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Ehrhardt + Partner optimiert Prozesse bei YKK

Ob Jeans, Zelte, Taschen oder Mäntel – fast jeder Artikel hat einen Reißverschluss. Und überwiegend kommen diese vom führenden Reißverschlusshersteller: Das Unternehmen YKK verfügt über 83.000 verschiedene Artikel für Kunden aus aller Welt. Um eine ideale Qualitätssicherung auch in Zukunft zu gewährleisten, entschied sich die deutsche Tochter des japanischen Konzerns für eine IT-gestützte Abwicklung der Prozesse am Produktionsstandort Wenkbach bei Weimar.

Zum Einsatz kommt das Lagerführungssystem LFS von Ehrhardt + Partner (E+P). Der Grund: Die Software verfügt über alle Funktionen, um die über 504.000 verschiedenen Varianten bei YKK einfach zu verwalten, den Produktionsnachschub automatisch zu steuern und den Versand an Empfänger weltweit zu organisieren. Im Ergebnis konnte YKK die Anzahl an Packstücken reduzieren und profitiert von maximaler Bestandstransparenz.

YKK setzt LFS ein, um Roh- und Fertigwaren im Paletten- und Fachbodenlager mit insgesamt 50.000 Plätzen sowie die Bestände im Produktionsbereich zu verwalten. Gleichzeitig steuert die Software den Nachschub für die Fertigung. Die papiergebundene Auftragsabwicklung hat damit ein Ende. „Die Herausforderung bei dem Projekt waren eindeutig die vielen Artikelvarianten, die wir in LFS verwalten“, erklärt Sven Söllner, Projektleiter bei E+P. Einen Artikel gibt es in unzählig vielen verschiedenen Farben und Größen. Hinzu kommen die unterschiedlichen Arten. So gibt es zum Beispiel wasserdichte Reißverschlüsse und Sonderlösungen für Säuglingskleidung oder Zelte. E+P löste diese Aufgabe so, dass die Reißverschlüsse immer lagerplatzbasiert verwaltet werden – zuvor erfolgte dies immer variantenrein und nach Kartonnummer. Der Vorteil: YKK hat durch die Umstrukturierung die Möglichkeit, Artikel auf einem Platz hinzuzulagern und Mischbelegungen durchzuführen. „Eigentlich gibt es bei YKK keine geordnete Lagerhaltung mehr“, weiß Sven Söllner. „Wir haben erkannt, dass dies der sinnvollste Weg ist, da der Großteil an Aufträgen spezifisch für einen Kunden produziert wird. Der Cross-Dock-Anteil ist mit 25 bis 30 Prozent entsprechend hoch.“ Die Kommissionierung erfolgt in LFS deshalb immer auftragsbezogen und hat sich für die Mitarbeiter deutlich vereinfacht. Mithilfe von Pick-by-Voice erreichen sie heute täglich bis zu 2.000 Picks am Standort Wenkbach.

Pick und Pack – für Aufträge in ganz Europa
Neben dem Variantenhandling optimierte E+P auch die Konsolidierung der Aufträge. Im Wareneingang werden die Reißverschlüsse in Polybeutel verschweißt. Dieser Bereich liegt in direkter Nähe zum Warenausgang, um das Cross-Docking zeiteffizient zu gestalten. Im Warenausgang gibt es zwei Palettenbereiche: einen für den Export an die Schwesterfirmen in Europa und einen für Großkunden in Deutschland. Bei Großbestellungen bilden die Mitarbeiter mit dem neuen System ihre Packstücke direkt auf der Palette. An festen Versandtagen ist so lediglich ein Masterpackstück abzuschließen – das strafft den gesamten Versandablauf zusätzlich. Kleinere Aufträge werden klassisch verpackt, das heißt zunächst in einem Regal konsolidiert und anschließend für den Versand vorbereitet. Pro Tag ergeben sich bis zu 1.000 Packstücke. „Eine Besonderheit gibt es zum Beispiel auch für Aufträge, die aus der Schweiz kommen“, berichtet Sven Söllner. „Diese werden von Deutschland aus bearbeitet und müssen deshalb die zollrechtlichen Bestimmungen der Schweiz erfüllen. Präferenzbegünstigte Ware wird in LFS ebenso berücksichtigt und separat gelagert.“ In Wenkbach gibt es feste Auslieferungstage. Durch die Konsolidierung verschlankt YKK alle Prozesse deutlich.

Reißverschlüsse transparent verwalten
Im Ergebnis profitiert YKK mit LFS von geordneten, sicheren und vereinfachten Prozessen in der Auftragsabwicklung. Nicht nur der Überblick über die Bestände ist extrem transparent und die Auslastung der Lagerplätze sofort ersichtlich. Auch die Inventur lässt sich anders als vorher automatisch abwickeln. Die Anzahl von Packstücken, die täglich an Kunden versendet werden, wurde darüber hinaus deutlich reduziert. Ein weiteres Ergebnis: die Implementierung von UPS-Versandlabels. Das Lagerführungssystem ermittelt anhand der Packdaten automatisch ein Versandetikett, was die Prozesse nochmals deutlich beschleunigt. Über 90 Prozent der Standardversandprozesse werden ab sofort vollautomatisch in UPS abgefertigt. Die Implementierung von LFS am zweiten YKK-Standort in Mainhausen ist bereits in Planung.

Quelle: E+P

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