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Schweizerische Post: Weitere Drohnenflüge in Lugano

Schweizerische Post: Postgebäude in Bern

Die Schweizerische Post, der Spitalverbund EOC und der Drohnenhersteller Matternet testeten im März 2017 erstmals eine Drohnenverbindung zwischen zwei Krankenhäusern in Lugano. Nun geht das Projekt in die nächste Testphase. Nachdem sich der Drohnentransport im Frühling in punkto Sicherheit, Praxistauglichkeit und Zuverlässigkeit bewährt hatte, werden nun erstmals echte Laborproben oder dringend benötigte Medikamente zwischen den beiden Krankenhäusern transportiert. Ziel der Partner ist es, ab Sommer 2018 einen regulären Drohnentransport zu betreiben.

Die erneuten Testflüge zwischen dem Ospedale Italiano und dem Ospedale Civico finden ab Oktober statt. Spezialisten des Drohnenherstellers Matternet begleiten die Flüge vor Ort. Für das Krankenhaus Lugano wird der Testbetrieb möglichst nahe an den künftigen vollautomatischen Prozess angelehnt. Erstmals sollen dabei Laborproben ausgetauscht werden. Dabei kommt eine Sicherheitsbox zum Einsatz, die alle Transportvorschriften für biologische Stoffe erfüllt. Auch bei den neuerlichen Testflügen wird die Drohne manuell beladen werden. In Zukunft soll hier jedoch eine vollautomatisierte Logistikstation von Matternet zum Einsatz kommen. Diese ermöglicht es den Spitalmitarbeitenden, die Drohne zu beladen, ohne sie in die Hände zu nehmen, und per Matternet Smartphone-Applikation loszuschicken.

Die ersten Testflüge verliefen erfolgreich

Seit der Präsentation des Projekts Ende März 2017 fanden rund 100 autonome Testflüge zwischen den beiden Standorten statt. Dabei zeigte sich, dass die Drohne die hohen Anforderungen in punkto Sicherheit, Praxistauglichkeit und Zuverlässigkeit erfüllt. Der in Lugano eingesetzte Quadrokopter ist auf den Transport von leichten Gütern bis zwei Kilogramm spezialisiert. Er hat einen Durchmesser von 80 Zentimetern (ohne Rotorblätter), eine maximale Reichweite von 20 Kilometern und fliegt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 72 km/h. Aus Sicherheitsgründen wurden sowohl der Autopilot als auch andere wichtige Sensoren (z. B. Höhen- oder Beschleunigungsmesser, Gyrometer) in doppelter Ausführung eingebaut.

Auf der Grundlage der Erfahrungen aus dem Testbetrieb vom März wurde die Drohne unter anderem um das FLARM-System erweitert: Über dieses Verkehrsinformations- und Kollisionsvermeidungssystem sendet die Drohne einerseits ein Signal aus, das sie für andere Luftfahrzeuge sichtbar macht. Auf der anderen Seite empfängt sie selbst Signale anderer Flugzeuge oder Drohnen und kann auf diese reagieren. Sollte die gesamte Elektronik ausfallen, wird automatisch ein Fallschirm ausgelöst. Am Start- und Landepunkt kommt zudem ein sogenanntes «Landing Pad» zum Einsatz, das ein Infrarotsignal absetzt und der Drohne eine punktgenaue Landung ermöglicht.

Post mit Pionierrolle in der Drohnenlogistik

Die Schweizerische Post testet als eines der ersten Unternehmen weltweit die autonome Drohnenlogistik für eine kommerzielle Anwendung. Mit diesem Schritt stellt die Post ihre Vorreiterrolle in der Drohnenlogistik und ihre Innovationskraft ein weiteres Mal unter Beweis. Für die Post ist der Einsatz von Drohnen in der Logistik vor allem auf der letzten Meile interessant. Im Vordergrund stehen dabei Transporte von Spezialsendungen oder die Versorgung einer nach einem Unwetter von der Umwelt abgeschnittenen Siedlung. Drohnen werden in Zukunft die traditionelle Paketzustellung sinnvoll ergänzen, jedoch nicht ersetzen. Neben Drohnen testet die Post auch andere autonome Systeme wie Lieferroboter oder intelligente Shuttles.

Quelle: Schweizerische Post, Bildquelle: Schweizerische Post/Marcel Bieri

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