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Interview mit Prof. Dr. Kille, Hochschule Würzburg

Interview mit Prof. Dr. Christian Kille, Hochschule Würzburg

1. Sie haben an einer Studie mitgewirkt, die Journalisten dazu befragt hat, wie sie die Logistikbranche sehen. Haben Sie die Ergebnisse überrascht?

Ehrlich gesagt bis auf wenige Details eher nein. Mit der Untersuchung sollte ins Bewusstsein gerufen werden, dass die Medien das Image der Logistik maßgeblich prägen. Diesen Kanal richtig zu nutzen, ist meiner Ansicht nach das Erfolgskonzept für eine Imageverbesserung.

2. Logistik ist sehr vielfältig und oft für Laien schwer verständlich. Wie würden Sie Ihren Eltern in drei Sätzen Logistik erklären?

Logistik ist wie ein gelungener Restaurantbesuch: Nur die frischesten Zutaten von den besten Lieferanten werden für die Zubereitung verarbeitet. Das Gericht wird in der richtigen Reihenfolge zusammengestellt, trotzdem der Fisch, das Fleisch, die Beilagen etc. unterschiedliche Garzeiten haben. Zum Höhepunkt werden die unterschiedlichen Bestellungen gleichzeitig am Tisch serviert – und zum richtigen Zeitpunkt auch abgedeckt. Dass diese Prozesse von der Beschaffung über die Produktion und der Distribution bis zur Entsorgung perfekt funktionieren, braucht es Logistik und das Verständnis über die Erfolgsfaktoren.

3. Wie lauten Ihre Empfehlungen für eine bessere Außendarstellung unserer Branche?

Wichtig ist es, die Logistik mit geeigneten Geschichten emotional positiv aufzuladen. Spannende Lösungen, interessante Menschen, neue Entwicklungen gibt es genug – sie sollten nur richtig verpackt werden. Trotzdem funktioniert der Imagewechsel nicht von heute auf morgen. Dafür braucht es langen Atem, oder anders ausgedrückt: eine Strategie.

Aber was die Öffentlichkeit meiner Ansicht nach überhaupt nicht hören möchte: Jammern und Lamentieren. Das sollte schnell abgestellt werden. Die Logistik ist kein Kostenfaktor. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit. Und so sollten die Protagonisten auch auftreten.

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