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2. Luftfrachttagung des DSLV: Deutscher Luftfrachtstandort muss gestärkt werden

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Die Luftfrachtspediteure erwarten von deutschen Flughafenbetreibern eine Stärkung ihrer Frachtbereiche. Diese Forderung wurde auf der Luftfrachttagung des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) am in Frankfurt am Main erhoben. Thema der diesjährigen Veranstaltung war der deutsche Luftfrachtstandort im europäischen Wettbewerb.

Der Vorsitzende des DSLV-Fachausschusses Luftfrachtspedition, Henning Dieter (DHL Global Forwarding GmbH), rief die Airports auf, den deutschen Luftfrachtstandort insgesamt attraktiver zu gestalten: „Entscheidend für eine nachhaltige Kundenbindung der Luftfrachtspediteure sind die gute Erreichbarkeit der CargoCities, effiziente Anlieferprozesse und transparente Kostenstrukturen.“ Auch die Politik bleibe aufgefordert, Wachstumschancen der Flughäfen in Deutschland zu fördern, anstatt sie zu hemmen. „Wenn die Rahmenbedingungen durch Verhinderungen von Ausbauvorhaben der Infrastruktur und durch weitere Kürzung von Betriebszeiten verschlechtert werden, muss die Spedition deutsche Luftfrachtstandorte zu Gunsten ausländischer Hubs zum Teil in Frage stellen. Spediteure vertreten schließlich die Interessen ihrer Kunden aus Industrie und Handel und müssen deshalb bei der Organisation von Güterversendungen extrem flexibel agieren.“

Dieter verwies in diesem Zusammenhang auf den aktuellen Arbeitskampf der Flugbegleitergewerkschaft UFO bei der Lufthansa. Da rund 60 Prozent der Luftfracht im Gepäckraum von Passagiermaschinen befördert werden, ist von dem Ausstand auch der Cargobereich betroffen. Es sei vor allem der Organisationsleistung der Luftfrachtspediteure gelungen, dass der wirtschaftliche Schaden für Industrie und Handel begrenzt werden konnte.

Lufthansa Cargo-Vorstand Dr. Alexis von Hoensbroech brach auf der DSLV-Veranstaltung eine Lanze für den Luftfrachtstandort Frankfurt. Für den Flughafen als Zentrum der europäischen Luftfracht sprächen unter anderem die hohe Exporttonnage, die gute Anbindung an die großen Industriezentren und die Präsenz der wichtigsten globalen Forwarder. Gleichwohl müsse sich Frankfurt im härter werdenden globalen Wettbewerb behaupten, sowohl gegenüber inner- als auch gegenüber außereuropäischen Luftfrachtstandorten. Gerade im internationalen Vergleich werde dies aber durch ungleiche Rahmenbedingungen erheblich erschwert, so von Hoensbroech: „Während der Luftverkehr in Asien und im Mittleren Osten massiv gefördert wird, haben wir in Deutschland und Europa mit der Luftverkehrssteuer, mit restriktiven Betriebszeiten und dem Fehlen eines Single European Sky zu kämpfen.“

Die Positionierung europäischer Flughäfen in diesem Wettbewerb wurde auch von Laurent Jossart (Executive Vice President, Luxaircargo) thematisiert. Jossart verwies auf die besondere Situation des Flughafens Luxemburg. Aufgrund des geringen Passagieraufkommens sei Luxemburg in erster Linie ein Frachtflughafen, weshalb man den Kunden dort sehr schnelle Prozesse und kurze Wege vom Flugzeug bis zur Laderampe bieten könne. Dirk Schusdziara (Senior Vice President Cargo, Fraport AG) sagte zu der Wettbewerbssituation in Frankfurt: „Wir sind der größte Cargohub in Europa und das wollen wir auch in Zukunft bleiben.“ Dazu setze Frankfurt auf eine weitere Digitalisierung der Prozesse und die Zusammenarbeit aller an der Luftfracht Beteiligten. Eine ähnliche Strategie verfolgt der Flughafen Amsterdam, wie Saskia van Pelt (Director Business Development Cargo) berichtete. Sie bezifferte den Anteil rein digital abgewickelter Fracht in Amsterdam bereits auf etwa 40 Prozent.

Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer in ihrer Bewertung, dass die Luftfrachtspeditionen zentrale Ansprechpartner für die Flughäfen sind. „Sie sind die Schlüssel-Entscheider“, so Laurent Jossart.

Quelle + Bildquelle: DSLV

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