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BGL: Fahrermangel nimmt neue Dimensionen an

BGL: Adalbert Wandt

Anlässlich seiner Mitgliederversammlung 2017 in Köln verweist der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. darauf, dass die Auswirkungen des Fachkräftemangels in der Logistik – vor allem bei Lkw-Fahrern – bisher nicht gekannte Dimensionen annehmen. Ein besonders krasses Beispiel dafür, wie Fahrermangel unmittelbar zur Laderaumverknappung führt, mussten von der Bahnstreckensperrung bei Rastatt betroffene Unternehmen erleben, die über Wochen hinweg für ihre Ladung keine freien Lkw-Kapazitäten finden konnten.

Besserung ist nicht in Sicht: Zwar erwarben im Kalenderjahr 2016 insgesamt 16.211 Berufskraftfahrer-Azubis und Prüfungsteilnehmer/-innen nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz den Lkw-Führerschein – so viele, wie nie zuvor. Da aber etwa 30.000 Lkw-Fahrer pro Jahr in den verdienten Ruhestand treten, ist angesichts des boomenden Onlinehandels weder kurz- noch mittelfristig Entspannung zu erwarten. Beim Fahrermangel auf Entlastung durch das automatisierte Fahren zu hoffen, ist nach Ansicht des BGL keine Option. BGL-Präsident Adalbert Wandt: „Auch im Flugzeug hat der Autopilot den Piloten nicht überflüssig gemacht.“

Ganz im Gegenteil ist Lkw-Fahrer auch vor dem Hintergrund wachsender Transportmengen langfristig eine zukunftssichere Berufswahl. BGL-Präsident Adalbert Wandt: „Auch Lkw, die in mittlerer und ferner Zukunft am automatisierten Fahren teilnehmen brauchen einen Fahrer. Denn der Fahrer fährt ja nicht nur, er ist Begleiter der ihm anvertrauten Güter, er ist verantwortlich für die Übergabe an den Empfänger, für Transport- und Ladungssicherung und greift bei unvorhersehbaren Ereignissen ein. Zudem ist der Fahrer vielfach die Visitenkarte des Unternehmens gegenüber den Kunden. Auch wenn er beim automatisierten Fahren irgendwann in ferner Zukunft während der Fahrt andere Tätigkeiten übernehmen können sollte – der Arbeitsplatz hinter dem Steuer ist und bleibt zwingend zu besetzen.“

Quelle: BGL, Bildquelle: BGL/Rudolf Flentje

2 Kommentare zu BGL: Fahrermangel nimmt neue Dimensionen an

  1. Heiko // 24. November 2017 um 18:47 // Antworten

    Wer kann sich heute noch den LKW Führerschein leisten zzgl. der Grundqualifikations Kosten! Warum macht man den LKW Fahrschulunterricht in Theorie und Praxis, wenn man gleich im Anschluss erneut von der IHK geprüft wird, mit fast identischen Inhalt. Wenn man solche Zweifel an der Fahrschulausbildung hat, sollte man diese doch Verbessern und nicht darauf aufbauen. Dann gibt es noch zahlreiche Ausnahmen vom BKrFQG, die keinen Sinn ergeben. Wer wundert sich dann, dass es keine LKW Fahrer mehr gibt. Ich habe es am eigenen Leib erfahren und sehe es als Abzocke. Deshalb setze ich mich für Alle betroffenen ein und bin für die „Abschaffung der Grundqualifikation“ um dies zu Unterstützen suchen Sie und Sie werden fündig!

  2. Harry Rollig // 27. Oktober 2017 um 14:37 // Antworten

    Das ist das Ergebnis einer komplett falschen Verkehrspolitik in den letzten 30 Jahren. Die usprüngliche Strategie weg von der Strasse hin
    zur Schiene, wurde von der Lkw-Lobby brutal abgewürgt.
    Nun haben wir nicht nur zu wenig Fahrer, wir haben viel zu wenig Lkw-Parkplätze, wir zerstören Strassen und Brücken und wir vergiften die Umwelt!!

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