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Bundesvereinigung Logistik: Keine Angst vor Cloud-Services

Strategische Partnerschaften, kurze Reaktionszeiten, neue Geschäftsmodelle und sogar autonome Zustellung: Den Unternehmen im Wirtschaftsbereich Logistik bietet Cloud-Technologie zahlreiche Lösungen, um ihre Wertschöpfung zu erhöhen. Ihre Daten in die Cloud auszulagern halten aber noch viele Betriebe für ein Risiko – doch das ist handhabbar, wie Experten beim jüngsten Deutschen Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. zeigten.

Für Logistik- und Speditionsbetriebe, die mit dem Gedanken spielen, Cloud-Technologien zu nutzen, hat Prof. Volker Stich einen guten Rat: „Ich kann ihnen nur empfehlen, damit anzufangen“, erklärte der Geschäftsführer des Forschungsinstituts für Rationalisierung an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen auf dem jüngsten Deutschen Logistik-Kongress der BVL in Berlin. Wer den Einstieg weiter hinauszögert, verhilft dem Wettbewerb angesichts der fortschreitenden Digitalisierung unnötig zu einem Vorsprung. Das gilt besonders für Logistiker, die ihre Prozesse im Zusammenhang mit Industrie 4.0 stärker mit der produzierenden Wirtschaft vernetzen wollen. So steuert zum Beispiel der global tätige Technologiekonzern CNH Industrial seine internationalen Logistikprozesse durch eine immer stärker vernetzte IT. „Damit sorgen wir für absolute Transparenz und Rückverfolgbarkeit unserer Warenflüsse“, erläuterte Dror Noach beim Kongress. Er ist Vice President Worldwide Transport Logistics bei CNH Industrial.

Unternehmen profitieren laut Prof. Volker Stich von zahlreichen Cloud-Lösungen, die als sogenannte Software as a Service (SaaS) bereitgestellt werden. So können die Programme beispielsweise tagesaktuell nach Bedarf eingesetzt werden und sind für alle Endgeräte skalierbar. Damit reduzieren sich unter anderem die Investitionskosten für eigene IT-Lösungen. Darüber hinaus muss kein eigenes Personal für die Pflege und das Backup-Management eingesetzt werden. Neben Server- und Datensicherheit durch Verschlüsselung ermöglichen Cloud-Services vor allem aber zusätzliche Wertschöpfung, so der Experte: „Durch die Vernetzung lassen sich neue Kooperationen und strategische Partnerschaften realisieren.“ Zudem schaffen die Lösungen Transparenz, ermöglichen eine proaktive und agile Organisation der Supply Chain, verbessern Reaktionszeiten und sagen sogar das Verhalten der Kunden voraus. Etwaige Risiken wie Datenverluste und damit einhergehende Reputationsschäden lassen sich gerade im Fall von deutschen Serverstandorten durch technische Sicherheitslösungen der Anbieter und eine gezielte Sensibilisierung der eigenen Mitarbeiter minimieren.

Dr. Alexander Duisberg, Fachanwalt für Informationstechnologie bei dem Beratungshaus Bird & Bird, betonte in diesem Zusammenhang, dass Daten zu den zentralen Assets der Logistik gehören. Er rät Unternehmen vor einer Nutzung von Cloud-Services zu einer strategischen Vertragsgestaltung mit den Serverbetreibern, in deren Mittelpunkt eine effektive Risikobegrenzung, Haftungsfragen und der Datenschutz stehen.

Quelle + Bildquelle: BVL

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