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Aircargo Club Deutschland fordert einheitliche digitale Plattform für Luftfrachtbranche

ACD: Lufthansa Cargo CCO Dr. Alexis von Hoensbroech (Mitte) mit ACD-Finanzvorstand Christoph Papke (links) und ACD-Präsident Mathias Jakobi (rechts)

Der Luftfrachtbranche mangelt es aufgrund des Kostendrucks an Investitionskraft. Nach einer anhaltenden Phase schwieriger Expansions- und Ertragsbedingungen befinde sich die internationale Luftfrachtindustrie aktuell zwar in einem „perfect storm“, berichtete Dr. Alexis von Hoensbroech, Chief Commercial Officer von Lufthansa Cargo, bei einer Veranstaltung des ACD vor führenden Branchenvertretern. Aber es seien nun dringend stärkere Investitionen in Infrastrukturen und die Digitalisierung der Prozesse gefordert, um die Unternehmen zukunftsfest zu machen.

Das starke Wirtschaftswachstum in Kernmärkten sowie die überproportionale Entwicklung des eCommerce-Segments sorgen bereits seit einigen Wochen für akute Kapazitätsengpässe, insbesondere an den großen Frachtdrehkreuzen. Nach teilweise dramatischem Verfall der Marktraten für Luftfracht in den Vorjahren sei die Nachfrage mittlerweile deutlich nach oben geschnellt. Der Boom des Internethandels mit Aktionen wie dem „Black Friday“ in den USA und Teilen Europas oder dem „Singles Day“ am 11. November in China tragen dazu bei. Gretchenfrage für die Luftfrachtbranche sei nun, ob es sich bei dem sprunghaften Tonnagezuwachs um ein kurzfristiges Phänomen oder einen nachhaltigen Trend handelt, etwa aufgrund von struktureller Verlagerung von See- auf Luftfracht.

Lufthansa Cargo will zukünftiges Wachstum vor allem durch Produktivitätssteigerungen ermöglichen. Dazu müssen aber alle Beteiligten in der Logistikkette endlich ihre Hausaufgaben bei der Digitalisierung der Abläufe machen, forderte von Hoensbroech. Bislang existiere keine international einheitliche digitale Plattform mit einer Logistics Data Cloud für Luftfracht, die für mehr Effizienz und Transparenz gegenüber dem Kunden sorgen könnte. Der Frachtkranich plant in den kommenden Monaten und Jahren gezielte Investitionen in effiziente und moderne Infrastrukturen, um Abfertigungsengpässen in Zukunft besser begegnen zu können. Die Investitionen in Frankfurt am Main dienen unter anderem dem Ausbau der Cool Logistics, um insbesondere der steigenden Nachfrage für temperaturempfindliche Güter von Elektronik über Lebensmittel bis hin zu Medikamenten gerecht zu werden.

Ehemals führende europäische Luftfrachtanbieter hätten dagegen ihre Flotten sogar deutlich reduziert, berichtete von Hoensbroech. Die ehemals weltweite Nummer 1 der Branche, Air France/KLM, habe ihre Nurfrachter-Flotte um fast ein Viertel ausgedünnt. Der British Airways-Mutterkonzern IAG ist mittlerweile aus dem Betrieb eigener Frachtflugzeuge ausgestiegen. Auch Lufthansa Cargo habe in der letzten Dekade kein signifikantes Wachstum erzielen können und Marktanteile verloren. „Aufgrund der geringen Margen ist in den vergangenen Jahren zu wenig investiert worden“, sagte Mathias Jakobi, amtierender Präsident des ACD und Zentraleuropachef des Airline-Verbands IATA. Dies müsse sich nun dringend ändern, denn führende eCommerce-Unternehmen wie Amazon und Alibaba kündigten an, eigene Luftfrachtkapazitäten weiter aufbauen zu wollen. Dies werde in der Branche mit Interesse verfolgt. Branchenexperten erwarten bis 2035 einen kontinuierlichen Anstieg der Luftfrachtmengen von durchschnittlich 4,3 Prozent pro Jahr.

Quelle + Bildquelle: ACD

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