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CABKA_IPS: Fachbericht – Der Ladungsträger wird intelligent

17-10-18_Cabka-IPS_RFID_02

Paletten und ihre Ladung eindeutig identifizieren, Waren schnell vereinnahmen und jederzeit lückenlos nachverfolgen – die RFID-Technik bietet auch für die Logistik große Möglichkeiten. Im Unterschied zu Barcodes oder Beschriftungen tragen die kleinen Transponder wesentlich mehr Informationen und machen diese jederzeit verfügbar – dank Pulkerfassung auch in großen Mengen und in Sekundenschnelle. Anwender können damit Produktions- und Logistikprozesse viel gezielter steuern und überwachen und somit deutlich effizienter gestalten.

Der Einsatz von RFID-Technik (Radio-Frequency Identification) in Produktion und Logistik nimmt rasant zu – und das aus gutem Grund: Mit ihr können Unternehmen Produkte und Betriebsmittel ganz einfach in intelligente und kommunikationsfähige Informationsträger verwandeln. Die winzigen Transponder lassen sich problemlos in Waren oder Ladungsträger integrieren und ermöglichen es, eine Vielzahl von Daten berührungslos abzulegen sowie in Sekundenschnelle zu erfassen und auszulesen. Durch die Nutzung und Auswertung dieser Daten können Anwender einzelne Abläufe – und letztlich die gesamte Wertschöpfungskette – gezielt optimieren und so wirtschaftlicher gestalten.

Mehrwegpaletten für Datenanalyse prädestiniert

Ein vielversprechender Ansatz ist hierbei die Nutzung von RFID-Tags in Mehrwegpaletten. Die robusten Ladungsträger sind oft über viele Umläufe und mehrere Jahre hinweg Teil der Supply Chain und können daher wertvolle Erkenntnisse liefern. Außerdem übernehmen sie in der Regel nicht nur eine, sondern viele verschiedene Lager- und Transportaufgaben und können damit an unterschiedlichen Stellen zur Informationsgewinnung genutzt werden – etwa beim Warenein- und -ausgang, bei der Kommissionierung oder in der Produktion. Darüber hinaus sind sie meist in großer Zahl und damit auch in statistisch repräsentativer Menge im Einsatz, was die gesammelten Daten deutlich aufschlussreicher macht.

Um die Ladungsträger mit der Technik auszurüsten, werden bei der Herstellung in der Regel zwei RFID-Tags in Hohlkammern in den Palettenfüßen eingeklebt. Dies hat den Vorteil, dass in jeder möglichen Position eines der beiden Tags in der Nähe eines Lesegeräts ist. Die kleinen Transponder können Daten speichern und übertragen – und das berührungslos und ohne Sichtverbindung, auch über mehrere Meter Entfernung. Sie sind versteckt und können nicht verloren gehen, sind resistent gegen Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit und im Inneren der Palette vor Beschädigungen geschützt. Damit lassen sie sich sicher und zuverlässig auch im dauerhaften Betrieb nutzen.

Individuelle Daten im Transponder hinterlegt

Der große Vorteil für Unternehmen: Auf den RFID-Tags lassen sich zahlreiche Informationen zu den darauf gelagerten Waren hinterlegen wie etwa Artikelnummern, Mengen, Gewichts- oder Haltbarkeitsangaben. Palette und Ladung sind damit jederzeit schnell und eindeutig identifizierbar. Je nach Branche bieten sich dadurch unterschiedliche Möglichkeiten: Anwender aus der Chemieindustrie können beispielsweise Informationen zu Gefahrgut auf der Palette speichern, damit diese entsprechend gelagert wird. Lebensmittelhersteller unterstützt die Technik dabei, Waren mit geringerer Haltbarkeit schneller oder in unmittelbarer Umgebung auszuliefern. Pharmaunternehmen können Chargennummern überwachen und ihre sensiblen Produkte durchgängig rückverfolgen. Händler haben den vollen Überblick über sämtliche Warenbewegungen und können Bestände automatisch aktualisieren. All das vereinfacht die Abläufe in der Logistik und hilft dabei, Kosten einzusparen.

Darüber hinaus können mit RFID automatisch Versanddokumente erstellt werden, sobald eine Lieferung eine bestimmte Kontrollstation passiert. Dank Pulkerfassung ist es möglich, mehrere hundert Transponder gleichzeitig und in Bewegung zu scannen – das spart Zeit und erleichtert die Arbeit erheblich. Die umständliche Suche nach Sendungsnummern oder Barcodes entfällt, Sichtkontakt zu den Tags ist nicht nötig. Außerdem können Unternehmen ihre Güterströme lückenlos nachverfolgen, wodurch Fehler minimiert und Schwund verringert werden. Orte, an denen häufig Beschädigungen an Waren auftreten, lassen sich exakt eingrenzen. Dies hilft, die betroffenen Prozesse entsprechend zu optimieren.

