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Professor und Doktorand der FH Münster gründen mit FIEGE das Westphalia DataLab

FH Münster

Viele Unternehmen horten jede Menge Daten von ihren Kunden – Daten, in denen Potenziale schlummern. Die werden aber nur selten genutzt und ausgewertet, weil dafür beispielsweise Know-how, Technologie oder die Kapazitäten fehlen. Wer das aber kann: Unternehmen aus dem Bereich Data Science. In Deutschland kann man sie an nur einer Hand abzählen.

Deshalb hat Prof. Dr. Reiner Kurzhals von der FH Münster Ende September mit seinem Doktoranden Cornelius Brosche und dem Logistikunternehmen FIEGE ein Start-up gegründet: das Westphalia DataLab. „Man muss sich klarmachen, dass es in diesem Bereich wirklich einen Riesenbedarf gibt“, sagt der Professor für quantitative Methoden. „In Deutschland existieren auf dem Gebiet Data Science aktuell 15.000 offene Stellen. Datenwissenschaften sind bedeutender und aktueller denn je.“

„Letztendlich sorgen wir dafür, dass regionale Unternehmen mitspielen können im Konzert der Weltkonzerne, was den Bereich Digitalisierung anbelangt“, erklärt Brosche. Die Kernaufgabe: Die Teammitglieder analysieren und bereiten gesammelte Kundendaten auf – und daraus leiten sie Optimierungsprozesse ab, die zum Beispiel das Marketing, Wartungsarbeiten oder das Personal betreffen. Außerdem bieten sie diesen Service als Plattformlösung an, sodass Unternehmen die Analyse selbst in ihren Arbeitsalltag integrieren und ihr Feedback zurückfließen lassen können.

Dass das ein lohnendes Geschäft ist, daraus machen Kurzhals und Brosche keinen Hehl; ihr Auftragsbuch ist prall gefüllt, zu den größten Kunden zählen REMONDIS, TSR, FIEGE und CLAAS, aktuell arbeiten schon 40 Data Scientisten im DataLab. Nicht schlecht für ein Start-up, das erst ein halbes Jahr existiert. „Bis Ende des Jahres wollen wir das größte Datenanalyse-Unternehmen in Deutschland sein“, sagt Kurzhals. Er scherzt nicht, er ist nicht zum ersten Mal mit einem Start-up erfolgreich. Schon vor acht Jahren bewies Kurzhals sein wirtschaftliches Händchen, als er ein Unternehmen gründete, es fünf Jahre leitete und schließlich an McKinsey verkaufte.

Aktuell ist das DataLab aber noch ein richtiges Start-up: mit viel Platz für Ideen, einer Konsole in der Küche und der neusten Infrastruktur. „Da haben wir einen großen Vorsprung, das ist allein der Ausstattung und den rasanten technologischen Entwicklungen der letzten Jahre geschuldet“, erklärt Brosche. „Wenn man von ,Big Data‘ spricht, geht es bei einigen Kunden darum, 800 Milliarden Datenzeilen zu verarbeiten. Wir sind technisch in der Lage, auch weit mehr Daten zu analysieren.“

Die anwendungsnahe Lehre an der FH Münster kommt dem Team zugute. „35 unserer Mitarbeiter sind Absolventen oder Ehemalige unserer Hochschule oder kommen von der Uni Münster“, sagt Kurzhals. Und ihre Fähigkeiten sind bunt gemischt: Im Westphalia DataLab arbeiten aktuell Betriebswirte, Informatiker, Physiker, Mathematiker, Juristen und Statistiker.

Quelle/Bildquelle: FH Münster

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