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SAF-Holland verbessert im ersten Quartal 2016 operatives Ergebnis

SAF-Holland: Trailer

In einem regional stark unterschiedlichen Marktumfeld erreichte SAF-Holland, Europas größter börsengelisteter Zulieferer für Trailer, Busse und Lkw, im ersten Quartal 2016 einen Konzernumsatz von 259,9 Mio. Euro (Vj. 271,0) und damit 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die erfreuliche Marktentwicklung in Westeuropa und die starke Aufstellung im Mittleren Osten konnten die unverändert schwierige Marktsituation in den Märkten Russland, Brasilien und Australien sowie die Schwäche des nordamerikanischen Lkw-Markts weitgehend ausgleichen. Auf organischer Basis, bereinigt um negative Währungseffekte und dem im Vorjahresquartal noch enthaltenen Umsatzbeitrag der Ende 2015 veräußerten Produktlinie AerWay, ergab sich im ersten Quartal 2016 lediglich ein leichter Umsatzrückgang von 2,2 Prozent.

Bruttomarge deutlich verbessert
Die Bruttomarge im ersten Quartal 2016 verbesserte sich deutlich um 1,7 Prozentpunkte auf 20,5 Prozent (Vj. 18,8 Prozent). Hierzu haben Kosteneinsparungen aus der Werkskonsolidierung in Deutschland und Effizienzsteigerungen im Werk Warrenton, USA, ebenso beigetragen wie Prozessoptimierungen im Einkauf und der Produktmix. Bedingt durch Vorleistungen für den im Rahmen der Strategie 2020 erfolgten Aufbau der neuen, auf Regionen ausgerichteten Organisationsstruktur sowie die Aufwendungen für die diesjährigen internationalen Leitmessen BauMa und IAA Nutzfahrzeuge, stiegen die Vertriebs- und Verwaltungskosten leicht an. In Summe verbesserte sich das betriebliche Ergebnis auf 20,4 Mio. Euro (Vj. 20,3).

Operativer Cashflow vor Steuern bei 22,5 Millionen Euro
Das Finanzergebnis ging im ersten Quartal 2016 auf -4,9 Mio. Euro (Vj. 6,6) zurück. Der Rückgang ist fast ausschließlich bedingt durch die Veränderung der nicht zahlungswirksamen, unrealisierten Währungskursgewinne aus der Bewertung von Intercompany-Fremdwährungsdarlehen und Dividendenforderungen, die im ersten Quartal 2015 außerordentlich hohe 8,8 Mio. Euro betragen hatten und im Finanzergebnis gezeigt wurden. Ab 2016 wurden die Effekte aus der Bewertung von Intercompany-Fremdwährungsdarlehen gemäß IFRS im sonstigen Ergebnis (OCI) ausgewiesen. Demnach standen den 8,8 Mio. Euro an saldierten unrealisierten Kursgewinnen im ersten Quartal 2016 unrealisierte Kursverluste aus Dividenden in Höhe von 0,4 Mio. Euro gegenüber.

Fast ausschließlich aus diesem Grund blieb das Ergebnis vor Steuern mit 15,9 Mio. Euro (Vj. 27,2) hinter dem Vorjahreswert zurück. Dementsprechend ging das Periodenergebnis auf 11,1 Mio. Euro (Vj. 18,1) zurück. Daraus ergab sich ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von 0,25 Euro (Vj. 0,40) sowie ein verwässertes Ergebnis je Aktie von 0,22 Euro (Vj. 0,34). Der operative Cashflow vor Steuern erhöhte sich demgegenüber signifikant von 2,3 Mio. Euro im ersten Quartal 2015 auf 22,5 Mio. Euro im ersten Quartal 2016.

Bereinigte EBIT-Marge steigt auf 8,7 Prozent
Bedingt durch die operativen Fortschritte konnte die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge im ersten Quartal 2016 um 40 Basispunkte auf 8,7 Prozent (Vj. 8,3 Prozent) deutlich gesteigert werden. Das bereinigte EBIT erhöhte sich demnach auf 22,7 Mio. Euro (Vj. 22,6).

Im ersten Quartal 2016 wurden, wie bereits beschrieben, unrealisierte Kursverluste aus der Bewertung von konzerninternen Fremdwährungsdarlehen in Höhe von 1,9 Mio. Euro erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Das Finanzergebnis machte demnach im ersten Quartal 2016 -4,9 Mio. Euro aus. Ein entsprechender Ausweis der unrealisierten Kurseffekte aus der Bewertung konzerninterner Fremdwährungsdarlehen in Höhe von 7,4 Mio. Euro auch im Vorjahresvergleichsquartal 2015, hätte ein Finanzergebnis von -0,8 Mio. Euro (anstelle von 6,6 Mio. Euro) ergeben. Der Swing im Finanzergebnis zum Vorjahr wäre demnach mit -4,1 Mio. Euro deutlich geringer ausgefallen. Das unverwässerte bereinigte Ergebnis je Aktie wäre entsprechend von 0,33 Euro je Aktie im ersten Quartal 2015 auf 0,27 Euro zurückgegangen.

