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Max Müller Spedition ist Vorreiter: Erster Elektro-Lkw in Süddeutschland

Max Müller Spedition: E-LKW vor Allgäuer Bergen

Sauber und leise ist ab heute der erste Elektro-Lkw im Raum Allgäu, Bodensee und Oberschwaben unterwegs. Zu 100 Prozent mit Strom angetrieben, erspart der 18-Tonner im Nahverkehr der Umwelt 12.000 Liter Diesel pro Jahr. Die Max Müller Spedition GmbH mit Sitz im Allgäuer Opfenbach ist bundesweit das zweite Unternehmen mit einem Elektro-Lkw im Praxistest. Damit zählt das inhabergeführte Familienunternehmen zu den Pionieren alternativer Antriebe in ganz Deutschland.

Eberhard Rotter, Landtagsabgeordneter der CSU für den bayerischen Stimmkreis Lindau-Sonthofen und Markus Olligschläger vom DSLV (Deutscher Speditions- und Logistikverband) e. V. haben sich gemeinsam mit Unternehmer Walter Müller erfolgreich für das Projekt eingesetzt. Das Fahrzeug der E-Force One AG mit Sitz in der Schweiz wird im Rahmen der Modellregionen Elektromobilität mit insgesamt 96.381 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Die Fördermittel decken knapp ein Drittel der Anschaffungskosten in Höhe von rund 345.000 Euro. In den Praxistest kommt der E-Force V.2.0, die weiterentwickelte zweite Generation. Es ist der dritte Elektro-Lkw des Herstellers in Deutschland. Damit sind inklusive der Schweiz zehn E-Fahrzeuge unterwegs.

Rückenwind für Pioniere

Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), betonte: „Das Bundesverkehrsministerium setzt sich für mehr Mobilität bei weniger Emissionen ein. Wir unterstützen daher die Weiterentwicklung der Elektromobilität technologieoffen und Verkehrsträger übergreifend. Mit dem vom BMVI geförderten Fahrzeug zählt die Spedition Max Müller zu den Pionieren im Bereich der Elektro-Lkw. Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt weitere Unternehmen motivieren wird, auf alternative Antriebe umzusteigen.“

60 Badewannen voller Diesel

Leise und völlig frei von Emissionen ist der Elektro-Lkw ist ab jetzt im Raum Allgäu, Bodensee und Oberschwaben im täglichen Verteilerverkehr unterwegs. Mit seiner Spitzengeschwindigkeit von 87 km/h und der Reichweite von 300 Kilometern ist das Fahrzeug für die Auslieferung von Stückgut im Stadtgebiet der Lindauer Insel eingeplant. Anschließend durchquert es ein Wohngebiet und übernimmt Umfuhren für einen alteingesessenen Lindauer Webmaschinen-Hersteller. Auf dem Rückweg sammelt es Stückgut bei mehreren produzierenden Unternehmen in Wangen ein. Pro Jahr verbraucht der E-Lkw statt 12.000 Liter oder 60 Badewannen Diesel etwa 40.000 kWh bei gleicher Leistung. Die Vorarlberger Kraftwerke liefern dazu ihren zu 90 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugten Strom an eine neu gebaute Stromtankstelle im Hof. Dort laden die zwei Lithium-Eisenphosphat Batterien, die den Motor mit 252 PS Dauer- und 408 PS Höchstleistung speisen, in maximal sechs Stunden auf.

Investition in Zukunftstechnologien

Der Elektro-Lkw gehört zum eigenen Fuhrpark von derzeit 80 modernen Fahrzeugen. Je zur Hälfte erfüllt die Flotte Abgasnorm Euro 6 und Euro 5. Mit dem Anspruch an einen modernen Fuhrpark hat Max Müller Jahre vor der gesetzlichen Pflicht auf Euro 5 gesetzt und 2012 als einer von 50 Betrieben in Europa den ersten Hybrid-Lkw von Mercedes Benz getestet. Auch bei der Elektromobilität ist die Allgäuer Spedition wieder unter den Pionieren. Sie investiert fast viermal so viel wie für ein herkömmliches Dieselfahrzeug. Ein wirtschaftlicher Einsatz ist bei 150.000 Euro Mehrkosten trotz der Subventionen durch die Bundesregierung nicht möglich.

Innovationsfreudiger Forschergeist

Bei 250 Einsatztagen à 200 km rechnet das Unternehmen mit 30 Prozent weniger Betriebskosten durch den Einsatz von Strom und 75 Prozent weniger Wartungs- und Reparaturaufwand. Für eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung nach Auslastung und Einsatz des Fahrzeugs sammelt die Koordinationsstelle NOW über zwei Jahre Informationen wie diese im Rahmen eines Förderprojekts. Seinen Antrieb für die hohe Investition an Zeit und Geld beschreibt Walter Müller, Geschäftsführer der Max Müller Spedition GmbH als Unternehmer und Vater von vier Kindern: „Ich rechne fest damit, dass die fossilen Brennstoffe in einigen Jahren verbraucht sind. Bis dahin werden die Preise steigen. Aber nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, sondern auch für die Zukunft unserer Kinder müssen wir neue Technologien schneller vorantreiben. Mein Credo dabei ist: Miss es oder vergiss es. Damit meine ich, wir testen Innovationen anstatt lange darüber zu reden. Nur die Praxis zeigt, ob sie unsere Zwecke erfüllen. Wenn ja, übernehmen wir sie sofort. In jedem Fall tragen wir mit unseren Rückmeldungen zum Fortschritt bei.“

Durchweg positive Reaktionen

Intern kommt die Idee bei Mitarbeitern und Kunden bis jetzt gut an. Michael Speer, der das Projekt E-Force und gleichzeitig den Nahverkehr bei Max Müller verantwortet, sagt: „Wir erwarten in unseren täglichen Abläufen keine Probleme. Überall stoßen wir auf große Neugier und positives Feedback. Ich selbst und viele meiner Kollegen sind richtig stolz darauf, ganz vorne mit dabei zu sein.“ Auch aus der Öffentlichkeit kommt viel Rückhalt. Am Sitz des Unternehmens hat sich Matthias Bentz als Bürgermeister der ökologisch orientierten Gemeinde Opfenbach gemeinsam mit MdL Eberhard Rotter für das Projekt eingesetzt. Auch Dr. Gerhard Ecker und Michael Lang begrüßen als Oberbürgermeister in Lindau und Wangen das Konzept und vor allem die unternehmerische Einsatzbereitschaft für umweltschonende Verteilerverkehre.

Quelle + Bildquelle: Max Müller Spedition

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