RFID auch für Pooling-Dienstleister attraktiv

Auch Pooling-Dienstleister profitieren vom Einsatz der RFID-Technik in Mehrwegpaletten. Denn die Tags enthalten auch Informationen über den Ladungsträger selbst. Jede Palette erhält direkt nach der Fertigung einen elektronischen Produktcode (EPC), der sie eindeutig identifizierbar macht, sowie weitere, mit dem Kunden abgestimmte Daten. Dazu gehören etwa das Herstellungsdatum oder das Material. Zudem lässt sich auf den Transpondern auch der Status der Palette vermerken – je nachdem, ob sie gerade gefertigt, ins Lager des Herstellers gebracht, zum Kunden transportiert, dem Kunden übergeben, zurückgebracht, als beschädigt gemeldet oder recycelt und gelöscht wird. In all diesen Fällen fahren die Paletten durch ein RFID-Gate oder werden durch eine entsprechende Vorrichtung geschleust, um den Transponder auszulesen und den neuen Status einzuspeichern. Für den Pooling-Dienstleister bedeutet das eine deutlich höhere Bestandstransparenz. Jede Palette ist an jedem Punkt des Pooling-Kreislaufs auffindbar, Schäden und Verluste lassen sich eindeutig nachvollziehen.

Innovative Kunststoffpalette mit RFID-Technik

Einer der Vorreiter auf dem Gebiet der RFID-Lösungen für Paletten ist Cabka-IPS. Das Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF ein System zur Implementierung von RFID-Tags in Kunststoffpaletten entwickelt. Zum Einsatz kommt die Technik unter anderem bei der Heilbronner Halbpalette (HHP), die Cabka-IPS gemeinsam mit dem Pooling-Unternehmen GreenCycle, das Teil der Schwarz Gruppe ist, auf den Markt gebracht hat. Diese bildet eine wirtschaftliche und umweltschonende Alternative zur Düsseldorfer Holzpalette und ist als künftiger Standard für Produktionsbetriebe konzipiert, die einen hohen Automatisierungsgrad haben. Durch die eingearbeiteten Transponder im Palettenfuß ist der Ladungsträger eindeutig identifizierbar und erlaubt eine zeitgenaue Erfassung von Warenbewegungen sowie eine zuverlässige Standortbestimmung.

Mehr als 1,5 Millionen Exemplare der RFID-Palette sind bei GreenCycle bereits im Einsatz. Der Pooling-Dienstleister profitiert damit unter anderem von einer schnelleren Abwicklung seiner LKW, einer automatischen Ladungsträger-Bestandsübersicht sowie der Überwachung aller Warenbewegungen. Damit hilft die RFID-Lösung von Cabka-IPS, die Transport- und Logistikprozesse schneller, effizienter und kostengünstiger zu gestalten.

Die Realität wird sichtbar

Cabka-IPS, das Fraunhofer-Institut IFF und weitere Entwicklungspartner arbeiten bereits an einer Fortentwicklung der Transponder in Mehrwegpaletten, die noch viele entscheidende Vorteile bringen können: Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung von Produktion und Logistik werden die Ladungsträger immer umfassender mit dem Internet der Dinge verbunden. Mithilfe von Sensoren kann die Palette beispielsweise auch Umgebungsdaten wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfassen und in Echtzeit übermitteln. Nutzer können auf sämtliche relevante Daten auch von mobilen Endgeräten wie Smartphones, Smartwatches oder Tablets jederzeit zugreifen. Damit sind sie zum Beispiel bei Störungen oder kritischen Werten rechtzeitig gewarnt und können umgehend reagieren. Die genaue und kontinuierliche web-basierte Analyse von immer mehr verfügbaren Informationen ermöglicht zudem, auch lange und komplexe Wertschöpfungsketten effizienter und transparenter zu betreiben als jemals zuvor. Die Voraussetzungen dafür bietet die RFID-Technik schon heute – das Potential muss nur gestaltet werden. Die bisherigen Erfolge zeigen aber, dass in Zukunft viele Anwender und Pooling-Dienstleister die neuen Möglichkeiten in ihren Alltag integrieren und von ihnen profitieren werden.

Quelle/Bildquelle: Cabka-IPS

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