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Hafen Antwerpen hoch im Kurs: Unternehmen kündigen massive Investitionen an

Mit angekündigten Millioneninvestitionen stärken die privaten Unternehmen die Position des Hafens Antwerpen als zweitgrößter Seehafen Europas. In den kommenden Jahren werden am Standort vier neue Großprojekte umgesetzt, wie die Antwerp Port Authority mitteilte. So wird unter anderem ein neues Tankterminal am Delwaide Dock entstehen. Die SEA-Invest-Gruppe plant hierfür eine Investitionssumme von 250 Millionen Euro. Weitere 50 Millionen Euro wird SEA-Invest am Delwaide Dock in den Ausbau eines unabhängigen Containerterminals investieren.

SEA-Invest hat das Containerterminal vor kurzem von Independent Maritime Terminal (IMT) übernommen und wird es vom Hansa Dock zum Delwaide Dock verlegen, wo ausreichend Flächen für die geplante Erweiterung des Terminals vorhanden sind. Auf dem frei werdenden Gelände auf dem Hansa Dock wird die SEA-Invest-Tochter SEA-Tank Terminal zusätzliche Tankkapazitäten für Total errichten. Die Investitionssumme beträgt 100 Millionen Euro.

Auch der in Houston/Texas ansässige internationale Terminalbetreiber Zenith Energy hat einen Standort im Hafen Antwerpen gefunden. Angesichts der Größe des geplanten Projektes sowie der nur begrenzt am Delwaide Dock verfügbaren Kaifläche hat sich Zenith Energy für einen alternativen Standort am Rechten Scheldeufer entschieden. Zenith Energy ist bereits in Amsterdam vertreten und suchte einen zweiten Standort in der strategisch wichtigen ARA-Region Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen. Die Wahl fiel auf Antwerpen, wo das Unternehmen nun umgerechnet 250 Millionen Euro investieren wird.

Die Antwerp Port Authority begrüßt die Neuansiedlungskonzepte. “Dank des großen Interesses am Hafengebiet waren wir in der Lage, Projekte auszuwählen, die für den Standort insgesamt die höchste Wertschöpfung versprechen. Für die Nutzung der maritimen Flächen wurden Unternehmen ausgewählt, die signifikante Frachtvolumina generieren und damit die verfügbare Infrastruktur maximal nutzen. Für die nicht-maritimen Flächen haben wir uns für Unternehmen und Projekte entschieden, die dazu beitragen, den chemischen und petrochemischen Cluster weiterzuentwickeln“, erklärt Eddy Bruyninckx, CEO der Antwerp Port Authority.

Die Projekte im Detail:

Delwaide Dock

Bereits 2013 hatte die MSC Reederei bekanntgegeben, dass sie ihre Präsenz im Hafen Antwerpen weiter ausbauen möchte. Ihr Home-Terminal am Delwaide Dock hatte die Kapazitätsgrenze aber bereits erreicht, so dass eine Ausweitung in diesem Hafenbereich nicht mehr möglich war. Auch wegen der steigenden Schiffsgrößen, die eine Passage durch die Schleusen am Rechten Scheldeufer zunehmend erschweren, fiel die Wahl auf das Deurganck Dock am Linken Scheldeufer. 2014 bewilligte die Antwerp Port Authority den Umzug.

Um neue Projekte für die freiwerdenden Flächen im Delwaide Dock zu gewinnen, startete der Hafen Anfang 2015 eine internationale Ausschreibung. Dafür gingen Vorschläge sowohl für eine maritime als auch nicht-maritime Nutzung ein. Die anschließenden Gespräche mit den Kandidaten orientierten sich an dem Grundsatz der bestmöglichen Nutzung der verfügbaren Flächen.

Am 8. November 2016 hat sich der Vorstand der Antwerp Port Authority für die folgenden Projekte entschieden:

SEA-Tank Terminal Antwerp:

Bau eines Tankterminals für ein weltweit führendes Unternehmen:

  • Fläche: ca. 465.342 m²
  • Kailänge: 1.250 m
  • Investitionssumme: € 250 Mio.
  • Neu entstehende Arbeitsplätze: 50 Vollzeitarbeitsplätze sowie weitere 500 befristete Arbeitsplätze während der zweijährigen Bauphase

SEA-Tank Terminal errichtet das Tankterminal im Auftrag eines der weltweit führenden Unternehmen der petrochemischen Industrie, das Antwerpen als Basis für alle Importe, Exporte und Transitverkehre seiner Produkte in der ARA-Region nutzen möchte. In der ersten Projektphase ist eine Tanklagerkapazität von 750.000 m³ für raffinierte Produkte geplant, die das Terminal per Binnen- oder Seeschiff erreichen bzw. verlassen. Das entsprechende Frachtvolumen wird auf jährlich 13 Millionen Tonnen geschätzt. Zusätzliche Kapazitäten können in einer zweiten Projektphase errichtet werden.

