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SBB-Netzzustandsbericht: Der Nachholbedarf ist weiter angestiegen

SBB: Güterzug

Der Zustand der SBB-Infrastrukturanlagen hat sich im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert und ist insgesamt gut. Jedoch konnte der Nachholbedarf im Bahnnetz der SBB trotz erheblichem Mitteleinsatz nicht stabilisiert werden: Auch 2014 nahm er zu, um CHF 204 Mio. auf CHF 2,521 Mrd. Insbesondere der Zustand der Fahrbahn ist nur genügend: Trotz mehr präventivem Unterhalt sind die Unterhalts- und Erneuerungsmengen nach wie vor zu tief, zudem steigt die Netzauslastung weiter.

Mit dem Netzzustandsbericht beurteilt die SBB jährlich den Zustand ihrer zwölf Anlagengattungen und der rund 50 Anlagenarten wie Brücken, Fahrleitungen oder Kundeninformationssystemen. Bewertet wird der Zustand anhand von Substanz, Sicherheit und Verfügbarkeit.

Der Gesamtzustand der Infrastrukturanlagen per Ende 2014 ist insgesamt gut und hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert; dies ist auf marginal verbesserte Sicherheits- und Verfügbarkeitswerte zurückzuführen. Jedoch konnte das Bahnnetz trotz großer Anstrengungen nicht stabilisiert werden: Der Nachholbedarf stieg gegenüber 2013 um 8,8 Prozent oder CHF 204 Mio. auf insgesamt CHF 2,521 Mia. (Vorjahr: CHF 2,317 Mia.) an. Insgesamt entspricht dies rund 2,6 Prozent (Vorjahr: rund 2,5 Prozent) des Wiederbeschaffungswerts aller Anlagen im Wert von total CHF 95,6 Mia.

Fahrbahn nach wie vor ungenügend, Handlungsbedarf steigt

Der Zustand der Fahrbahn liegt deutlich unter dem Mittel aller Gattungen und wird nur mit „genügend“ bewertet. Dies ist zurückzuführen auf die zunehmende Netzauslastung und den zunehmenden Einsatz von leistungsfähigeren Zügen. Zudem sind die Unterhalts- und Erneuerungsmengen nach wie vor zu gering, obwohl die SBB 2014 mehr für die Infrastruktur aufgewendet hat, als aus der Leistungsvereinbarung 2013-2016 mit dem Bund zur Verfügung stand.

Das Anlagenvolumen der SBB wird bis 2020 mit der Inbetriebnahme wichtiger Bauwerke, wie des Gotthard-Basistunnels, des Ceneri-Basistunnels und der CEVA (neue Strecke Cornavin-Eaux-Vives-Annemasse) weiter zunehmen. Durch diese Inbetriebnahmen wird die Substanz einzelner Anlagenarten verbessert Bei älteren Anlagen nimmt der Handlungsbedarf jedoch zu. Bis 2020 wird gegenüber 2013 auch mit einem Wachstum des Verkehrsaufkommens um neun Prozent gerechnet, dies vor allem wegen des Wachstums im Regionalverkehr. Zusätzlich müssen gesetzliche Vorgaben eingehalten werden, wie beispielsweise das schweizer Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG), die Anforderungen an die Sicherheitsabstände auf Bahnsteigen oder der Gewässerschutz. Ziel der weiteren Entwicklung muss es sein, in allen Anlagengattungen einen guten Zustand zu erreichen.

Den Netzzustandsbericht 2014 befindet sich unter www.sbb.ch/nzb

Quelle + Bildquelle: SBB

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