleitete der Bote auch bekannte Persönlichkeiten durch die Alpen mit ihrer gefährlichen Viamala-Schlucht. Der berühmteste Reisegast war 1788 Johann Wolfgang von Goethe. Mit dieser über 500-jährigen Geschichte ist Gebrüder Weiss wohl das älteste Transportunternehmen der Welt. Heute bietet das Familienunternehmen – nach wie vor mit Firmensitz in Vorarlberg – seine Transport- und Logistikdienstleistungen an 150 firmeneigenen Standorten in 27 Ländern.

Sonderbriefmarken zu Ehren des Mailänder Boten
Dieser alpenquerende Transportdienst wurde je nach Blickwinkel auch als Lindauer oder Fussacher Bote bezeichnet. Vier Länder, vier Motive – die aktuell erscheinenden Sonderbriefmarken sind in verschiedenen Motiven erhältlich. In Österreich gibt es die Marke zu Ehren des „Fussacher Boten“ seit Samstag. Sie zeigt eine historische Landkarte mit der Transportroute Lindau-Mailand. Auch in Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz gibt es Sonderbriefmarken des „Lindauer Boten“ mit je einem eigenen Motiv. Zur Präsentation der Briefmarken werden Sonderpostämter in Fussach, Lindau, Balzers und Chur eingerichtet. Verschiedene Philatelistenverbände organisieren zudem Ausstellungen und Ausflüge entlang der historischen Transportroute.

Quelle: Gebrüder Weiss

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