Newsticker

Siemens: 50 Jahre Briefsortierung für die Deutsche Post

SPPAL: Briefverteilanlage Pforzheim 1965

Seit 50 Jahren unterstützt Siemens die Deutsche Post mit modernster Technik bei der effizienten Sortierung von Sendungen. Siemens-Technologie hat sich über mehrere Generationen von Sortiermaschinen erfolgreich behauptet und sorgt dafür, dass die Post richtig und auch wirtschaftlich sortiert wird.

Ein Rückblick auf die Anfänge: Nachdem sich das Briefaufkommen von 1950 bis Anfang der 60er Jahre von jährlich 4,2 Milliarden auf 9,3 Milliarden mehr als verdoppelte, ergab sich die Notwendigkeit, den Briefsortierprozess zu automatisieren. Siemens begann die Entwicklung einer automatischen Sortieranlage 1958 in Zusammenarbeit mit dem Posttechnischen Zentralamt. 1961 führte die Deutsche Bundespost als erste Postverwaltung weltweit Postleitzahlen ein. Damit war die Basis für ein automatisches Sortieren geschaffen.

Wichtigste technische Voraussetzungen – wie das Aufdrucken eines maschinell lesbaren Codes auf die Briefe sowie das Abtasten dieses Codes für die weitere Verarbeitung – wurden bereits 1961 im Postamt München 2 erprobt. Für die ersten Versuche wurde eine einfache Anordnung bestehend aus einem Codierplatz und einer Sortiermaschine ohne weitere Förderstrecken verwendet. Größere Anlagenteile wurden der Öffentlichkeit 1963 auf der Hannover Messe erstmals präsentiert.

Am 31. Mai 1965 wurde die erste automatische Briefsortieranlage in Pforzheim feierlich in Betrieb genommen. Die von Siemens entwickelte und gebaute Anlage bestand aus 14 manuellen Codierplätzen und drei Verteil-Karussellen (sogenannten „Rotunden“) mit jeweils 100 Ausgängen für verschiedene Sortierziele. An den Codierplätzen gaben die Postmitarbeiter zunächst manuell die Postleitzahlen per Tastatur ein, der entsprechende Strichcode wurde dann automatisch auf den Briefumschlag aufgedruckt. Die Maschine sortierte abgehende und eingehende Briefe anhand dieses Strichcodes. In den folgenden Jahren automatisierte die Post ihre Briefbearbeitungsstellen sukzessive. Ende der 1970er Jahre wurde in Wiesbaden die erste Anlage in Betrieb genommen, in der ein automatisches Lesen von Anschriften realisiert wurde. Die eingesetzten Anschriftenleser waren in der Lage, rund 70 Prozent der Postleitzahlen von maschinell beschrifteten Briefen automatisch zu lesen und zu codieren.

1981 wurde die Briefsortieranlage in Pforzheim durch eine dem aktuellen Stand der Briefsortiertechnik entsprechende neue Anlage ersetzt. Diese Sortieranlage war kleiner, wesentlich leiser und bot für die Codierkräfte erheblich bessere Arbeitsbedingungen. Die Codierkräfte saßen jetzt nicht mehr direkt an der Anlage, sondern bekamen die Sendungen auf einem speziellen Monitor völlig flimmerfrei angezeigt. Anfang der 1990er Jahre lief die Briefsortierung in Deutschland bereits weitgehend automatisiert ab. An 53 Standorten waren nun Briefsortiermaschinen installiert.

Die Deutsche Post DHL startete 2009 eine weitere Modernisierungswelle. Siemens entwickelte eine völlig neue Generation von Standardbrief- und Großbriefsortiermaschinen, die gemeinsam mit den Experten der Deutschen Post DHL an die spezifischen Bedürfnisse des Kunden angepasst wurde. Diese Maschinen sortieren seitdem viele Milliarden Sendungen – von der Postkarte über Zeitschriften und Zeitungen bis hin zu kleinen Päckchen, die bis zu 32 Millimeter dick und zwei Kilogramm schwer sein dürfen. Codiert wird heute überwiegend automatisch. Mehr als 90 Prozent der handschriftlichen Adressen können ohne Unterstützung durch Codierkräfte gelesen werden. Briefe und Großbriefe werden automatisch bis auf die exakte Gangfolge der Zusteller, d. h. die Reihenfolge, in der die Häuser aufgesucht werden, sortiert.

Briefsortiermaschinen der aktuellen Generation wurden auch im Briefzentrum 75 in Pforzheim installiert. Das Zentrum ist ausgelegt, pro Tag 750.000 bis 1,5 Millionen Sendungen zu verarbeiten. Die dort installierten Briefsortieranlagen von Siemens können mehr als 50.000 Sendungen pro Stunde sortieren. Heute, 50 Jahre nach der feierlichen Inbetriebnahme der ersten automatischen Sortieranlage für Briefe, ist Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics Weltmarktführer bei Briefsortieranlagen. Etwa 23.000 Anlagen mit Siemens-Technik sortieren zuverlässig Postsendungen in über 60 Ländern. Nahezu alle namhaften Postdienstleister weltweit setzen auf die kundenfreundliche Sortiertechnik von Siemens.

Quelle + Bildquelle: Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics

1 Kommentar zu Siemens: 50 Jahre Briefsortierung für die Deutsche Post

  1. Prof. Dr. R. Vetter // 17. Juli 2015 um 15:47 // Antworten

    Es ist eine Korrektur nötig:
    Briefverteil- und Sortieranlagen sind eine Erfindung von
    AEG TELEFUNKEN und wurden im Werk Konstanz produziert,
    ebenso wie der TR 440 Gr0ßrechner.
    SIEMENS hat sich das Werk samt Patenten etc. einverleibt. Sogar der TR 440 segelte umgelabelt unter
    SIEMENS, weil die nichts Adäquates damals im Programm
    hatten.
    Wenigsten hatte SIEMENS damals das bessere Management, AEG-TFK dafür die besseren Ideen ……
    und natürlich die besseren Mitarbeiter an Stelle der
    sprichwörtlichen SIEMENS-Beamten! RVe

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*