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Zukunftspreis Logistik: Die drei Finalisten stehen fest

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Auch in diesem Jahr haben sich wieder zahlreiche Unternehmen um den Zukunftspreis Logistik beworben, mit dem die Logistik-Initiative Hamburg gemeinsam mit der Süderelbe AG innovative und zukunftsgerichtete Logistikprojekte aus der Metropolregion Hamburg prämiert. Die drei Finalisten sind nun bekannt: Die Hamburg Port Authority, Railrunner Europe GmbH und Tworty Box GmbH & Co. KG können auf die Auszeichnung hoffen, die am 21. September in Hamburg-Harburg übergeben wird.

Gastredner ist Professor Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund. Bereits zum fünften Mal vergibt die Süderelbe AG im Rahmen der Logistik-Initiative Hamburg diesen bedeutenden Logistik-Preis.

Bis Ende August hatte die Logistik-Initiative Hamburg gemeinsam mit der Süderelbe AG Unternehmen und Dienstleister aus der Logistikbranche dazu aufgerufen, sich um den Zukunftspreis zu bewerben. „Auch in diesem Jahr sind zahlreiche innovative Bewerbungen überwiegend von mittelständischen Unternehmen eingegangen“, so Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG und Leiter der Geschäftsstelle Süd der Logistik-Initiative Hamburg. Die Projekte wurden von einer hochkarätigen Jury, bestehend aus Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Fachmedien nach den Kriterien Innovationsgehalt, Übertragbarkeit und Nutzen bewertet. „Die Finalisten in diesem Jahr konnten uns besonders mit ihren smarten und innovativen Konzepten in den Bereichen Verkehrsoptimierung und Technik beeindrucken“, erklärt Dr. Glaser.

Die Hamburg Port Authority (HPA) wurde mit ihrem seit 2014 im Betrieb befindlichen „SPL – smartport logistics“ für den Zukunftspreis nominiert. Um die wachsenden Verkehrs- und Warenströme im Hafen künftig noch effizienter zu koordinieren, vernetzt die App „smartport logistics“ alle Beteiligten der Logistikkette zu ihrem gemeinsamen Nutzen: Verkehre werden besser planbar und können effektiver koordiniert werden. Auf diese Weise unterstützt SPL die Entwicklung des Hafens zum „smart port“ und damit die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsmotors Hamburger Hafen. Das cloudbasierte Informations- und Kommunikationssystem wurde mit dem Ziel entwickelt, das tägliche hohe Fahrzeugaufkommen im Hafen sowie im Vor- und Nachlauf zu entzerren und die Güterströme zu optimieren.

Über eine zentrale Public Cloud führt die HPA alle relevanten Echtzeit-Informationen zusammen und ermöglicht allen an der Transportkette Beteiligten – Fuhrunternehmern, Transporteuren, Parkraumbetreibern, Port Road Manager und Hafenbetrieben – flexibel auf die Verkehrssituation zu reagieren. Die zentrale, flächendeckende Informationslage hilft, Lkw- und Containerbewegungen vorausschauend effizienter zu koordinieren. Insbesondere Spediteure profitieren von „SPL“, indem sie sich mit Partnern vernetzen und durch Nutzung internetbasierter Frachtenbörsen flexibel auf Nachfrageschwankungen in der Lieferkette reagieren können. In der Folge reduzieren sich Leerfahrten und die daraus resultierenden Staus und Wartezeiten – der Hafen wird insgesamt leistungsfähiger. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit T-Systems und SAP.

Mit einem internationalen Unternehmen bzw. Kooperationsprojekt hat sich die Hamburger Railrunner Europe GmbH beworben. Projektziel ist die Adaption und Zulassung der in den USA im Einsatz befindlichen bi-modalen Transporttechnologie „Railrunner“ sowie der Aufbau und Betrieb von „Railrunner“-basierten Logistiksystemen in Europa. Der Clou: Das weltweit erste Drehgestell im Schienengüterverkehr ermöglicht technologische Innovationen mit zahlreichen Vorteilen, vor allem die Kapazitätserhöhung des Schienennetzes ohne zusätzliche Netzinvestitionen. Die dabei entstehende intensivere Kollaboration von Straßen- und Schienengüterverkehr führt zu einer höheren Akzeptanz von Bahntransporten.

Railrunner befördert mehr Einheiten, mehr Nutzlast und weniger Eigengewicht in einem Zug mit geringerem Lärm und bietet 20 bis 40 Prozent mehr nutzbare Transportkapazität und ein ähnlich hohes Emissionsreduktionspotenzial im Schienengüterverkehr in Europa. Kooperations- und Dienstleistungspartner sind u.a. aus Polen die Wielton S.A., Knorr Bremse GmbH aus München, Dekra Industrial International GmbH, Bonn, Gomultimodal GmbH aus Hamburg oder die TU Berlin, Geschäftsbereich Land- und See-Transportsysteme.

Das Tworty Box-Konzept wurde von einem Start-up aus Hamburg entwickelt. Die Containerlogistik von Reedereien soll damit effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger werden, indem die große Zahl von Leercontainertransporten im weltweiten Seeverkehr deutlich reduziert wird. Dabei handelt es sich um einen neuartigen 20-Fuß-ISO-Container, der sich mit einer weiteren Tworty Box zu einem vollwertigen 40-Fuß-ISO-Container mit einem durchgehenden Innenraum zusammensetzen lässt (Twenty + Forty = Tworty). Containerlinien können somit eine Über- und Unterversorgung mit beiden Größen in den Häfen durch einfaches Zusammen- und Entkoppeln von zwei Tworties ausgleichen, ohne Leerequipment kostspielig positionieren oder gar zusätzliche Container anmieten zu müssen. Zudem lassen sich bei tatsächlich unvermeidbaren Leertransporten die Handling-Kosten in den Häfen durch Zusammenkoppeln zweier „Tworties“ halbieren. Der Aufwand für das Koppeln/Entkoppeln liegt dabei weit unter den gesparten Handling-Kosten.

Das neuartige Konzept ist durch internationale Patente geschützt. Ein Prototypenpaar wurde bei Drehtainer GmbH in Zarrentin gefertigt. Es hat das Testprocedere zum Container Safety Certificate (CSC) sowohl einzeln als auch gekoppelt erfolgreich durchlaufen (inkl. Zoll-Zertifikat). Die Tworty Box-Prototypen wurden im Rahmen einer Nordatlantik-Rundreise für den Bonner Logistikriesen DHL einem erfolgreichen Praxistest unterzogen. In China sind kürzlich für eine große osteuropäische Spedition die ersten kommerziellen Container unter Lizenz gefertigt worden. Zu den weiteren Kooperationspartnern gehören der Germanische Lloyd (heute DNV-GL), OOCL Ltd., Hong Kong, Hapag-Lloyd sowie die Hochschule Bremen – Centre of Maritime Studies.

In den kommenden Wochen wird sich die Jury für eines der drei Projekte entscheiden und den Sieger am 21. September 2015 in Hamburg-Harburg küren.

Quelle + Bildquelle: Logistik-Initiative Hamburg

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