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DSLV: Bahn muss Qualität steigern und Engpässe abbauen

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Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) will sich noch stärker zum Schienengüterverkehr positionieren. Die konstituierende Sitzung des neuen DSLV-Arbeitskreises Schienengüterverkehr / Kombinierter Verkehr („AK Schiene“), in der die Arbeitskreismitglieder Potenzial und Zukunft des Schienengüterverkehrs aus Sicht der Spedition bewerteten, fand am 9. Dezember 2014 in Köln statt.

Die Tagesordnung des Arbeitskreises wurde sowohl von nationalen wie auch von europäischen Themen bestimmt. Dauerbrenner ist der diskriminierungsfreie Zugang auf das deutsche Schienennetz, der zwar de jure besteht, aber nach wie vor wirtschaftliche Hemmnisse aufweist. Solange Betrieb und Netz in den Händen nationaler Staatsbahnen sind, verhallen Forderungen des Marktes nach einem Ausbau der Schieneninfrastruktur ungehört und Innovationsleistungen von Logistikdienstleistern und privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) verpuffen zu oft.

Kernkompetenz des Spediteurs ist die hohe Auslastung von Beförderungsmitteln. Die Umsetzung scheitert aber nicht selten an technischen Grenzen sowie dem vorrangigen Interesse des Netzbetreibers an einer möglichst hohen Zugfrequenz und weniger an voll ausgelasteten Zügen, so die Arbeitskreismitglieder. Flächendeckende Möglichkeiten für Zuglängen von mindestens 750 Metern würden bereits positive Effekte erzielen, zeigt sich der DSLV überzeugt.

Der AK Schiene begrüßt die in der vergangenen Woche verabschiedete Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV II), da es der Deutschen Bahn langfristige Investitionen in die qualitative Verbesserung der Infrastruktur ermöglicht. Gleichzeitig wird eine bessere Abstimmung zwischen der Deutschen Bahn und ihren Kunden, den Spediteuren, angemahnt, um gezielt Engpässe bei der Abfertigung zu beseitigen und die Servicequalität zu verbessern.

Neben den zwischenzeitlich auf Eis gelegten Plänen der Bundesnetzagentur, auch Speditionen mit eigenen Gleisanschlüssen zu regulieren, standen das Vierte Eisenbahnpaket, die europäischen Förderprogramme (CEF und Shift2Rail) und die Lage des Einzelwagenverkehrs in Europa auf der Tagesordnung der konstituierenden Sitzung. Die Bahnen sind zu sehr auf den Betrieb von Ganzzügen fixiert und haben den Rückgang des operativ aufwändigeren Einzelwagenverkehrs mitverursacht, bedauert der AK Schiene. Auch dadurch ist die Bahn für Speditionen weniger attraktiv geworden. Umso wichtiger ist daher die Bildung von europaweiten Netzwerken, die von Spediteuren zunehmend organisiert werden, um an leistungsfähigen, zentralen Kreuzungspunkten die Auflösung und Neuordnung von Ganzzügen in Einzelwagen zu ermöglichen.

Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des DSLV erklärt: „Zahlreiche Mitglieder des DSLV operieren verkehrsträgerneutral. Der Spediteur kann und will die Bahn nutzen. Die Bahnspedition ist ein anspruchsvolles Betätigungsfeld, das nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich lohnend sein kann, wenn die Bedingungen stimmen. Innovationen im Schienengüterverkehr haben ihren Ursprung vielfach beim Logistikdienstleister. Aber Servicequalität, fehlende Infrastruktur und die Auswirkungen eines nicht ausgeprägten Wettbewerbs, machen es dem interessierten Spediteur schwer, seine Ideen umzusetzen. Die Bahn muss ihre Kunden und deren Gütermengen auch tatsächlich wollen“.

(Quelle: DSLV)

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