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VPI präsentiert Fünf-Punkte-Programm für einen leistungsfähigen Schienengüterverkehr

Fünf verkehrspolitische Schritte, die für Tempo auf dem Weg zu nachhaltigem Güterverkehr sorgen, stellte VPI-Vorsitzender Malte Lawrenz heute auf der Mitgliederversammlung des Verbandes in Leipzig vor. Er appellierte an die Politik, für die kommende Legislaturperiode nicht nur Ziele, sondern auch konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Stärkung der Schiene festzuschreiben.

„Ohne eine Verschiebung des Modal-Split zugunsten der Schiene wird Deutschland weder die wachsenden Transportmengen bewältigen, noch die international zugesagten Klimaschutzziele erreichen“, warnte Lawrenz vor den Mitgliedern des Verbandes der Güterwagenhalter in Deutschland (VPI).

Mit folgenden fünf Forderungen wird sich der Verband in den kommenden Wochen an die politischen Parteien wenden:

Faire Wettbewerbsbedingungen schaffen
Trassenpreise halbieren, Stromsteuer für Bahnstrom und EEG-Umlage senken, Entlastung von Kosten durch externe Vorgaben

Moderne Schieneninfrastruktur bauen
Schienennetz für 740-Meter-Züge ertüchtigen, Deutschland-Takt entwickeln, Netzengpässe beseitigen, bestehendes Netz ausbauen, neue Trassen umsetzen

Netz und Betrieb trennen
DB Netz AG aus dem DB AG Konzern herauslösen, Renditeforderungen des Eigentümers an den Netzbetreiber zurückstellen, Ausbau und Betrieb des Net­zes an verkehrspolitischen Zielen ausrichten

Nachhaltig Innovationen fördern
Nationale Forschungs- und Förderprogramme auflegen, Cluster „Digitalisierung des Schienengüterverkehrs“ einrichten, Zulassung neuer Wagentechnik vereinfachen

Leise Güterbahn 2020 sichern
Schienenlärmschutzgesetz mit 30 Prozent Trassenpreisspreizung flankieren, Innovationsprämie für neue Güterwagen unter TSI-Noise-Standard, europäische Lösung forcieren statt Tempolimits oder Nachtfahrverbote

Nicht nur zwischen Straße und Schiene, sondern auch innerhalb des Sektors Schiene müsse für fairen Wettbewerb gesorgt werden, betonte Lawrenz vor den Delegierten. Vor allem die saubere Trennung von Netz und Betrieb sei überfällig. Die beiden Bereiche dürften nicht in der Hand eines integrierten Konzerns liegen, der am Markt mit eigenen Interessen agiert und zudem hohe Renditeerwartungen des Eigentümers erfüllen muss.

„Ausbau, Pflege und Betrieb des Netzes müssen an verkehrspolitischen Zielen und nicht an den Bilanzen der DB AG ausgerichtet werden“, mahnte Lawrenz und forderte die Politik dezidiert auf, die Herauslösung der DB Netz AG aus dem DB Konzern in der kommenden Legislaturperiode umzusetzen. Gerade die jüngste Anmeldung einer massiven Trassenpreiserhöhung durch DB Netz, die mit sehr hohen Kapitalverzinsungsansprüchen begründet wurde, habe die Notwendigkeit dieses Schrittes überdeutlich demonstriert.

Quelle: VPI

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