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Siemens startet Pilotprojekt mit E-Lastenrädern in Stuttgart

Siemens testet einen nachhaltigen Zustelldienst mit E-Lastenrädern in Stuttgart. Die Aktion ist Teil eines Gesamtprojekts der Siemens-Division Building Technologies, um die Auslieferung von Siemens-Ersatzteil-Produkten umweltverträglich zu gestalten – im innerstädtischen Bereich mit E-Lastenfahrrädern, im außerstädtischen Bereich mit Elekto-Lastkraftwagen. Das Projekt wurde gemeinsam mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt.

Siemens hat das Pilotprojekt zusammen mit Velocarrier gestartet. Velocarrier ist ein Dienstleistungs-Startup aus Tübingen, das sich auf die Lastenradbelieferung der letzten Meile, auf City-Logistik und Same Day Delivery spezialisiert hat. Das Startup ist bereits in acht deutschen Städten mit seinen Elektro-Lastenfahrrädern unterwegs. Die robusten Räder verdienen ihren Namen: Sie schultern bereits heute eine Nutzlast von bis zu 200 Kilo bei einer Akku-Reichweite von vier bis fünf Stunden.

Entlastung für die Innenstadt

Fast alle großen deutschen Städte haben mit Lärm-, Verkehrs- und Schadstoffbelastung zu kämpfen. Das E-Lastenrad produziert nichts von den dreien, wenn es im städtischen Großraum Stuttgart unterwegs ist, um dort seit Kurzem die Kunden von Siemens Building Technologies mit ihren Ersatzteil-Paketen zu beliefern. „Der großflächige und branchenübergreifende Einsatz von Lastenrädern könnte die innerstädtische Umwelt-, Luft- und Lebensqualitätsproblematik wenn nicht mit einem Schlag beseitigen, so doch drastisch verbessern“, so Tobias Meyer vom Lehrstuhl Supply Chain Management der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

„Sollten in naher Zukunft tatsächlich Auto-Fahrverbote erlassen werden, könnte der Lieferverkehr in den Städten zusammenbrechen“, so Meyer weiter. „Denn die meisten Lieferungen kommen noch mit dem Diesel. Anders gesagt: Wer mit dem E-Bike ausliefert, wird von Fahrverboten nicht betroffen sein“.

Gleiche Performance, aber sauber

Tatsächlich schafft ein guter Rad-Dienstleister auf der letzten Meile dieselbe Performance wie ein Paketfahrer mit einem Kraftfahrzeug. Das gilt selbst für die Transparenz der Leistung: Dank Electronic Data Interchange (EDI) ist die komplette Meilenstein-Integration gewährleistet und am Bildschirm jederzeit der aktuelle Verbleib jeder Lieferung nachvollziehbar und überprüfbar.

Und wie funktioniert das im Winter? Velocarrier radelt nicht erst seit gestern. Das Startup hat bereits reichlich Erfahrung gesammelt und kann deshalb auch im Winter die Auslieferung garantieren. Jeden Tag bis zehn Uhr morgens liefert die Spedition im Lager an – von dort werden die Lieferungen dann aufs Rad verladen und ausgefahren. Heute funktioniert das so. Und in Zukunft?

Das Rad der Zukunft

Auch bei den Lastenrädern stürmt die Entwicklung voran: Die nächste Generation der nützlichen Lastendrahtesel soll sogar bis zu 400 Kilo Traglast transportieren können. Die neuen Räder werden dann auch mit Wechselboxen versehen sein: kein Zeitverlust mehr für das Auf- und Abladen der Traglast. Die Lasten warten auf den Lastenradler schon auf auswechselbaren Tragflächen; er fährt vor, klinkt die alte, leere Tragfläche aus und klinkt die voll beladene, neue Tragfläche ein, wechselt vielleicht noch den Akku aus – und radelt im Handumdrehen wieder los. Das Rad kann praktisch pausenlos unterwegs sein.

Nächster Schritt: Der Streetscooter

Ab dem Frühjahr wird im Rahmen des Gesamtprojektes für Auslieferungen und Abholungen im Großraum Nürnberg der Streetscooter, ein kastenartiger Elektro-LKW, getestet. In der Zukunft soll die Belieferung dann sowohl in der Stadt als auch auf dem Lande teilweise elektrisch erfolgen. Die Resonanz hierfür ist bereits durchweg positiv.

Quelle: Siemens, Bildquelle: Metropol Velocarrier GmbH & Co. KG

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