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COSCO stellt Schwergut-Kompetenz unter Beweis

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Schnelle Umschlagzeiten, effiziente Prozesse, standardisierte Transportketten – das sind die Vorteile, die die Erfolgsgeschichte der globalen Containerschifffahrt seit jeher beflügeln. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt jedoch, dass sich die Containerreedereien zusehends auch abseits der Norm bewegen und verstärkt Kompetenz für Ladung entwickeln, die eben nicht in 20- und 40-Fuß-Container passt.

Im April hat COSCO Shipping Lines, einer der Top-Player unter den Containerreedereien, in Shanghai ein 126 Tonnen schweres Maschinenteil an Bord des 14.000-TEU-Containerschiffs „CSCL Jupiter“ verladen. 37 Tage später, am 1. Juni, wurde das ungewöhnliche Schwergutkollo in Hamburg am HHLA Container Terminal Tollerort gelöscht. Die Planung und Umsetzung des Transports waren eine hoch anspruchsvolle und komplexe Aufgabe.

Der tonnenschwere Drehkocher, der 24 Meter in der Länge misst und einen Durchmesser von 4,40 Metern hat, ist für die Lebensmittelindustrie zur Verarbeitung von Getreide und Ölsaaten vorgesehen. Er wurde von den in Hamburg stationierten HHLA-Schwimmkränen III und IV direkt in ein Binnenschiff umgeschlagen, das die sensible Fracht über die Elbe bis nach Melnik in Tschechien bringt. Von dort geht es auf dem Landweg gut 300 Kilometer weiter zum Bestimmungsort, der tschechischen Stadt Olomouc.

Die besondere Herausforderung: Die beiden HHLA-Schwimmkräne mussten den Drehkocher, der auf insgesamt elf 40-Fuß-Flatracks unter Deck gesichert war, aufgrund des Schwerpunkts im Tandembetrieb aus dem Laderaum heben. Dazu haben sie sich an der hoch aufragenden Bordwand des 366 Meter langen Containerschiffs zunächst zusammengekoppelt. Anschließend wurde die Ladung mit den Kränen versetzt und an Bord des bereitliegenden Binnenschiffs wieder abgesetzt.

Thomas Lütje, Direktor Vertrieb bei der Hamburger Hafen und Logistik AG: „Diese Verladung unterstreicht die Flexibilität und Leistungsfähigkeit der HHLA-Containerterminals. Unsere Anlagen sind nicht nur hocheffiziente Spezialisten beim Containerumschlag, auch bei der Verladung von Schwergut bieten wir beeindruckende Lösungen.“

Die Reederei COSCO, die in Hamburg ihr europäisches Headquarter hat, ist seit rund zehn Jahren im Stückgutgeschäft tätig. Die Abteilung Special Traffic/Projects kümmert sich ausschließlich um die Verladung von Breakbulk. Allein in diesem Jahr hat diese COSCO-Abteilung für Spezialladung 80 besonders schwere und/oder überdimensionierte Packstücke über Nordrange-Häfen abgewickelt, 70 davon in Hamburg. Und dennoch kommt nie Routine auf. „Trotz unserer Erfahrung war der jetzt umgeschlagene Drehkocher etwas Besonderes“, bestätigt Dennis von Gogh von dem Special Traffic-Team bei COSCO in Hamburg. „Aufgrund seines Gewichts und der Abmessungen war diese Verladung, für die wir gerade einmal sechs Wochen Vorbereitungszeit hatten, nicht alltäglich.“

Die Projektladungsspezialisten von COSCO haben bei der Planung unterschiedlichste Routen und Umschlagoptionen durchkalkuliert. Von Gogh: „Und Hamburg war aufgrund seiner Umschlagmöglichkeiten und der sehr guten Hinterlandverbindung über die Elbe mit Tschechien die beste Lösung.“

Der Hamburger Hafen bietet als Universalhafen vielfältigste Handling-Möglichkeiten für jegliche Art von Ladung. Im Segment des konventionellen Stückguts stehen vier hochspezialisierte Multipurpose-Terminals zur Verfügung. Mit Spezialequipment wird hier Schwergut- und Projektladung mit bis zu 400 Tonnen Stückgewicht geladen und gelöscht. Hinzu kommen die modernen Containerterminals, die Stückgüter entweder mit den landseitigen Containerbrücken oder mithilfe der Schwimmkräne umschlagen.

Quelle: Cosco/Bildquelle: Hafen Hamburg/Nick Hendrikman Verstegen

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