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3G bekämpft den Sekundenschlaf

Das 3G Europäisches Kompetenzzentrum Ladungssicherung in Fulda hat jetzt eine Kampagne zur Bekämpfung des Sekundenschlafs als Folge von Übermüdung am Lkw-Steuer gestartet und dafür den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier als Schirmherren gewonnen. Der Sekundenschlaf gilt nach Expertenmeinung als Ursache von rund 40 Prozent aller schweren Lkw-Unfälle mit mindestens einem Toten oder Schwerverletzten.

Mit Unterstützung der Logistik-Verbände – in Hessen der Fachverband Güterkraftverkehr und Logistik Hessen e.V. – und der bundesweit stattfindenden Fernfahrerstammtische der Polizei soll das Thema nach dem Start der Verkehrssicherheitskampagne in Fulda jetzt in die breite Öffentlichkeit gehen. Auch der DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) in Bonn hat sich des Themas angenommen und mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums die Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf!“ gestartet. Zudem hat das 3G das Wissen zum Thema Sekundenschlaf in einem kompakten Flyer für Fahrer zusammengefasst, der bereits am 3G-Verkehrssicherheitstag am 17. Juni in hoher Druckauflage verteilt wurde. Der Flyer „Bekämpfung Sekundenschlaf“ sowie die Vorträge von Dr. Conrad Wiederhold und Markus Kamps können auf der Website www.bekämpfung-sekundenschlaf.de heruntergeladen werden.

„Wenn wir es schaffen, die durch Sekundenschlaf verursachten Unfälle zu halbieren, haben wir unser Ziel erreicht“, betont 3G-Gründer Winfried Uth, der die Verkehrssicherheitskampagne „Bekämpfung Sekundenschlaf“ initiiert hat.

Wer schläfrig fährt, nimmt ein hohes Risiko in Kauf. Man schätzt Geschwindigkeiten falsch ein, ist äußerst unkonzentriert und reagiert ähnlich langsam wie nach dem Genuss von Alkohol oder Drogen. Im Extremfall kann man sogar kurz einnicken. Der Sekundenschlaf ist eine spontane Reaktion des Körpers auf Übermüdung mit unabsehbaren Folgen: Das Fahrzeug kann von der Straße abkommen, ins Schleudern geraten, sich überschlagen oder ungebremst gegen ein Hindernis prallen.

Abgesehen von den Folgen für Leib und Leben sowie dem finanziellen Schaden drohen rechtliche Konsequenzen. Wer übermüdet am Steuer sitzt und damit das Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.

Laut einer Untersuchung der BASt (Bundesanstalt für Straßenwesen) werden rund 20 Prozent der schweren Verkehrsunfälle mit mindestens einem Toten oder Schwerverletzten durch Müdigkeit verursacht. Unter Berücksichtigung der Dunkelziffer rechnen Experten sogar mit einer Verursachungsquote von 40 Prozent. „Dabei ist Müdigkeit eine Unfallursache, die bereits mit einfachen Mitteln verhindert werden kann“, so Uth. Zu den wichtigsten Lösungsansätzen gehört das so genannte „Powernapping“. Durch das kurze, maximal 20minütigen Nickerchen regenerieren sich Körper und Leistungsbereitschaft, während Ausdauer und Konzentration deutlich ansteigen. Regelmäßiges Powernapping verhilft zudem zu einer besseren inneren Balance und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Burn-out vor.

Als weitere wichtige Maßnahmen gilt die eigenverantwortliche Früherkennung durch die Fahrer. So ist Müdigkeit an diversen Faktoren erkennbar. Dazu zählen Hungergefühl, verändertes Kälteempfinden, Blend- und Lichtempfindlichkeit, Gähnen, Niesen, Augenzwinkern sowie Reizbarkeit und Kopfschmerzen. Hinzu kommen eine verlangsamte Reaktionszeit, Orientierungslosigkeit, Konzentrationsmängel, ruckartiges Lenken, Fehleinschätzungen von Abständen, oder unnötiges Bremsen.

Da sich Müdigkeit am Steuer wohl niemals ganz verhindern lässt, fällt den modernen Fahrer-Assistenzsystemen ebenfalls eine wichtige Rolle zu. Schließlich können auch Verkehrskontrollen, Verkehrsaufklärung und Aktionstage einen spürbaren Beitrag im Kampf gegen Sekundenschlaf leisten.

Quelle: 3G Kompetenzzentrum

1 Kommentar zu 3G bekämpft den Sekundenschlaf

  1. Hahner // 4. Juli 2017 um 14:30 // Antworten

    Die „Leichtigkeit des Verkehrs“ ist ein hohes Sicherheitsgut in unserer Gesellschaft. In unserem täglichen Sprachgebrauch bezeichnen wir das als Verkehrssicherheit.
    Nahezu jeder Bürger in unserem Land nimmt in jedweder Form am Straßenverkehr teil. Differenziert ausgearbeitete Gesetzesvorschriften, auf hohem Niveau ausgebildete Fahrzeugführer und Fahrzeuge, die allerhöchsten technischen Ansprüchen genügen sind drei Voraussetzungen, um ein Zusammenspiel auf unserem gut ausgebauten Straßennetz reibungslos funktionieren zu lassen. Da fehlt nocht der Faktor Mensch, der mit seinen Unachsamkeiten, Fehlern, Schwächen und Eigenarten – bis hin zu grob gesetzeswidrig und rücksichtslos – gegen die Regeln verstößt. Das führt dann häufig zu Unfällen mit unabsehbaren Folgen. Polizei, Behörden und Fachverbände beschäftigen sich akribisch mit Unfallanalysen, entschärfen Unfallpunkte, führen Kontrollen durch und klären auf. Die Unfallgefahr „Sekundenschlaf“ ist da nur schwer zu greifen. Jeder Autofahrer – und es betrifft jeden und jede – ist da selbst gefordert, rechtzeitig die Straße zu verlassen. Den Initiatoren dieser Kampagnen gilt Anerkennung. Sekundenschlaf – Schrecksekunde – Sekundentod, eine fatale Kausalkette. Die Warnung um die täglich mitfahrende Gefahr auf unseren Straßen muss regelrecht wach gehalten werden.

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