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Lokführerstreik im Güterverkehr: Speditionsbranche arbeitet mit Hochdruck an Lösungen

Mit ihrem Streik im Güterverkehr trifft die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) nicht nur ihren Tarifgegner, das Unternehmen Deutsche Bahn AG, sondern schädigt den Verkehrsträger Schiene insgesamt nachhaltig. Die Arbeitskampfmaßnahmen der GDL sind ein massiver Eingriff in die Rechtsgüter unbeteiligter Dritter mit negativen Auswirkungen nicht nur auf nationale, sondern auch auf internationale Lieferketten und Produktionsprozesse, so der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) in einer ersten Stellungnahme.

Seit Jahren entwickelt die Logistikbranche mit ihren Kunden Transportlösungen unter Einbindung des Verkehrsträgers Schiene. Das zwischen Verlader, Speditionen und Bahnen aufgebaute Vertrauen droht nun teilweise oder ganz verloren zu gehen.

Der GDL-Streik ist eine gewaltige Herausforderung, der die deutschen Speditionen flexibel und mit hoher logistischer Kompetenz aber größtenteils gewachsen sein werden“, hebt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster hervor. „Zeitkritische Verkehre müssen über den Lkw transportiert und Massenguttransporte, soweit möglich, auf die Binnenschifffahrt verlagert werden. Kapazitäten sind nur eingeschränkt vorhanden. Auch private Eisenbahnverkehrsunternehmen werden behindert und können nur eingeschränkt arbeiten. Wo Züge noch rollen, zeigen sich die positiven Effekte des Wettbewerbs auf der Schiene.“

Damit die Güterversorgung von Industrie und Handel so weit wie möglich aufrecht erhalten werden kann, arbeitet die Speditions- und Logistikbranche mit Hochdruck an Ersatzlösungen für die betroffenen Verkehre. Dies bedeutet einen enormen organisatorischen Aufwand und zusätzliche Kosten. Verzögerungen in der Supply Chain können nicht in jedem Fall ausgeschlossen werden.

Die Auswirkungen des Streiks zeigen, wie unverhältnismäßig und einseitig der Arbeitskampf der GDL ist und wie dringend eine gesetzliche Regelung zur Tarifeinheit benötigt wird,“ so Husters Fazit.

(Quelle: DSLV)

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