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LogistikNetz Berlin-Brandenburg: Neuer Vorstandsvorsitzender, neue Strategie

Ab Januar 2016 übernimmt Prof. Dr. Frank Gillert (erster von links) den LNBB Vorstandsvorsitz. Der bisherige Vorsitzende Prof. Dr. Herbert Sonntag (zweiter von links) legt sein Amt Ende dieses Jahres nieder.

Der Vorstand des LogistikNetz Berlin-Brandenburg e.V. (LNBB) hat auf seiner Jahresversammlung Prof. Dr. Frank Gillert zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf Prof. Dr. Herbert Sonntag, der sein Amt zum Jahresende niederlegt. Gleichzeitig einigte sich der Vorstand auf eine neue Strategie.

Wie sein Kollege Prof. Dr. Herbert Sonntag (69) vereint Prof. Dr. Frank Gillert (52) Logistik-Wissenschaft mit praktischer Erfahrung aus der Wirtschaft: Nach seinem Maschinenbaustudium konzentrierte er sich auf die Bereiche AutoID/RFID und Supply Chain Management, war 1995 Mitbegründer des Instituts für Distributions- und Handelslogistik in Dortmund und wechselte 1998 in die Industrie. 2008 erhielt er den Ruf an die Technische Hochschule Wildau für Logistikmanagement.

In seiner neuen Aufgabe als Vorstandsvorsitzender des LNBB setzt er den Schwerpunkt auf den interdisziplinären Austausch. „Wir müssen unser logistisches Know-how noch stärker anderen Bereichen außerhalb der klassischen Zielgruppen wie Handel und Industrie anbieten – auch Hilfsorganisationen, die Flüchtlinge versorgen, das Gesundheitswesen und öffentliche Infrastrukturbetreiber sind allesamt ‚Logistiker‘. Geschäftsmodelle wie im Online-Handel sind im Kern ebenfalls Logistikmodelle. Das LNBB will auf dem Fundament der bisherigen Ausrichtung eine Plattform für neue Bedarfsträger sein.“

Beiträge senken, Engagement fördern
Um Trends und neue Bedarfe früh erkennen und entsprechende Projekte anstoßen zu können, bringt das LNBB Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Logistik zusammen. Damit sich künftig mehr Mitglieder für die Hauptstadtregion engagieren können, werden 2016 die Mitgliedsbeiträge gesenkt. „Wir wünschen uns ein starkes LogistikNetz für Berlin-Brandenburg. Das erreichen wir nur, wenn sich viele Unternehmen einbringen“, erklärt Prof. Dr. Herbert Sonntag. „Der Beitrag für ordentliche Mitglieder wurde deshalb auf 600 bis 900 Euro pro Jahr reduziert – viele Fördermitglieder können nun ohne Mehrkosten in die ordentliche Mitgliedschaft wechseln und darüber aktiv Einfluss auf Projekte nehmen.“

Jahresveranstaltung „Digitale und intermodale Logistik“
Beim jährlichen LNBB-Treffen „Politik und Wirtschaft“ gingen Kathrin Schneider, brandenburgische Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, und Christian Gaebler, Staatssekretär Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin, in ihren Grußworten auf die Bedeutung der intermodalen Verkehre ein. Um die Straßen zu entlasten und das steigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen, sei der Ausbau des Schienennetzes und der Binnenschifffahrtskapazitäten unumgänglich, betonte Axel Kröger, Geschäftsführender Gesellschafter der Konrad Zippel Spediteur GmbH & Co. KG, Hamburg.

Wie die Digitalisierung in der Logistik weiter fortschreiten und die Ware in Zukunft direkt mit Systemen „kommunizieren“ wird, erläuterte Frithjof Walk, Geschäftsführer der Schneider Kennzeichnung GmbH, Stuttgart, und Vorstandsmitglied des Industrieverbandes AIM (Automatische Identifikationssysteme und Datenverarbeitung). Algorithmen, die heute das Kaufverhalten der nächsten Monate vorhersagen können, seien dann Standard.

„Logistik gibt der Digitalisierung einen Grund“, sagt der künftige LNBB-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Frank Gillert. „Wenn digitale Systeme Selbstzweck bleiben, nutzen sie wenig. Anbieter und Entwickler dieser Systeme sind eingeladen, die Anforderungen der Logistik zu verstehen.“

Quelle: LNBB

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