Independent Maritime Terminal:

Umzug vom Hansa Dock zum Delwaide Dock, Ausweitung des Containerumschlags:

  • Fläche: ca. 549.725 m² (derzeitige Fläche am Hansa Dock: 167.000 m²)
  • Kailänge: 950 m (derzeitige Kailänge am Hansa Dock: 685 m)
  • Investitionssumme: € 50 Mio.
  • Arbeitsplätze: 100 Mitarbeiter derzeit

Independent Maritime Terminal (IMT) hat an seinem derzeitigen Standort am Hansa Dock die Kapazitätsgrenzen erreicht. Um zusätzliche Warenströme zu generieren und ein neues Kühlcontainer-Hub für Perishables zu bauen, ist eine Erweiterung dringend notwendig. Über ihr Tochterunternehmen Belgian New Fruit Wharf (BNFW) hat SEA-Invest bereits mit mehreren Übersee-Containerliniendiensten darüber verhandelt.

SEA-Invest hat das Containerterminal IMT vor einem Monat übernommen. Das Terminal hat im vergangenen Jahr 250.000 TEU umgeschlagen und wird vom Hansa Dock an das Delwaide Dock verlegt und dort ausgebaut. Am Delwaide Dock sind dafür ausreichend Kapazitäten und mehr Kailänge vorhanden. Die Antwerp Port Authority unterstreicht auch die strategische Bedeutung, ein unabhängiges Containerterminal am Standort weiterzuführen, das in der Lage ist auch kleinere Containervolumina umzuschlagen. Auf der freiwerdenden Fläche am Hansa Dock wird SEA-Invest über ihr weiteres Tochterunternehmen SEA-Tank Terminal eine neue Anlage für Flüssigmassengut für deren Kunden Total errichten.

Standort für Zenith Energy

Unter den für das Delwaide Dock eingereichten Projekten war auch ein Vorhaben des internationalen Terminalbetreibers Zenith Energy. Als sich die Pläne für die Weiternutzung des Delwaide Docks verfestigten und sich zudem die Möglichkeit bot, Aktivitäten in einen anderen Teil des Hafens zu verlagern, fand die Antwerp Port Authority für Zenith Energy einen anderen Standort am Rechten Scheldeufer.

Zenith Energy mit Hauptsitz in Houston/Texas ist auf die Lagerung von flüssigen Produkten und Schüttgütern spezialisiert. Der Fokus liegt dabei auf Erwerb, Bau und Betrieb von Terminals in Lateinamerika, Afrika und Europa. Das Unternehmen bietet Lagerhaltung und Distribution von Petroleum, raffinierten Produkten, Flüssigerdgas sowie petrochemischen Produkten an.

In Ergänzung seines Terminals in Amsterdam wollte Zenith Energy ein zweites Terminal in der ARA-Region in sein Netzwerk aufnehmen. Nach Erteilung der Konzession wird Zenith Energy in einer ersten Stufe eine Anlage mit einer Lagerkapazität von 500.000 m³ errichten, die auf 1.000.000 m³ erweitert werden soll.

  • Fläche: ca. 307.000 m²
  • Kailänge: 1.250 m
  • Investitionssumme: € 250 Mio.

Hansa Dock

Neben den Investitionen am Delwaide Dock investiert SEA-Invest auch in das Hansa Dock, an dem das Unternehmen das Containerterminal von IMT übernommen hat. Auf dem Gelände werden zunächst zusätzliche Tankkapazitäten von 160.000 m³ für Total entstehen. Ein weiterer Ausbau ist möglich.

Die Kapazitäten sind eine Erweiterung der benachbarten Anlagen von SEA-Tank Terminal. Die bestehende Anlage war 2010 in Betrieb genommen worden und wurde 2013 um 340.000 m³ erweitert. Ihre derzeitige Kapazität beträgt 860.000 m³.

  • Fläche: 170.000 m²
  • Investitionssumme 1. Projektphase: € 100 Mio.

Quelle/Bildquelle: Port of Antwerp

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