Umsatzanteil im Ersatzteilgeschäft leicht höher
Im Erstausrüstungsgeschäft erwirtschaftete SAF-Holland 75,5 Prozent (Vj. 75,6%) der Konzernumsätze. Die Umsatzerlöse fielen im ersten Quartal 2016 wie bereits beschrieben um 4,3 Prozent leicht niedriger aus und erreichten 196,1 Mio. Euro (Vj. 204,9). Die Nachfrage nach Komponenten für Trailer und Lkw fiel vor allem in Europa und in den Märkten des Mittleren Ostens erfreulich aus. Demgegenüber blieben die Umsatzerlöse in der Region Amerika hinter dem von hohen positiven Währungskurseffekten geprägten Vorjahreswert zurück. Erwartungsgemäß machte sich der signifikante Nachfragerückgang bei schweren Lkw in Nordamerika in erster Linie im Seriengeschäft bemerkbar. Das Ersatzteilgeschäft erzielte im ersten Quartal 2016 leicht schwächere Umsätze in Höhe von 63,8 Mio. Euro (Vj. 66,1). Der Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich allerdings auf 24,5 Prozent (Vj. 24,4 Prozent). Während sich die Region EMEA/Indien auf hohem Niveau zeigte, blieben die Umsätze in der Region Amerika hinter den Erwartungen zurück. Zu berücksichtigen war, dass im ersten Quartal 2015 positive Währungseffekte aufgrund des starken US-Dollars maßgeblich zum Umsatzanstieg beigetragen hatten. Das dortige Marktumfeld ist von den hohen Neuzulassungszahlen der letzten drei Jahre geprägt, infolge dessen die Nachfrage nach Ersatzteilen noch relativ gering ausfiel. Diese Flotten bilden jedoch eine gute Grundlage für das künftige Ersatzteilgeschäft.

Region EMEA/Indien mit starken Zuwächsen
Die Region EMEA/Indien, der größte Regionalmarkt für SAF-Holland, verzeichnete im ersten Quartal 2016 einen Umsatzanstieg von 7,0 Prozent auf 145,2 Mio. Euro (Vj. 135,7). Die Region profitierte von einer – trotz der Marktschwäche in Russland – insgesamt soliden Entwicklung des Transportsektors und von anhaltenden Modernisierungsinvestitionen in Westeuropa aufgrund des weiterhin vergleichsweise hohen Flottenalters. Auch die Nachfrage aus den Märkten des Mittleren Ostens stellte sich insgesamt solide dar. Zu der erfreulichen Entwicklung der Ertragslage trugen die erfolgreich umgesetzten Effizienzsteigerungsmaßnahmen aus der Werkkonsolidierung in Deutschland und Prozessverbesserungen in der Materialbeschaffung bei. Das bereinigte EBIT konnte um 13,1 Prozent auf 13,8 Mio. Euro (Vj. 12,2) gesteigert werden. Die bereinigte EBIT-Marge der Region stieg demnach auf 9,5 Prozent (Vj. 9,0 Prozent).

Die Region Amerika verbuchte im ersten Quartal 2016 einen Umsatzrückgang um 14,9 Prozent auf 100,2 Mio. Euro (Vj. 117,7). Dies war hauptsächlich auf die ausgeprägte Schwäche des nordamerikanischen Truckmarkts sowie die nochmals gefallene Nachfrage in Brasilien zurückzuführen. Erfreulich verlief hingegen die Geschäftsentwicklung in Mexiko. Das bereinigte EBIT erreichte 8,3 Mio. Euro (Vj. 9,2). Die Effizienzsteigerungsmaßnahmen im Werk Warrenton, USA, ein verbesserter Produktmix und das insgesamt stringente Kostenmanagement haben dazu beigetragen, dass die bereinigte EBIT-Marge in diesem schwierigen Umfeld dennoch spürbar auf 8,3 Prozent (Vj. 7,8 Prozent) verbessert werden konnte.

Die Region APAC/China erzielte in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 Umsatzerlöse in Höhe von 14,5 Mio. Euro (Vj. 17,6). Die Marktlage in der Region war geprägt von der schwachen konjunkturellen Entwicklung in den meisten ASEAN-Märkten und Australien einerseits und der weitgehend erfreulichen Entwicklung in China andererseits. Allerdings war zu berücksichtigen, dass Umsätze in der Größenordnung von 3,0 Mio. Euro bei der chinesischen Tochtergesellschaft Corpco abrechnungstechnisch nicht im ersten Quartal fakturiert wurden. Der Segmentumsatz hätte sonst nahezu an den Vorjahreswert angeknüpft. Aufgrund der Vorleistungen in den Geschäftsausbau der Region und des geringeren Umsatzniveaus ging das bereinigte EBIT auf 0,6 Mio. Euro (Vj. 1,2) zurück. Die bereinigte EBIT-Marge lag bei 3,8 Prozent (Vj. 6,9 Prozent).

Weiterhin solide Umsatz- und operative Ergebnisentwicklung für 2016 erwartet
Unter der Voraussetzung, dass sich die Branchenkonjunktur in den Märkten nicht weiter abkühlt, geht SAF-Holland für das Geschäftsjahr 2016 unverändert davon aus, im Konzern einen gegenüber dem Vorjahr konstanten bis leicht steigenden organischen Umsatz zu erreichen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die veräußerte landwirtschaftliche Produktlinie AerWay im laufenden Geschäftsjahr 2016 nicht mehr zum Umsatz und Ergebnis des Konzerns beiträgt. Trotz der im US-Markt für schwere Lkw auf Gesamtjahresbasis zu erwartenden deutlichen Abschwächung von bis zu 25 Prozent gegenüber dem hohen Vorjahresniveau und des Verkaufs der AerWay-Aktivitäten strebt der Konzern für das Jahr 2016 organisch ein Umsatzniveau von 1.050 bis 1.070 Mio. Euro an. Beim bereinigten EBIT rechnet der Konzern für das Gesamtjahr 2016 weiterhin mit einer bereinigten EBIT-Marge von 8 bis 9 Prozent.

Quelle: SAF-Holland

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