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Hafen Antwerpen: Mega-Investition für neues Terminal

Der Hafen Antwerpen macht sich fit für die Zukunft: In den kommenden sechs Jahren entsteht für 660 Millionen Euro ein neues Containerterminal, das bereits in der Anfangsphase für 5,1 Millionen TEU ausgelegt ist. Zudem plant die saudiarabische Firma ERS den Bau einer Plastikrecyclinganlage und könnte damit den petrochemischen Cluster an Europas zweitgrößtem Hafen stärken. Das kündigte der Hafen Antwerpen auf der Fachmesse transport logistic in München an.

Mit einem Wachstum von 5,9 Prozent ist der Hafen Antwerpen erfolgreich ins Jahr 2015 gestartet. Beim Containerumschlag (in TEU) verzeichnete Antwerpen in den ersten drei Monaten dieses Jahres sogar ein Wachstum von 9,5 Prozent. Dazu beigetragen hat die 2M-Allianz von MSC und Maersk, die sich letztes Jahr für den Hafen Antwerpen entschied. In den kommenden Monaten werden nun die Vorbereitungen für den Umzug der Aktivitäten der Reederei MSC vom Delwaide Dock am rechten Ufer zum Deurganck Dock am linken Scheldeufer abgeschlossen. Dieser Kai mit einer jährlichen Kapazität von elf Millionen TEU erlaubt es der MSC, ihre Aktivitäten weiter auszubauen. Laut aktueller Prognosen bis 2020/2021 benötigt der Hafen Antwerpen dennoch zusätzliche Möglichkeiten zum Containerumschlag. Deshalb bereitet die Antwerp Port Authority den Bau einer neuen, großen Gezeitendockanlage mit weiteren Terminalkapazitäten am linken Ufer der Schelde vor.

Das Saeftinghe Entwicklungsgebiet
Der Hafen Antwerpen besitzt ein Entwicklungsgebiet von mehr als 1.000 Hektar am linken Scheldeufer, das künftig schrittweise in Betrieb genommen wird. Bereits in der ersten Phase plant die Port Authority bis 2021 den Bau einer 1.400 Meter langen Kai-Anlage mit einer Umschlagskapazität von mindestens 5,1 Millionen TEU. Die Kosten dafür werden auf rund 660 Millionen Euro geschätzt. Grundsätzlich richtet Antwerpen als zweitgrößter Hafen Europas seine Entwicklung am Langzeitwachstum der Reedereien aus. „Im internationalen Wettbewerb ist der Erhalt der Top-Position eine ständige Herausforderung“, sagt Luc Arnouts, Chief Commercial Officer der Antwerp Port Authority. Daher kann das neue Saeftinghe Dock auf bis zu vier Kilometer ausgebaut werden. Dieser Ausbau wird sich nach den Markterfordernissen richten.

„Die Port Authority strebt eine kontrollierte Expansion der Kapazitäten an“, erklärt Arnouts. „Das bedeutet in der Praxis, dass wir den Markt sehr genau im Auge behalten müssen und nicht einfach mehr Kapazität auf den Markt bringen, wenn es dafür keine Nachfrage gibt. Wir waren bereits 2008 darauf vorbereitet gewesen, das Saeftinghe Entwicklungsgebiet dem Markt anzubieten, aber im Hinblick auf das Timing – kurz vor der Weltwirtschaftskrise – hatten wir das Projekt auf Eis gelegt.“

Zusätzlich zum Bau der ersten Phase des Saeftinghe Docks umfasst das Vorhaben auch die Entwicklung nicht-maritimer Zonen und von Trockendock-Terminalbereichen.

Das Delwaide Dock
Anfang 2016 wird das Delwaide Dock durch den Umzug der Reederei MSC an das andere Ufer der Schelde frei. Bereits Ende vergangenen Jahres hat daher die Port Authority eine Ausschreibung gestartet, um herauszufinden, welches Interesse an einer Übernahme des Delwaide Docks besteht. Es sind zahlreiche Vorschläge eingegangen, die von der Port Authority bewertet wurden. Der Vorstand der Antwerp Port Authority hat am 4. Mai 2015 bekanntgegeben, dass exklusive Verhandlungen mit der saudi-arabischen Firma Energy Recovery Systems (ERS) über die südlichen und nördlichen Seiten des 150 Hektar großen Grundstücks begonnen haben. ERS schlägt vor, das Areal für eine neue Produktionseinheit für „grünes“ Ammoniak und Urea zu nutzen und will dafür insgesamt 3,7 Milliarden Euro investieren. Die Produktionsstätte soll 900 Arbeitsplätze schaffen. Die Port Authority befindet sich derzeit in weiteren Verhandlungen mit dem Unternehmen. Neuigkeiten hierzu werden in den kommenden Monaten erwartet.

Die Churchill Industrial Zone
Die Churchill Industrial Zone befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Delwaide Dock. Bis vor ein paar Jahren wurde das 88 Hektar große Areal von General Motors zur Autoproduktion genutzt. Als sich GM dazu entschied, seine Aktivitäten in Antwerpen einzustellen, meldete die Port Authority ihr Interesse am Kauf des wertvollen Grundstücks an. Mitte 2014 ging das Areal in den Besitz der Port Authority über. Wegen der einzigartigen Lage des Gebiets im Zentrum des Hafens und wegen der multimodalen Verkehrsanbindung startete die Port Authority im Oktober 2014 die weltweite Suche nach einem industriellen Investor. Da bislang noch keine passenden Ergebnisse gefunden wurden, hat sich die Port Authority vor kurzem dazu entschlossen, die Ausschreibung für eine ganzheitliche industrielle Nutzung der Fläche um weitere zwei Jahre zu verlängern.

Quelle: Hafen Antwerpen

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