Newsticker

Forschungsnetzwerk zur Digitalen Transformation an der KLU

Prof. Dr. Christoph Meinel, HPI, Prof. Dr. Dr. Katharina Boele-Woelki, BLS, Senatorin Katharina Fegebank, Prof. Dr. Sonja Peterson, IfW, Prof. Dr. Thomas Strothotte, KLU

An der Kühne Logistics University (KLU) in Hamburg entsteht ein Forschungsnetzwerk zum Thema Digitale Transformation. In Kooperation mit der Bucerius Law School, Hamburg, dem Institut für Weltwirtschaft (IfW), Kiel, und dem Hasso-Plattner-Institut (HPI), Potsdam, sind drei Professorinnen berufen worden, die die Digitalisierung aus unterschiedlichen Blickwinkeln erforschen werden. Zu den Themen, mit denen sich die Partner auseinander setzen werden, gehört unter anderem der Einsatz von digitalen Plattformen in der Logistik.

„Die Digitale Transformation ist eines der Schwerpunktthemen an der KLU“, sagte deren Präsident Prof. Dr. Thomas Strothotte. „Während wir uns vorrangig mit dem Bereich Logistik beschäftigen, bringen unsere Partner Expertise in Jura, Volkswirtschaft und Informatik mit. Das ermöglicht es uns, in der Aus- und Weiterbildung ebenso wie in der Forschung an diesem vielschichtigen Thema gemeinsam zu neuen Ergebnissen zu kommen.“ Prof. Dr. Christoph Meinel, Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts ergänzte: „Da die Digitalisierung derzeit auch die Logistik revolutioniert, profitieren beide Seiten von dieser wissenschaftlichen Kooperation. Die Kühne Logistics University profitiert von der IT-Kompetenz des Hasso-Plattner-Instituts und das HPI umgekehrt vom Logistikwissen der KLU.“

Auch Prof. Dr. Sonja Peterson, wissenschaftliche Geschäftsführerin des Instituts für Weltwirtschaft, sieht Vorteile in der Kooperation: „Das IfW kann mit dieser Kooperation seine Expertise im Bereich Digitalisierung verstärken – einem Thema, das die internationale Arbeitsteilung, die Art der Arbeit und darüber hinaus unsere ganze Lebenswelt stark beeinflussen wird.“ Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Katharina Boele-Woelki, Präsidentin der Bucerius Law School, hob die Bedeutung der Digitalen Transformation hervor: „Mit dieser Kooperation treten wir in einen die einzelnen Disziplinen übergreifenden Austausch. Gerade bei einem Thema, das zu so weitreichenden Umbrüchen führt, wie die Digitalisierung, ist der Blick über den eigenen Tellerrand wichtig.“

Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg und Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, ging auf die Bedeutung der Kooperation für den Wissenschaftsstandort Hamburg ein: „Ich freue mich, dass wir heute drei neue Professorinnen an der KLU begrüßen können. Ganz besonders freue ich mich, dass es drei Frauen sind! Die Institutspartnerschaft ist dabei für alle Beteiligten eine echte Win-Win-Situation und zeigt einmal mehr die hervorragende Zusammenarbeit der Wissenschaft in der Metropolregion Hamburg und darüber hinaus. Mehr Vernetzung, mehr Kooperation – das wird auch den Wissenschaftsstandort Hamburg insgesamt weiter stärken.“

Im Rahmen der Kooperation wollen die vier Institutionen auch neue Weiterbildungsangebote entwickeln, um Unternehmen im Umgang mit der Digitalen Transformation wichtige Impulse zu geben.

Wohin führt die Digitale Transformation?

Die drei neuen Professorinnen ergänzen die bisherige Forschung an der KLU im Bereich der Digitalen Transformation. „Die Digitalisierung wird die Logistik und mit ihr die Wirtschaft stärker verändern als viele Entwicklungen zuvor“, sagte Prof. Dr. Kai Hoberg, Associate Professor für Supply Chain und Operations Strategie. Er stellte Forschungsfelder der KLU vor, darunter die Digitalisierung von Supply Chains, Emissionsreduzierungen in der Logistik und das Internet of Things.

Zu den Themen, die die vier Institutionen im Rahmen des neuen Forschungsnetzwerks angehen werden, gehört unter anderem die Nutzung digitaler Plattformen. Wie die Forschung auf diesem Gebiet aus der Perspektive von Informatik, Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre konkret aussehen kann, erklärten die drei neuen Professorinnen in Kurzvorträgen.

Prof. Dr. Dimka Karastoyanova, Associate Professor für Data Science und Business Intelligence, ging darauf ein, wie Big Data zur Optimierung von Geschäftsprozessen eingesetzt werden kann. „Smart Devices, Sensoren und weitere Quellen sorgen dafür, dass enorme Mengen von Daten produziert werden. Allerdings lassen sich diese nicht per se zur Prozessoptimierung einsetzen. Gründe dafür sind zum Beispiel fehlende Automatisierung, fehlende Systemintegration, unreife Technologien, mangelndes Verständnis, mangelhafte Flexibilität der IT-Systeme. Eine mögliche Lösung ist eine Plattform, die die Kooperation zwischen Firmen und Organisationen fördert, eine homogene Softwarelandschaft bereitstellt und sich dynamisch anpasst. Dann könnten die Ergebnisse der Datenanalyse in die Prozesse einfließen und somit deren Performanz verbessern.“

Prof. Dr. Catharina Maracke, Associate Professor für IT and Data Law, ging in ihrem Vortrag auf die rechtlichen Aspekte der Digitalisierung, insbesondere der Verwendung der gesammelten Daten ein. Als Beispiel diente ihr dafür das autonome Fahren. „Automobilhersteller, Zulieferer und auch IT-Firmen arbeiten derzeit mit Hochdruck an neuen Technologie-Plattformen, um das autonome Fahren voranzutreiben. Dabei ergeben sich neben den viel diskutierten Haftungsfragen vor allem auch Fragen des Umgangs mit den gesammelten Daten. Unter welchen Voraussetzungen können diese innerhalb und für die beteiligten Unternehmen genutzt werden? Und welche Rolle spielt dabei der Datenschutz?“

Prof. Dr. Christina Raasch, Associate Professor für Digital Economy, befasste sich in ihrem Vortrag mit den Auswirkungen digitaler Plattformen auf die Logistik im Speziellen und die Wirtschaft im Allgemeinen. „Digitale Plattformen verändern in vielen Branchen die Marktstruktur und die Erfolgsaussichten etablierter Unternehmen in erheblichem Maße. Und das ohne die oftmals riesigen Infrastruktur-Investments, die die etablierten Player schultern, und in vergleichsweise kurzer Zeit. Ökonomische Theorie und Empirie beleuchten zum einen Strategien, mit denen Plattformen erfolgreich sein können, und zum anderen die Bedingungen, unter welchen sie sich besonders disruptiv auf das Branchengeschehen auswirken. In der Logistik schlagen zahlreiche Start-Up-Plattformen zurzeit gehörige Wellen.“

Quelle + Bildquelle: KLU

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*